Sonntag, 15. Juli 2018

Eiger Ultra Trail E51 - Auch ich kann Trailrunning!

Vergangenen Samstag war es endlich so weit. In Grindelwald stand der Eiger Ultra Trail über die Distanz von 51 Kilometer mit total 3100 Höhenmeter up and down auf dem Programm. Mit viel Glück konnte ich mir im Oktober einen der begehrten Startplätze sichern. Diese waren innerhalb von gut 2 Minuten!!! restlos ausverkauft.

Wieso ein solcher Wettkampf als Duathlet? 

Weil ich einfach unglaublich Bock darauf hatte! Vergangenen Herbst war ich oft auf den Trails unterwegs und es machte mir riesigen Spass. Zudem wollte ich etwas neues ausprobieren und schauen, ob ich wirklich auch in einem solchen Format konkurrenzfähig bin. Der Eiger Ultra Trail ist zudem wohl einer der begehrtesten Läufe Europas und dementsprechend gut besetzt. Ich würde als eine aussagekräftige Referenz erhalten. Wieso weit ins Ausland reisen, wenn das schöne so nahe ist? 


Wie bereitete ich mich auf einen solchen Wettkampf vor?

Da die Duathlons mehr oder weniger sehr gut verliefen und der Rennkalender (zu) dicht war, fand eigentlich gar keine gezielte Vorbereitung für einen solchen Event statt. Der Wings for Live World Run im Mai war der längste Lauf, aber halt eher flach und zu 98% auf Asphalt. Am Tag nach dem Spiezathlon quetschte ich dann doch noch einen Traillauf rein mit der Churfirsten Tour. Da wurde mir ein erstes Mal bewusst, auf was ich mich da eingelassen habe. Uphill top, Downhill flop. So lässt es sich wohl zusammenfassen. Das Resultat aus diesem Trainingslauf: 7 Tage Lauf bzw. Trainingsunfähig. Das würde ja heiter werden, wenn ich dann die Downhills wirklich zügig bewältigen würde....

Gestartet wurde dann der Wettkampf am Samstagmorgen um 7.15 Uhr in Grindelwald. Zu Beginn wurden gleich einmal gut 1000 Höhenmeter hinauf auf die Grosse Scheidegg vernichtet. Ich heftete mich an die Fersen von Gabriel Lombriser, welcher eine angenehme Pace anschlug. Ich merkte schon bald, dass ich in den steilen Abschnitten super vorwärts kam, hielt mich aber bewusst zurück, da ich wusste, wie lange der Wettkampf noch gehen würde. Zudem wusste ich um die Erfahrung von Lombriser. In unter einer Stunde erreichten wir die Grosse Scheidegg und ich lag auf dem sensationellen 4. Rang.

Weiter ging es auf dem Höhenweg in Richtung First. Das Wetter zeigte sich zu Beginn von seiner schlechten Seite und es setzte leichter Regen ein, die Temperaturen fielen wohl unter die 10°C Marke. Nichts desto trotz fand ich einen guten Rhythmus und verpflegte mich ausreichend. Auf dem Weg Richtung Faulhorn, dem höchsten Punkt mit 2600 M.ü.M, galt es möglichst haushälterisch mit den Kräften umzugehen. Nun trafen wir auf viele Athleten der 101 Kilometer Distanz, wobei das überholen auf den schmalen Trails nicht immer einfach war.

Der Aufstieg zum Faulhorn war dann sehr technisch und höllisch steil. Ich musste oftmals in den Laufschritt wechseln, da dies für mich effizienter war. Oben angekommen gab es erstmals Cola sowie Schokolade, im Bewusstsein das nun der grossteil der Höhenmeter bereits bei Kilometer 25 geschafft war. Leider folgte nun der von mir gefürchtete lange Downhill in Richtung Burglauenen. Dieser war nicht nur steil, sondern auch sehr technisch. Es folgten aber auch wunderbar flowige Passagen, welche mir mehr zusagten. Ich versuchte so gut, wie es eben noch in dieser Situation ging, laufen zu lassen, ohne aber einen Misstritt zu riskieren. Zu gern wäre ich diese fantastischen Trails auf dem MTB herunter gefahren und nicht herunter gestolpert....

Bei Kilometer 42 in Burglauenen angekommen waren meine Beine total am Ende von den fordernden Downhills. Nun folgten aber noch mehrheitlich 9 flache Kilometer, um zurück nach Grindelwald zu kommen. Ich riss mich nochmals zusammen und versuchte eine Pace von unter 5 Minuten pro Kilometer zu laufen. Die letzten 3 Rennstunden war es zudem unbarmherzig heiss und meine Angst vor Krämpfen war somit nicht unbegründet. Mental war dieser Moment besonders hart und ich hatte grosse Angst, an Terrain einzubüssen. 

Aber auch diese Situation meisterte ich heute und so durfte ich nach über 5 Stunden und 44 Minuten auf dem grandiosen 7. Rang die Ziellinie überqueren! Somit hatte ich meine primären Ziele von sub 6 Stunden, Top 10 und natürlich dem gesunden erreichen der Ziellinie übertroffen! Zudem habe ich mir und allen anderen bewiesen, dass ein solcher Lauf auch mit reduzierten Laufumfängen machbar sein kann. Meine gute Basis auf dem Rad mit vielen Höhenmeter hat hier sicher viel beigetragen. In reinen Bergrennen wie z.B dem Zermatt Marathon sehe ich hier mein grösstes Potential für die Zukunft. Um ganz vorne zu landen, müsste ich sehr viel in das Bergablaufen investieren, denn dort wird schlussendlich die Differenz gemacht. 

Somit ist die Vorbereitung für den Powerman Zofingen lanciert und ich bin mir sicher, dass der Eigern Ultra Trail auch im Hinblick auf die WM im September hilfreich sein kann. Spass hat es definitiv gemacht und schlussendlich war dies der Hauptgrund neben der neuen Herausforderung.




Sonntag, 8. Juli 2018

Sempachersee Duathlon

Lange war ich mir unschlüssig, ob ich am Sempachersee Duathlon teilnehmen sollte. Dies hatte mehrere Gründe: 

  1. Zum einen war die Aussicht äusserst gering, dass ich mich in der Gesamtwertung noch verbessern kann. Die Lücke nach vorne ist zu gross und von hinten droht keine Gefahr mehr, da bereits viele Punkte verteilt wurden. 
  2. Die vielen Wettkämpfe zehren langsam aber sicher an der Substanz und lassen teilweise keine gezielten Einheiten zu. Zudem ist der Aufwand verhältnismässig gross für einen Wettkampf mit einer Dauer von nur ca. einer Stunde.
Trotzdem entschied ich mich dann anfangs Woche für einen Start, auch weil ich die letzten Jahre nicht in Sempach teilnehmen konnte. Trainiert wurde trotz dem Gigathlon in den Beinen sehr hart und ich war sehr überrascht, wie gut die inentsiven Einheiten verliefen. Am beschaulichen Sempachersee waren erneut die üblichen Verdächtigen gemeldet und so konnte man den Rennverlauf gut vorhersehen. Der Start war bereits um 8.15 und so stand ich noch im Halbschlaf an der Startlinie.

Wie gewohnt waren vorne weg nach dem ersten Lauf Köhler, Gossauer sowie Zehnder, dahinter Wermelinger und noch etwas weiter zurück führte ich die Verfolgergruppe mit Thomsen und Widmer an. Leider fehlten mir die Eier, um den Versuch zu wagen, mit Wermelinger mit zu gehen im ersten Lauf. So lief ich sehr kontrolliert und wohl auch etwas unmotiviert mit einigen Reserven. Der Wechsel gelang gut und auf dem Rad sorgte dann Widmer zu Beginn für die Pace. Leider war die Radstrecke total überfüllt vom parallel ausgetragenen Triathlon. Dies sorgte für ein paar brenzlige Situationen und war meiner Meinung nach einfach nur fahrlässig.
Nach vorne ging nicht mehr viel und ich war unter diesen Bedingungen nicht gewillt, etwas zu versuchen oder zu riskieren. So rollten wir wieder zu dritt in die Wechselzone und mit einem schnellen Wechsel setzte ich mich sogleich ab. Darauf folgte ein schneller erster Kilometer, wobei ich das geschehen danach kontrollieren konnte und mir so den 5. Rang sicherte. Das Resultat geht in Ordnung. Es war aber sicher keine ausserordentliche Leistung sondern "nur" ein gutes Training unter Wettkampfbedingungen. 

Sollte sich die Radstrecke oder die Startzeiten nicht ändern, werde ich von einer erneuten Teilnahme in Zukunft absehen. Auch auf der Laufstrecke war es teilweise sehr eng und reguläres überholen kaum möglich. Schiris auf der Radstrecke waren zudem Mangelware, dafür umso präsenter auf dem Laufparcour, um mich darauf hinzuwiesen, dass ich doch bitte meinen Reissverschluss schliessen soll... 

Den angebrochenen Tag liess ich dann noch mit einer Pässefahrt ausklingen. Von Entlebuch aus ging es über den Glaubenbielen sowie den Glaubenberg. Die Beine drehten noch erstaunlich gut und somit ist die Vorbereitung für den Powerman Zofingen in vollem Gange. 








Dienstag, 3. Juli 2018

Gigathlon im Team of five

Dieses Jahr entschied ich mich aus diversen Gründen gegen einen Start als Single am Gigathlon in Arosa/Davos. Trotzdem durfte ich den einzigartigen Gigathlon Spirit in einem Team of five miterleben. So verstärkte ich das Bio-Strath AG Team als Biker. Wir hatten ein tolles Wochenende und erreichten gemeinsam einen Top 50 Rang! Auf meinen Abschnitten erging es mir wie folgt:

Samstag, 30 Kilometer, 1400 Höhenmeter, Davos - Arosa

Leider erholte ich mich sehr schlecht von der Churfirsten-Tour und so konnte ich bis am Freitag kaum eine Treppe normal heruntersteigen. Daher war ich alles andere als optimistisch, was eine schnelle Zeit betraf. Die Trainings auf dem MTB hielten sich zudem in Grenzen, jedoch bereitete mir das kein Kopfzerbrechen. Da ich als letzter Athlet an der Reihe war, musste ich sehr lange auf meinen Einsatz warten. So war es nicht ganz einfach die richtige Balance zwischen bewegen, essen und herumliegen zu finden. Als es dann am späteren Nachmittag endlich für mich losging, war ich umso motivierter. Ich flog nun förmlich den steilen Aufstieg zum Strela Pass hinauf und war permanent am überholen. Der folgende Höhenweg mit dem technisch anspruchsvollen Downhill zauberte mir ein breites Lächeln auf mein Gesicht und endlich konnte ich meine technischen Fähigkeiten ausspielen. Kein Vergleich zum letztjährigen Gigathlon, bei welchem ich noch mit dem Quervelo unterwegs war! Ich erreichte schlussendlich das Ziel mit der 5. Zeit auf dem MTB-Abschnitt mit 5 Minuten Rückstand auf den bestens bekannten Biker Florian Thie. 




Sonntag, 34 Kilometer, 1300 Höhenmeter, Arosa - Arosa

Erstaunlicherweise fühlten sich die Beine besser an als am Vortag. Endlich war der Muskelkater verschwunden. Auch heute war ich spät dran und wurde als zweitletzter unseres Teams auf die Strecke geschickt. Leider überpowerte ich bereits auf den ersten Kilometern etwas und musste dafür später büssen. Der höllisch steile Anstieg aufs Hörnli gelang noch einigermassen gut, obwohl mir die Hitze stark zu schaffen machte. Es folgte ein weiterer anspruchsvoller Single Trail, auf welchem ich ohne Probleme durchkam. Nun kamen einige sehr ruppige Passagen und mich schüttelte es auf meinem Hardtail ordentlich durch. Heute hätte ich nicht nein zu einem (leichten) Racefully gesagt. Das diese Aussage einmal von mir bei einem Gigathlon kommen würde, hätte ich auch nie gedacht...
Im leicht ansteigenden Mittelteil fehlte mir dann etwas die Power, welche erst gegen Ende wieder zurückkam. Trotzdem erreichte ich auch heute mit dem 4. Zeit das Ziel mit kleinem Rückstand auf Thie.



Es war schön zu sehen, dass ich auf dem MTB immer noch mehr als konkurrenzfähig bin. Es hat grossen Spass gemacht wieder einmal rennmässig über solch tolle Trails zu fahren. Ich bin gespannt, in welcher Form ich im kommenden Jahr am Gigathlon dabei sein werde. 

Herzlichen Dank an Bio Strath für das tolle weekend!