Montag, 20. Mai 2019

Erneuter 4. Rang an der Duathlon SM auf der Kurzdistanz!

Heuer stellte der Krusnoman mein Saisonhöhepunkt im Frühjahr dar und folglich war das Training auch auf diesen Wettkampf ausgerichtet. Natürlich wollte ich die gute Form gleich mit an die Kurzdistanz SM anlässlich des Intervall Duathlons in Zofingen mitnehmen, war mir aber bewusst, dass ein solch harter Wettkampf auch seine Körner kosten wird. Somit war die Regeneration an erster Stelle und das erste Lauftraining folgte erst wieder am Donnerstag, um dem Körper etwas Pause zu gönnen. Das Laufen fühlte sich dann auch dementsprechend holprig an. Die Konkurrenz war zahlreich und auch ein paar neue Gesichter rechneten sich gute Chancen aus, bei uns Duathleten mitmischen zu können. Aber am meisten freute ich mich über das Wetter, da es endlich über 10°C warm sowie trocken war.



Gestartet wurde wie immer höllisch schnell und die Spitze um Köhler, Ott, Zehnder, Gossauer, Schildknecht und ein paar weiteren übermotivierten Athleten setzte sich schnell ab und ich fand mich dahinter in einem kleinen Grüppchen wieder, welches ebenfalls sehr zügig los lief. Wie so oft findet dann jeder seinen Platz nach einer Runde und kurz vor dem ersten Wechsel übernahm ich das erste Mal das Zepter. Wie auch die Jahre zuvor war ich mir sicher, dass sich ein dosierter Start am Intervall Duathlon Zofingen auszahlen wird.


Der Wechsel gelang nach Mass und mit Wermelinger und Urfer hatte ich bald gute Gesellschaft für die ersten zwei Runden à 8 Kilometer. Ich fuhr alles von vorne und war bestrebt die Pace hochzuhalten, um vielleicht doch noch etwas nach ganz vorne ausrichten zu können. Leider wollten oder konnten mir meine Mitkonkurrenten bei meinem Bestreben nicht behilflich sein oder wollten sich für den weiteren Rennverlauf noch zurückhalten. Ich bin der Meinung, dass wer die komplette Führungsarbeit verrichtet, auch als erster in die Wechselzone einbiegen darf und nicht noch attackiert werden muss, wenn man sich vorher schon nie vorne blicken lässt. So musste ich noch unnötige Körner verballern, um mein Standpunkt zu verdeutlichen.


Der Rückstand nach ganz vorne wuchs leider weiter an, dafür konnten wir zu Dutli aufschliessen. Leider musste Jens erneut etwas reissen lassen beim Lauf und so war ich erneut mit Wermelinger sowie Dutli auf dem Weg zum nächsten Radabschnitt.


Auf dem Rad wiederholte sich dann das Geschehen und ich war nun nicht mehr gewillt mit der Brechstange den Rückstand nach vorne in Grenzen zu halten. Zusätzlich wusste ich, dass Jens wohl so die Lücke von hinten spielend schliessen kann und ich so meinem Teamkollegen wenigsten so etwas helfen kann. Nach einer halben Runde war dies dann auch so eingetroffen und ich erhielt endlich etwas Unterstützung bei der Nachführarbeit. Dieses Mal musste ich keine Angriffe vor der Wechselzone parieren und wir wechselten in einer Vierergruppe auf die abschliessenden 4 Laufkilometer.


Mein Versuch mit einem schnellen Antritt die Entscheidung in der Verfolgergruppe herbeizuführen misslang leider und ich merkte deutlich, dass es mir heute etwas an Spritzigkeit heute fehlen wird. Dutli und Wermelinger übernahmen nun die Führung und hielten mein angeschlagenes Tempo weiter hoch. Nach einer Runde merkte ich, dass meine Kräfte langsam zu Ende gehen und ich die Pace auf der langen Gerade nur noch mit grösster Mühe halten konnte. Als wir das letztemal die Start - Zielpassage passierten klatschte mich dann der entgegenkommende Mark Thomson ab und dies löste in mir einen unglaublichen Antritt aus. Innerhalb wengier Meter riss ich eine grosse Lücke und warf nochmals alles was ich hatte in die Waagschale. Dutli war weg und auch Wermelinger konnte die Lücke nicht mehr schliessen. Die leichte Bergauffpassage war sowieso mein Terrain und so zog ich den letzten Kilometer voll durch, um mir den 5. Rang (4. Rang SM Wertung) zu sichern! Noch jetzt weiss ich nicht, woher die Energie am Schluss wieder her kam.



Somit habe ich das absolute Optimum herausgeholt. Für mehr reicht mein Speed (momentan) auf dieser Distanz schlicht nicht aus in einem so laufstarken Feld. Nun ist der dreiwöchige Rennblock abgeschlossen und ich darf erneut auf einen äusserst erfreuliche erste Saisonhälfte zurückblicken. Diese Auftritte und Erlebnisse geben weiter Auftrieb für das grosse Saisonziel Powerman Zofingen im September.





Sonntag, 12. Mai 2019

Befreiungsschlag am Krusnoman!

Lange war ich mir unschlüssig, ob ich die Reise an den Krusnoman nach Tschechien wagen sollte. Im Gegenzug habe ich mich aber sehr schnell gegen die Duathlon EM in Dänemark entschieden, welche am gleichen Tag stattfand. Dies hatte gleich mehrere Gründe: Die Reise wäre unglaublich kompliziert und teuer gewesen. Dazu kam, dass mich der Austragungsort überhaupt nicht begeistern konnte (und auch die Organisation). Zudem waren meine Chancen auf einer solch flachen Strecke auf einen ansprechenden Rang so klein, dass sich der Aufwand schlicht nicht gelohnt hätte. 

Mit Tobias Baggenstos konnte ich einen weiteren Schweizer Athleten für das Abenteuer "Krusnoman" begeistern, nachdem unser deutsches Duathlon Urgestein Sebastian Retzlaff im vergangenen Jahr dabei war und nur gutes vom Wettkampf zu berichten wusste. 
So nahmen wir zu zweit die gut siebenstündige Autofahrt über Deutschland in das tschechische Skigebiet Kliny in Angriff. Die Zeit reichte noch, um die Laufstrecke zu besichtigen und am Freitag nahmen wir auch noch die Radstrecke unter die Räder. Flache Passagen suchte man auf beiden Strecken vergebens und wir waren schon vor dem Wettkampf hellauf begeistert von den Gegebenheiten. Auf der Radstrecke fühlte ich mich teilweise zurückversetzt in meinen Sprachaufenthalt auf Vancouver Island, da die Landschaft mit den Nadelbäumen und dem See so richtig nach British Columbia aussah! Unser Hotel war dann nur gerade 20 Meer (!!!) von der Ziellinie und ca. 300 Meter von der Wechselzone entfernt. Daneben befand sich ausserdem die Bergstation des Sessellifts. Dies war umso angenehmer, da es wie so oft am Wettkampftag regnete und das Thermometer nie über die 10°C Marke kletterte. Bis hin zum Start um 12.00 Uhr über die 5Km/82Km/15Km mit 2200 Höhenmeter up and down hofften wir (vergeblich) auf einen Wetterumschwung.



Das Starterfeld umfasste über die Langdistanz gut 160 Duathleten bei diesen garstigen Bedingungen. Hauptfavorit war der Profitriathlet Kocar, der zugleich das Aushängeschild der Region ist und vergangene Woche an der ITU WM mit einer Medaille überzeugen konnte. 

Auftaktlauf über 5Km ~200Hm:
Die Startgerade führte senkrecht in Richtung Bergstation. Eine gute Position war wichtig, da es danach in einen Single Trail ging. Leider fehlte es mir etwas an Traktion und so verlor ich etwas den Anschluss auf dem rutschigen Waldboden. Unten angekommen folgte ein brutal steiler, gut 700 Meter langer Asphaltaufstieg. Dort konnte ich mich erstmals an der Spitze zeigen und aktiv das Tempo mitgestalten. Diesen Uphill ging es dann wenig später wieder herunter und dann im Wald auf einem flowigen Trail zurück in Richtung Bergstation zur Wechselzone. Nach knapp 20 Minuten passierten wir zu dritt die Zeitmessung und wechselten bei nassen Bedingungen aufs Rad. 

Velo über 82Km ~1500Hm:
Kocar erwischte den besten Wechsel und konnte sich sogleich absetzen. Ich übernahm schnell Position zwei und konnte den Rückstand in Grenzen halten. Die Sicht war stark beschränkt, da der Regen zunahm und auch die Kälte durch die Tempi auf dem Rad beissend wurde. Die Strecke führte über zwei Runden à 41Km und hatte an einem Anstieg einen Wendepunkt, an welchem man den Rückstand gut abschätzen konnte. Zu meinem Erstaunen war dieser sehr gering und auch von hinten schien niemand meiner Pace folgen zu können. So pushte ich mich weiter und als nach einer Runde noch immer niemand von hinten kam, stieg meine Zuversicht auf eine gute Rangierung immer mehr. Auch als ich den Wendepunkt ein zweites Mal passierte, war der Rückstand noch in etwa gleich. Bei Kilometer 65 bekam ich dann Gesellschaft von einem starken Radfahrer, wobei ich den Blickkontakt halten konnte und bis zum zweiten Wechsel sogar noch aufschliessen konnte. Teilweise trocknete es etwas ab, nur über dem Skiresort hing noch dicker Nebel.

Abschlusslauf über 15Km ~500Hm:
Da ich meine Füsse vor Kälte kaum mehr spürte, gestaltete sich der Wechsel nicht ganz einfach. Der Trail war durch die vielen Athleten nun noch rutschiger und es brauchte doch eine Runde, bis ich meine Füsse wieder spürte. Die grösste Sorge bereitete mir jedoch mein Rücken, da mir dieser höllische Schmerzen bereitete. Jedoch wusste ich auch um meine Stärke auf den abschliessenden Läufen und redete mir immer wieder zu, dass es den anderen Athleten nicht besser ergehen würde. Da auch die Laufrunde zwei Wendepunkte beeinhaltete, konnte ich die Zeitabstände abchecken. Ich war nun auf Rang 2 unterwegs. Kocar hatte einen soliden Vorsprung, jedoch drückten von hinten 4 bis 5 Tschechen enorm. Die Beine fühlten sich gut an, jedoch löste sich die Verkrampfung am Rücken nur langsam und so drohte mir der Verlust des Podiums. Auch nach Runde zwei war der Rückstand auf Kocar noch gleich, was ein gutes Zeichen für meine angeschlagene Pace war. Als ich dann auf Runde drei in den ausgewaschenen Trail einbog, war es um Rang zwei geschehen und ich wurde überholt. Ich versuche schon gar nicht dranzubleiben, sondern fokussierte mich auf das Absichern von Platz drei. Enorm erleichtert war ich, als ich den höllisch steilen Asphaltanstieg erneut gut hochklettern konnte und beim letzten Wendepunkt feststellte, dass der Vorsprung nun reichen sollte. So liess ich es nochmals ordentlich knallen im Downhill und den letzten Anstieg zurück zur Bergstation mit der nahenden Ziellinie löste nochmals zusätzliche Kräfte bei mir frei.

Überglücklich überquerte ich nach einem ultra harten Abnützungskampf nach fast 4 Stunden die Ziellinie auf Rang 3! Tobi machte mit seinem 9. Rang die tolle Schweizer Leistung perfekt bei seinem ersten Langdistanz Duathlon überhaupt! Dem knapp entgangenen zweiten Rang trauerte ich überhaupt nicht nach, auch wenn ich mit leichten Trailschuhen sicherlich besser über diesen Untergrund gekommen wäre. Dafür hat endlich die Radleistung gepasst und ich konnte meine Stärke auf topogaphisch anspruchsvollen Kursen vollends ausspielen.

Nicht nur resultatmässig hat sich der Abstecher nach Tschechien gelohnt. Der Wettkampf wird mit unglaublich viel Herzblut organisiert und die Strecken suchen seinesgleichen. Windschattenfahren ist auf dieser Radstrecke kein Thema, da sie mit den vielen Anstiegen so selektiv gestaltet ist. Nach dem Hel van Kasterlee in Belgien ist der Krusnoman ein weiterer Duathlon im Ausland, der definitiv eine Reise wert ist. Da kommen die (meisten) Powerman Events im Ausland nicht mit....




Montag, 6. Mai 2019

Start der nationalen Duathlonserie im Gürbetal

Nach der Ernüchterung in Alsdorf stellte ich mir einige Male die Sinnfrage hinter meinem Unterfangen und schwankte hin und her, wie der weitere Verlauf der Saison aussehen sollte. Mit etwas Abstand fasste ich wieder Fuss und das Training verlief nach wie vor gut. 

Der Gürbetal Duathlon sollte als Aufbauwettkampf für die bevorstehenden (wichtigeren) Rennen dienen. Zu Beginn konnte ich ich mit diesem Gedanken wenig anfreunden, die harten Einheiten vor dem Wettkampf liefen aber ausgezeichnet und ich wusste um meine Stärke auch mit Vorbelastung eine gute Leistung abrufen zu können. Zudem war ich nicht der einzige, welcher den Wettkampf nicht komplett ausgeruht absolvierte. 

Über das Wetter muss ich hier keine grossen Worte verlieren. Es kam dem aus Alsodorf sehr nahe und war wenig zuträglich um viele Athleten an die Startlinie zu locken. Die Radstrecke war bis auf die Abfahrt grösstenteils trocken und problemlos zu absolvieren. Sehr schade gab sich mit Haller nur einer der Sportgrössen aus dem Bernbiet die Ehre für einen Start im Gürbetal.

Ich fühlte mich gut auf dem Rad und hatte das Gefühl, dass die Pace stimmt. Leider wurde ich schon in Runde zwei von diversen nach mir startenden Athleten überflogen und somit war auch klar, dass das heute wieder eine dürftige Radleistung bedeuten würde. Mental ist es besonders hart, sich dadurch nicht entmutigen zu lassen und weiter das Beste zu geben. Nach zwei sehr guten Jahren auf der Zeitfahrstrecke im Gürbetal war ich heuer mit grossem Rückstand auf dem 9. Rang rangiert und stand ziemlich ratlos da. 

Die Kälte hatte mir ordentlich zugesetzt und so war ich bis hin zum Laufstart damit beschäftigt, dass meine Zehen wieder so weit abschwellen, dass ich überhaupt in meine Laufschuhe kommen würde. Auch das mehrfache konsultieren der Zwischenrangliste machte meinen Rückstand nicht kleiner und so stand ich vor einer aussichtslosen Aufgabe, da es einfach sehr schwierig ist auf der Laufstrecke Boden gut zu machen gegen vorne. 

Da es nichts mehr zu verlieren gab riskierte ich zu Beginn gleich alles und startete enorm schnell. Binnen einem Kilometer hatte ich die 20 Sekunden grosse Lücke auf Lustenberger zugelaufen. Nach einer Runde war ich bereits auf Platz 7 klassiert und war bestrebt die Pace hoch zu halten. Taktieren war heute nicht angesagt und so störte es mich nicht, dass ich die Arbeit im Wind alleine verrichten musste. Nach 2 Runden hatte ich dann Lustenberger und Claes abgeschüttelt und zu Jens aufgeschlossen. Leider konnte er meiner Pace nicht folgen und so machte ich mich auf die Verfolgung von Pfanner. Der Rückstand auf den 5. Rang war dann aber doch zu gross (oder die Strecke zu kurz?) und so lief ich auf dem 6. Rang ins Ziel ein. 

Nach 20 Tagen Training ohne Unterbruch gönne ich mir heute endlich wieder einmal einen kompletten Ruhetag. Weiter geht es am kommenden SA mit dem Krusnoman Langdistanz Duathlon in Tschechien. Hoffentlich bei besserem Wetter und mit besseren Radbeinen!