Donnerstag, 31. Dezember 2020

Goodbye 2020!

Da der Gantrisch Trail Ende Oktober sehr kurzfristig den neuen Corona-Massnahmen zum Opfer fiel, war die Saison doch schon früher als geplant beendet. Ich war aber nicht untätig im Herbst sondern nutzte die rennfreie Zeit für weitere schöne Läufe in den Bergen und auch die Kilometer auf dem Velo kamen nicht zu kurz. Der Winter würde ja früher kommen als mir lieb war....

Und ja, es war ein verrücktes Jahr! So richtig begonnen hat eigentlich alles im Trainingslager auf Teneriffa im vergangenen Februar, als ein Hotel nur unweit von unserer eigenen Unterkunft isoliert wurde, da dort erste Corona-Fälle aufgetaucht waren. Machten wir dort noch Sprüche und waren belustigt über die überforderten Spanier, haben wir die Situation noch heute nicht im Griff und die Normalität scheint immer noch weit entfernt zu sein. 

Wettkämpfe wurden abgesagt, der Lockdown war beschlossene Sache und als dann auch noch die Schulen geschlossen wurden, kam auch ich in den Genuss von Home Office. Obwohl von Genuss kann man nicht sprechen und nicht nur ich war froh, als endlich wieder die Klasse im Schulzimmer begrüsst werden konnte. Die Lage schien sich nun zu beruhigen und so konnten doch noch ein paar Wettkämpfe unter strengen Auflagen stattfinden. Trainierte ich im Frühjahr noch sehr strukturiert, nutzte ich im Sommer die Zeit für Trainings und Trailläufe, welche wohl in einer normalen Saison nur schwer umzusetzen gewesen wären.  Die kurzfristig organisierte Duathlon SM in der Romandie wurde dann zu einem unerwarteten Highlight und ich konnte die vielen (unstrukturierten) Trainings in ein sehr gutes Resultat (4. Rang Elite) ummünzen. Auch an den weiteren ausgetragenen Rennen war ich sehr zufrieden mit meinen Fortschritten und meinen Leistungen und somit kann ich sportlich auf eine äusserst starke wenn auch kurze Saison zurückblicken. Somit darf ich mich auch in der kommenden Saison als Mitglied der Duathlon Nationalmannschaft zählen. Des weiteren nehme ich viele wichtige Erkenntnisse aus dem Training mit in das neue Jahr.

Wie dann die Saison 2021 aussehen wird, steht noch in den Sternen und ich habe die Hoffnung nicht verloren, dass bald wieder Normalität einkehren wird. Es ist wohl auch eine Eigenschaft von Sportlern immer noch vorne zu blicken auch wenn die momentane Lage nicht sehr aussichtsreich erscheint. 

Leider wäre es heuer über die Festtage sehr schwierig gewesen ein Trainingslager an der Wärme abzuhalten und so musste ich gezwungenermassen neue Wege einschlagen. Mit einem Langlauf Trainingscamp im Engadin fand ich aber eine gute Alternative um in Form zu bleiben und an meinen Defiziten zu arbeiten. 

Schlussendlich gilt es nochmals ein grosses Dankeschön an alle meine Sponsoren, Gönner, Supporter, Familie und Trainingspartner auszusprechen, welche auch in diesem (wirtschaftlich) schwierigen Jahr zu mir gehalten haben und mich ohne weiteres erneut unterstützt haben! Gleiches gilt für alle Veranstalter, welche für uns ein Wettkampf möglich gemacht haben, unter diesen Umständen!

In diesem Sinne: Stay positive, test negative ;-)





Sonntag, 18. Oktober 2020

Chäserugg Berglauf - Fast Offseason!

Als der Chäserugg Berglauf wegen Schnee von Anfang auf Ende Oktober verschoben wurde, erschien er mir doch noch als eine schöne Option auf weitere Wettkampfkilometer vor der Winterpause. Der Lauf fand heuer zum ersten Mal statt und führte von Unterwasser auf den Chäserugg (7.8 Kilometer, 1380 Höhenmeter). Steil ist geil traf es wohl ziemlich gut für das Streckenprofil. Auch am Sonntag schneite es bis auf gut 1500 Meter über Meer herunter und das Ziel auf gut 2200 Meter über Meer war mit ordentlich viel weissem Puder versehen, als ich um 08.30 Uhr im Startgelände eintraf. Die Kleider- und Schuhwahl sollte also heute nicht unterschätzt werden auf der anspruchsvollen Strecke im Toggenburg.

Der Startabschnitt war extrem steil und nach einem Kilometer machte sich Aemisegger auf und davon und lief ungefährdet dem Tagessieg entgegen. Dahinter folgte eine 4er Gruppe mit den restlichen Podestkandidaten. Gemeinsam mit Schilter konnte ich in einem technischen Trail die Gruppe sprengen wobei ich ihn kurz darauf auch noch ziehen lassen musste. Ich fühlte mich gut und konnte nach Iltios den Abstand nach hinten weiter ausbauen und blickte auf einen entspannten Schlussteil hin. Der letzte Drittel der Strecke wurde nun wieder technischer und die leicht gezuckerten Trails hinauf in Richtung Chäserugg waren einfach nur fantastisch zu laufen. Die Menge an Schnee nahm nun stetig zu und das einzige was weniger wurde, war mein Vorsprung auf meine Verfolger. Beim Skilift Chäserugg (Schlepplift) waren Platz 4 und 5 bereits gefährlich nahe und auf dem Skilift-Trasse büsste ich weiter an Boden ein. Mir fehlte es an Traktion und auch die Kräfte liessen stark nach. Noch immer waren es fast 300 Höhenmeter bis zur rettenden Ziellinie. Knapp 400 Meter vor dem Ziel flachte der Trampelpfad im Schnee wieder leicht ab und mein Verfolger lief zu mir auf. Just in diesem Moment konnte ich nochmals alle meine Kräfte mobilisieren und eine weitere Lücke aus dem nichts aufreissen. Auf dem letzten Zacken erreichte ich dann nach 1h 03min doch noch das Ziel auf einem Podestrang! Mit dem 3. Rang (2. Rang Kategorie) darf ich angesichts der Vorbereitung zufrieden sein. Der Lauf ist toll organisiert und wird hoffentlich auch in Zukunft wieder ausgetragen werden!

Rangliste

Sonntag, 13. September 2020

Arosa Trailrun - ATR22

Mit dem Arosa Trailrun gab es eine weitere Möglichkeit für einen Wettkampf in den Bergen. Ursprünglich wollte ich über die 53 Kilometer Distanz starten, leider muss ich aber eine Woche später einen Selektionslauf über 5000 Meter absolvieren und somit schwenkte ich kurzerhand auf den Halbmarathon mit etwas über 1300 Höhenmeter um. 


Da ich am Swissalpine im Juli Probleme mit der Höhe hatte, entschied ich mich für die Anreise am Vortag. Das Training in der Vorwoche verlief sehr zäh und ich kämpfte mit Wadenproblemen. Die geniale Form der Vorwoche schien etwas verpufft zu sein und ich blickte wenig zuversichtlich auf den Wettkampf. Zusätzlich war das Feld extrem stark besetzt und die Downhill-Trainings hielten sich seit dem Engadin in Grenzen. Dafür war das Wetter perfekt und bis hin zum Renntag war die Freude wieder vollends zurück.

Die ersten 8 Kilometer nach dem Start führten dann stets aufwärts bis hinauf auf das 2600 Meter hohe Weisshorn. Also genau mein Terrain! Zehnder sorgte für eine hohe Pace und dahinter zersplitterte schnell die Verfolgergruppe. Zehnder blieb immer in Sichtweite und nach 3 Kilometer war ich knapp hinter Sprenger und damit voll auf Kurs. Das Panorama und die Trails waren einfach nur herrlich und so kletterte ich in zügigem Tempo in Richtung Dach des heutigen Wettkampfs. Knapp 2 Kilometer vor dem Gipfel übernahm Sprenger die Führung und auch ich kam immer näher zu Zehnder, zu welchem ich dann in der Verpflegungszone auf dem Weisshorn schlussendlich auch aufschliessen konnte. Die Lücke nach hinten schien komfortabel und das musste sie auch sein, denn ich wusste um die downhill skills von Schäppi und Brennwald bestens Bescheid. Es folgte nun ein weiterer herrlicher Trail zur Hörnlihütte, wobei nun meine Beine bereits ordentlich angeschlagen waren durch den steilen Abstieg vom Weisshorn. Sprenger war uns längst enteilt und von hinten drohte Schäppi aufzuschliessen, als ich gemeinsam mit Zehnder die Hörnlihütte passierte.

Die Höhenmeter waren nun eingetütet und es sollte mehrheitlich abfallend in Richtung Ziel gehen. Ich liess es kontrolliert laufen und konnte mich schnell von Zehnder lösen. Die Trails waren nicht extrem technisch und so war ich bestrebt nicht nach zu lassen. Leider wurden die Beine zunehmend schwerer und das Ziel wollte einfach nicht näher kommen. Es dauerte jedoch erstaunlich lange, bis dann knapp 3 Kilometer vor dem Ziel Schäppi angeflogen kam. Ich versuchte gar nicht zu kontern und liess ihn ohne grosse Gegenwehr passieren. Die fast 5 Minuten Vorsprung auf dem Weisshorn reichten leider heute nicht ganz aus, obwohl ich eine gute Leistung in den downhills an den Tag legte. 


Somit lief ich auf dem 3. Rang ins Ziel in Arosa ein (2.Rang M20) und blieb mit 1h 59min 12s unter der angestrebten 2 Stunden Marke! Ein weiteres tolles Resultat gegen starke Trailläufer! 

Rangliste