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Sonntag, 11. September 2022

COCO Schtolle Run

Durch Zufall (danke Instagram Algorithmus!) stiess ich auf den COCO Stollen Run. Sofort war ich Feuer und Flamme als ich die Ausschreibung las. Die Berglaufstrecke im Linthal inklusive dem 600 Meter langen Stollen gespickt mit 1576 Stufen (Steigung von 100%!) sollte mein Saisonabschluss werden.

Mental habe ich den Ausstieg in Zofingen gut verarbeitet. Meine Beine erholten sich jedoch eher zaghaft und so wusste ich bis zum Startschuss um 10.00 Uhr nicht wirklich, was ich rangmässig erwarten durfte. Gestartet wurde in Blöcken, damit sich kein Stau im Stollen bilden konnte. Speziell war ausserdem, dass jeder Läufer eine Stirnlampe tragen musste, da der Stollen nicht beleuchtet war. Ebenfalls eine Premiere für mich!


Die ersten 50 Meter waren flach und danach ging es mit vollem Tempo in die Steigung Richtung Stollen. Noor schlug eine hohe Pace an und Gerhard Schneider und ich folgten ihm. Die ersten knapp 400 steilen Meter waren bereits ein erster Vorgeschmack, was uns im Stollen erwarten würde. Gut 50 Meter vor dem Stollen übernahm ich die Führung, wobei ich dann Schneider vor dem Stolleneingang den Vortritt überlassen musste. Nun hiess es Stirnlampe "on" und ab in den Stollen! Ich heftete mich an die Fersen des ehemaligen Skialpinisten Schneider und nahm Stufe um Stufe. Die Temperaturen im Inneren waren angenehm und der Leuchtkegel der Stirnlampe wies mir den Weg nach oben. Die Lücke nach hinten ging rasch auf und von nun an waren wir zu zweit unterwegs. Im Stollen galt es 300 Höhenmeter zu bewältigen und man konnte das Ende nur erahnen, so steil war es. Im letzten Drittel musste ich Schneider leicht ziehen lassen und büsste bis zum Ende 12 Sekunden ein. 

Komplett mit blauen Beinen stolperte ich ins Tageslicht und nun folgte nochmals ein happiger Anstieg über eine feuchte Wiese. Noch immer hatte ich Blickkontakt zum Führenden und gab die Hoffnung auf den Tagessieg nicht auf. Danach kam ein etwas "flacherer" Abschnitt, wobei ich den Sichtkontakt endgültig verlor. Der Downhill nahte und so galt es nun so schnell wie möglich die gewonnenen 550 Höhenmeter wieder zu vernichten. Auf einem Zick-Zack-Trail ging es rasant in Richtung Tal. Es war höchste Konzentration gefordert, da ich keinen Misstritt riskieren wollte. 

Unten angekommen wartete bis zur Ziellinie nur noch ein flacher Kilometer auf mich. Doch gerade dieser hatte es in sich, da meine Beine nun total hinüber waren. Glücklicherweise hatte ich nach hinten einen beruhigenden Vorsprung und so lief ich nach 38 Minuten 38 Sekunden als zufriedener Zweiter hinter Schneider über die Ziellinie. Wir blieben beide deutlich unter der letztjährigen Siegerzeit für die 8 Kilometer und 550 Höhenmeter. 

Die Veranstaltung ist definitiv einzigartig und der Stollen ist ein Erlebnis der besonderen Art! "Suuri Bei" sind garantiert und gerade dank der clever gewählten Streckenführung ist der Lauf für alle gut zu schaffen. Der Stollen ist übriges nur für den Lauf geöffnet und ansonsten gesperrt. Das Rahmenprogramm mit verschiedenen Food Ständen sowie einer Live Band rundeten den Tag super ab.

Resultate



Montag, 5. September 2022

DNF

Leider musste ich gestern das Rennen nach 10 Kilometer im zweiten Lauf beenden. Meine Beine und der Kopf waren schlicht nicht mehr im Stande, die letzten 20 Laufkilometer zu bewältigen.

Der Auftakt in den Wettkampf gelang nach Wunsch und es sah nach einem guten Tag aus. Die Pace auf dem ansteigenden Startabschnitt war sehr hoch und ich konnte mich im vorderen Teil festbeissen. In der zweiten Runde büsste ich etwas für die hohe Startpace und musste etwas federn lassen. Trotzdem blieb der Rückstand mit knapp 1 Minute 40 Sekunden im Rahmen. 

Auf dem Rad war ich zu Beginn leider alleine unterwegs und konnte erst nach knapp 10 Kilometer auf den Amerikaner Close auffahren. Im Aufstieg Williberg schlossen Petralia und Muffler auf und fortan fand ich Unterschlupf in dieser Gruppe. Der Rückstand auf die Spitze betrug zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 5 Minuten. Leider verlor ich dann bei ca. Kilometer 50 in der Steigung Mühletal den Anschluss  an die Gruppe, welche von hinten unterdessen Zuwachs erhielt. Meine Beine waren zu diesem Zeitpunkt bereits so leer, dass ich mir überlegte, das Rennen bei der nächsten Zieldurchfahrt zu beenden. Da Aufgeben eigentlich nie eine Option sein sollte, versuchte ich es doch noch mit einer weiteren Runde. Das erhoffte Wunder blieb aus und gerade für den Kopf wurde es nun besonders hart. Noch immer hoffte ich aber auf Besserung auf dem abschliessenden Lauf.

                                    © Nicole Rötheli

Nach einer Runde musste ich aber einsehen, dass ich heute die Ziellinie nicht sehen werde. Zu leer war mein Körper und die Aussicht auf eine ansprechende Rangierung war ebenfalls dahin. Ich bin kein Freund von Rennen aufgeben und versuche wann immer möglich trotzdem ins Ziel zu kommen. Heute sah ich keine andere Möglichkeit zu diesem Zeitpunkt. 

Die Enttäuschung hält isch in Grenzen, da ich auf der dritten Velorunde bereits Zeit fand, den Tag zu verarbeiten. Ich fühlte mich wirklich fit und war sehr zufrieden mit meiner Vorbereitung. Die Vorfreude war gross. Obwohl ich nochmals ein paar sehr gute Trainings auf dem Rad hatte, liessen mich meine Velobeine erneut im Stich. 

Herzlichen Dank an alle Supporter am Streckenrand! Ohne die vielen Zurufe und bekannten Gesichter wäre ich bereits viel früher ausgestiegen. Gerne hätte ich euch mehr gezeigt in Form einer guten Leistung auf der Strecke.

Rangliste



Sonntag, 21. August 2022

Sihlseelauf

Nach einem zweijährigen Unterbruch konnte der Sihlseelauf endlich wieder durchgeführt werden. Für mich ein ganz besonderer Wettkampf, da es quasi ein Heimspiel ist. Die neue Strecke schaute ich mir daher bereits im Training einmal an. Neben neuen wunderschönen Passagen war das Profil nochmals etwas anspruchsvoller. Das stetige Auf & Ab verteilt auf 14 Kilometer entsprach genau meinem Geschmack und passte perfekt in die WM-Vorbereitung.

Das Wetter war ebenfalls perfekt und der leichte Regen störte kaum. Das Starterfeld war gut besetzt und mit Flückiger war der Favorit auf den Tagessieg schnell ausgemacht. Dem Tempo der Spitze konnte ich leider nur für einen Kilometer folgen, bevor es dann das Feld auseinanderriss. Flückiger und Ulrich waren vorne weg und ich konnte mich auf Position 4 festbeissen. Auf dem schönen Singletrail in der Schwantenau schien ich wenig später fast den Anschluss an den verbleibenden Podestplatz zu schaffen. Leider verlor ich diesen kurze Zeit später im steilen Anstieg wieder aus den Augen. Der Zug nach vorne schien abgefahren und von hinten liess Schilter nicht locker. Ich schätzte den Abstand auf 15 bis 20 Sekunden, was eigentlich ein solides Polster für die verbleibenden 4 Kilometer darstellte. Mir graute es aber bereits vor der letzten giftigen Rampe 1.5 Kilometer vor dem Ziel, da Schilter am Berg fast nicht zu schlagen ist. In der besagten Passage konnte ich ihn dann tatsächlich auf Distanz halten. Jedoch fehlte mir dann die Kraft auf dem leicht welligen letzten Kilometer und so kam es, wie es kommen musste. Keine 600 Meter vor dem Ziel schloss Schilter die Lücke und mit einem starken Antritt liess er mir nicht die geringste Chance. Somit musste ich mich mit Rang 5 (3. Rang in der Kategorie) zufrieden geben. In Anbetracht der letzten Trainings im Hinblick auf die WM geht die Leistung aber in Ordnung und war ein weiterer guter Reiz.

Am heutigen Sonntag war dann das Zeitfahrvelo an der Reihe. Ziel war es, die 200 Kilometer mit einem Stundenmitteln von 40km/h zu schaffen. Mit über 12 Runden um einen Teil des Sihlsees erreichten wir zu zweit unser Ziel deutlich und ich hatte eine weiter gute Einheit im Sack. 

Rangliste


Samstag, 13. August 2022

Tagessieg am Wägitalerseelauf

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich vor ca. 15 Jahren das erste Mal am Wägitalerseelauf teilnahm. Es war einer meiner ersten Läufe und ich habe im Vorfeld die Runde extra einmal zusammen mit meinem Vater abgelaufen (er hat die Zeit gestoppt), um zu sehen, ob ich die Distanz überhaupt schaffen würde. Zu dieser Zeit war ich auf den Skis unterwegs und bin nur sporadisch im Sommertraining gejoggt. In der Zwischenzeit habe ich den Lauf mehrmals bestritten und auch schon auf dem Podest beenden dürfen. Meine persönliche Bestzeit konnte ich von 55 Minuten auf 45 Minuten senken.

Da ich in diesem Jahr für einmal um diese Zeit nicht im Trainingslager unterwegs war, liess ich mir die Chance auf einen weiteren Start bei perfekten Bedingungen nicht nehmen. Da die Vorbereitung auf die Langdistanz WM anfangs September Priorität geniesst, schob ich am Morgen vor dem Lauf noch eine Radeinheit ein. Bis zum Start um 19.15 Uhr sollte noch genügend Zeit zum Erholen bleiben. Vom schlechten Gefühl beim Einlaufen liess ich mich ebenfalls nicht abschrecken und freute mich auf die bevorstehende Aufgabe bei toller Abendstimmung.

Mein Plan war mich auf den ersten zwei Kilometern zurückzuhalten und mich im Windschatten der anderen Läufer zu verstecken, da starker Gegenwind herrschte. Leider wollte niemand wirklich die Führung übernehmen und so sorgte ich selbst für ein zügiges Tempo, ohne mich bereits auf dem ersten Kilometer abzuschiessen. Bereits bei Kilometer zwei forcierte ich das Tempo weiter und konnte tatsächlich bereits schon eine kleine Lücke reissen. Fortan war ich alleine unterwegs und darum bemüht, dass Tempo konstant hoch zu halten. Gerade der Mittelteil mit dem ständigen Auf & Ab beschäftigte mich im Vorfeld. Die Lücke wurde glücklicherweise immer etwas grösser und ich konnte die Pace auch alleine hoch halten. Mein grösster Gegner war fortan der Wind, welcher immer von vorne kam und mich dazu verleitete, nicht locker zu lassen. Bei Kilometer 11 war ich mir dann sicher, dass mit der Tagessieg heute nicht mehr zu nehmen sein wird und so konnte ich die letzten Meter nochmals geniessen. 


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Mittwoch, 27. Juli 2022

Alp d`Huez Duathlon

Den Alp d`Huez Duathlon hatte ich mir diese Saison dick im Rennkalender angestrichen. Die Vorfreude auf den legendären Anstieg war gross und sollte im Palmares eines Radfahrers nicht fehlen. So habe ich mir extra für dieses Rennen ein leichtes Bergvelo über den Winter aufgebaut, was den Stellenwert des Wettkampfs nochmals verdeutlicht.

Mit der Anreise am Sonntag in aller Früh sollte genügend Zeit bleiben, um sich bestmöglich auf den Wettkampf vorzubereiten. Leider kämpfte ich am Renntag erneut gegen meinen Magen an, welcher partout 8 Stunden vor dem Wettkampf streikte. So musste ich mich zwei Mal übergeben und war hin- und hergerissen, ob ein Start überhaupt möglich sein wird. Da die lange Anreise nicht umsonst gewesen sein sollte und der Start erst um 15.00 Uhr war, machte ich mich per Velo doch noch auf den Weg hinunter ins Tal nach Bourg d`Oisans. Mein Körper bedankte sich für den zusätzlichen Sauerstoff (Bourg D`Oisans liegt auf knapp 700m.ü.M.) und auch das Gel vor dem Start blieb im Magen. Meine Zuversicht stieg!

Für die Besichtigung des Auftaktlaufs über 6.5 Kilometer blieb keine Zeit mehr und so liess ich mich überraschen. Es war wohl auch besser, dass ich nicht gesehen habe, was da auf uns Athleten wartete. Das Gedränge am Start war massiv und ich war wohl noch nie an einem Duathlon mit so vielen Startern (rund 700!). Leider kam ich schlecht weg und verlor trotz der zweiten Startreihe viele Positionen, als die Strecke enger wurde. Das Tempo und die Leistungsdichte war gewaltig und vor lauter Staub konnte man auf der Naturstrasse kaum mehr etwas sehen. Die Strecke war bei Weitem anspruchsvoller als es auf dem Papier aussah und die erste Steigung sorgte für eine erste Zäsur. Mein Magen machte gut mit und trotzdem wollte ich mit meinen Kräften haushälterisch umgehen, da ich wusste, was noch alles folgte. Hinzu kam die Sonne, welche erbarmungslos herunterbrannte und das Thermometer über die 30°C Marke klettern liess. Die Stimmung war fantastisch und so freute ich mich auf die 21 Kehren hoch auf die Alp d`Huez!

Ich war mir sicher, dass mir der Anstieg hoch auf die Alp d`Huez liegen würde und ich dort einige Positionen gegen die laufstarke Konkurrenz gutmachen kann. Die ersten Höhenmeter in der Hitze wurden zur Qual und so dauerte es ein paar Kehren, bis ich meinen Rhythmus fand. Gefühlt lief es mir nun immer besser. Sogar ein zweites Gel konnte ich zu mir nehmen. Leider war es schwierig den Überblick zu behalten und die Rangierung abzuschätzen. Die Stimmung war gewaltig für einen Duathlon und so verflogen die 15 Kilometer mit den 1100 Höhenmeter rasch.

Beim Eintreffen in der Wechselzone war ich dann doch etwas ernüchtert, als ich sah, wie viele Rennräder dort schon standen. Umso mehr wollte ich nun den abschliessenden Lauf auf 1800m.ü.M. dafür nutzen, noch einige Ränge gut zu machen. Die hügelige Runde über 5 Kilometer auf wechselndem Untergrund war wie für mich gemacht und so konnte ich Position um Position gut machen. Schlussendlich konnte ich mich noch auf den 22. Rang vorarbeiten. Nach der Vorgeschichte mit meinem Magen war ich damit gut bedient. Gerade von der Leistung auf dem Rad hätte ich mir deutlich mehr erhofft, was mir heute eine bessere Rangierung verunmöglicht hat. Die Laufleistung war absolut im Rahmen meiner Möglichkeiten. Das Niveau war gewaltig und die Organisation tadellos. Definitiv ein Wettkampf, welcher jeder Duathlet einmal gemacht haben sollte! Vive la France!

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Sonntag, 3. Juli 2022

Zermatt Marathon

Exakt 7 Jahre sind vergangen, als ich das erste Mal an der Startlinie des Zermatt Marathons gestanden bin. Mir war immer klar, dass ich diesen wunderschönen Lauf noch einmal bestreiten wollte, obwohl mir die Strecke bereits damals alles abverlangte und mich an meine Grenzen brachte. Dieses Jahr sollte es also wieder soweit sein. Meine Vorbereitung war alles andere als typisch für einen (Berg-) Marathon. Im Vergleich zu 2015 konnte ich aber den Aletsch Halbmarathon sowie weitere eher längere Läufe in meine Vorbereitung einfliessen lassen. 

Die Atmosphäre am Start um 08.30 Uhr in St.Niklaus war fantastisch und so freute ich mich sehr auf die bevorstehenden 42 Kilometer mit fast 2000 Höhenmeter. Bis zur Halbmarathonmarke in Zermatt wollte ich möglichst effizient durchkommen und trotzdem nicht zu viel Zeit einbüssen. Die ersten 10 Kilometer lief ich gemeinsam in einer Gruppe mit Patrick Wieser (3-facher Gewinner des Zermatt Marathons) und die Beine fühlten sich endlich wieder einmal super an! In den flachen Passagen konnte ich eine gute Pace laufen. Die kurzen, giftigen Anstiege setzen mir aber zunehmend zu und die Kräfte schwanden langsam aber sicher. Die Stimmung in Zermatt war wiederum fantastisch und ein Blick auf die Uhr bestätige mir, dass mein Fahrplan stimmte. Mit einer Durchgangszeit von 1h 26min war ich im Soll und zuversichtlich für den kommenden Anstieg nach Sunegga. Bereits bei meiner Premiere hatte ich schlechte Erinnerungen an diesen Anstieg und auch heute sollte es sehr zäh werden. Bereits die ganze Woche begleiteten mich muskuläre Probleme rund um mein linkes Knie und genau an diesem Anstieg machten sich die Probleme immer wieder bemerkbar. Mein Magen war ebenfalls bedient und so musste es Cola richten. In Sunegga verpflegte ich mich nochmals ausreichend und stolperte in den langen Singletrail. Nun litt ich enorm und musste immer wieder kurze Gehpausen einlegen. Statt nochmals einen Gang hochzuschalten war der Motor fast komplett aus. Das Gelände war nun wieder wellig und flüssig zu laufen. Ich stand leider fast still und sehnte die Ziellinie nur so herbei. 

Auf dem wunderschönen Wanderweg Richtung Riffelalp konnte ich mich wieder etwas fangen und stellte fest, dass es nicht nur mir so erging. Ein afrikanischer Läufer aus der Spitzengruppe explodierte komplett und war nur noch am wandern. Angekommen auf der Riffelalp folgte zum Schluss nur noch der höllisch steile Schlussabschnitt entlang dem Bahntrasse. Genau einen Kilometer vor dem Ziel machten sich die ersten Krämpfe bemerkbar. Jede Bewegung musste nun bewusst gewählt werden, um den totalen Stillstand zu vermeiden. Die kurze Schlaufe Richtung Ziel mit Blick auf das Matterhorn konnte ich dann nochmals geniessen und erreichte die erlösende Ziellinie nach 3h 35min! Mit der Zeit war ich unter diesen warmen Bedingungen und dem Rennverlauf zufrieden. Mit Rang 11 Overall verpasste ich die Top 10 denkbar knapp. Die Enttäuschung war aber nur von kurzer Dauer, da ich im international besetzten Feld der drittbeste Schweizer am heutigen Tag war. Definitiv ein Resultat auf welchem ich weiter aufbauen kann. 

Meine Zeit aus dem Jahr 2015 (die Strecke führt neu von Randa nach Täsch über den Wanderweg und nicht mehr über Asphalt) verbesserte ich um fast 10 Minuten. Nun es Zeit für eine kurze Pause, um dann den zweiten Teil der Saison in Angriff zu nehmen.

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Montag, 20. Juni 2022

Aletsch Halbmarathon

Ursprünglich wäre eigentlich ein Start am Powerman Frankreich oder am Belpathlon geplant gewesen. Mangels wenig gemeldeter Teilnehmer sowie fehlender Motivation suchte ich nach einer geeigneten Alternative. Obwohl der Aletsch Halbmarathon seit 2020 ausgebucht war, konnte ich in letzter Sekunde doch noch einen der begehrten Starplätze ergattern. Die Vorfreude konnte glücklicherweise auch nicht durch die zähe Vorbereitung gebrochen werden. Der Zytturm Duathlon hinterliess seine Spuren und am Donnerstag bekam ich zusätzlich noch ein Dutzend Bienenstiche verabreicht und musste das Lauftraining gefrustet abbrechen. 

Die Temperaturen waren bereits beim Start um 10.00 Uhr auf der Bettmeralp (ca. 1800 M.ü.M.) ordentlich hoch und es sollte in allen Belangen ein heisser Tanz hoch zum Bettmerhorn (2700 M.ü.M.) werden. Den ersten Kilometer konnte ich entspannt hinter Wenk, Mekonen und Leboeuf verbringen. Schnell waren wir aus dem Dorf und der erste kurze Anstieg folgte sogleich. Das Spitzentrio liess ich ziehen und wenig später passierten mich auch noch Epiney und Fux. Leider konnte ich nicht mitgehen und erste Zweifel in mir kamen hoch. Ein Blick auf die Uhr konnte mich etwas beruhigen, da die Pace hoch schien und der Weg ins Ziel noch weit. Bis zum Bettmeralpsee erwartete uns bereits die erste Portion an grandiosen Trails und ich konnte den Sichtkontakt zur Laufspitze halten. Die kurze Kiespassage war schnell vorbei und es ging sogleich weiter mit herrlichen Trails in Richtung Riederalp. Hoch zum Riederfurka wagte ich einen Blick nach hinten und musste feststellen, dass von hinten ein weiterer Läufer im Anflug schien. Der Anstieg hatte es in sich und so war ich froh, als es wieder etwas "flacher" rund um das Riederhorn ging. Wiederum waren wir wieder auf herrlichen Trails unterwegs und ich versuchte jeweils die schnellste Linie zu finden. Der Abstand nach hinten schien komfortabel und auch die Läufer vor mir waren nun ausser Sichtweite. Kilometermässig war die Rennhälfte rasch erreicht, jedoch fehlten noch über 600 Höhenmeter. Die Beine waren bereits stark gezeichnet und die Fusssohlen brannten bei jedem Schritt. Glücklicherweise waren die Trails rund um das Riederhorn grösstenteils im Schatten. 

Ich kam dem berühmt befürchteten Anstieg hoch ins Bettmerhorn immer näher und sehnte die Ziellinie förmlich heran. Beim letzten Downhill riskierte ich nichts mehr und fokussierte mich darauf, den folgenden steilen Anstieg durchlaufen zu können. Cola sei Dank kam ich gut voran und der Abstand nach hinten schien beruhigend. Plötzlich schien sogar noch der 5. Rang in Reichweite, da Fux vor mir im Stechschritt unterwegs war. Tatsächlich kam ich knapp 500 Meter vor der Ziellinie nochmals heran und kämpfte nun sogar um Rang 5. Fux zeigte sich hartnäckig und so waren wir gemeinsam unterwegs in Richtung Gipfel auf 2700 M.ü.M. 

150 Meter vor dem Ziel konnte ich dann nochmals meine letzten Reserven aktivieren und mit einer Tempoverschärfung meinen Kontrahenten stehen lassen. Somit erreichte ich das Ziel komplett ausgepumpt und nahe an Krämpfen auf Position 5 (Kategorie M20+ Rang 2) mit einer Zeit von 1h 46 min. Neben meiner Leistung werden mir die fantastischen Trails sowie das herrliche Panorama in schöner Erinnerung bleiben. Der Aletsch Halbmarathon ist definitiv einer der schönsten (und härtesten) Läufe, welche ich bisher bestritten habe.

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Sonntag, 12. Juni 2022

Schweizermeisterschaft Duathlon

Die Schweizermeisterschaft wurde in diesem Jahr in Zug anlässlich des Zytturm Duathlon über die Standard Distanz ausgetragen. Die flache Strecke rund um den Zugersee gehört definitiv nicht zu meinen Favoriten. Dazu kam, dass ich nach Pfingsten die ganze Woche mit meiner Schulklasse im Klassenlager unterwegs war und das Training zur Nebensache wurde. Trotz schlechten Vorzeichen war ich guten Mutes gestimmt für eine Revanche nach dem enttäuschenden Abschneiden in Viborg. Gerade die beiden guten Leistungen an den Bergläufen sorgten bei mir für Zuversicht.

Leider war dann mein Körper am Renntag nicht wirklich bereit und ich verlor bereits nach rund 1.5 Kilometer den Anschluss an die erweiterte Spitze. Gerade auf der flachen Radstrecke wäre es enorm wichtig gewesen, in einer Gruppe auf das Velo zu wechseln. So wechselte ich nach 10 Kilometer auf Rang 7 und hatte bereits über 50 Sekunden auf die nächste Gruppe verloren. 

Auf der ersten Hälfte der Radstrecke versuchte ich Boden gut zu machen, was wie erwartet alleine nicht gelang. Bei Kilometer 30 bekam ich Gesellschaft von hinten und in einer kleinen Gruppe wechselte ich auf die verbleibenden 5 Laufkilometer. Nach einem schlechten Wechsel musste ich den stark laufenden Sven Altermatt ziehen lassen und konnte erst nach einem Kilometer wieder zu ihm aufschliessen. Schulter an Schulter liefen wir gemeinsam Richtung Ziel und ich musste feststellen, dass meine Beine bereits nicht mehr viel hergaben. Glücklicherweise konnte ich die Zähne nochmals zusammenbeissen und bei Kilometer 3 eine Lücke aufreissen. Schlussendlich erreichte ich das Ziel mit deutlichem Rückstand auf Rang 7.

Bis auf die katastrophalen Wechsel kann ich mir nicht viel vorwerfen. Die Müdigkeit überwog leider und ich bezahlte den Preis für einen zu langsamen Auftaktlauf. Unter diesen Umständen war heute einfach nicht mehr möglich. 

Rangliste



Sonntag, 5. Juni 2022

Uphill Woche

Nach dem enttäusschenden Auftritt am GP nahm ich nach ein paar lockeren Tagen die Vorbereitung für die Duathlon SM (12. Juni in Zug) in Angriff. 
Den Start an der Zugerberg Classic am Mittwochabend wollte ich mir aber nicht entgehen lassen. Leider erwischte mich nach einer intensiven Trainingswoche eine lästige Erkältung. Trotzdem entschied ich mich für einen Start über die Distanz von 6.4 Kilometer mit total 550 Höhenmeter. Die Startschlaufe gelang nach Wunsch und die Beine fühlten sich endlich wieder einmal gut an. Aus einer grösseren Gruppe konnte ich mich bis Platz 4 vorarbeiten und die Lücke aufs Podium schrumpfte zunehmend. Leider zwang mich dann Seitenstechen von Kilometer 4 bis Kilometer 5 in die Knie und so bangte ich auf einmal sogar noch um die Holzmedaille. Im flachen Schlusskilometer konnte ich nochmals etwas zusetzen und Rang 4 mit einer guten Zeit ins Ziel bringen. Im Wissen nicht bei 100 Prozent gewesen zu sein, schaute ich zuversichtlich auf den Rütlischwur Gedenklauf am Sonntag voraus. 


Der Rütlischwur Gedenklauf sollte mit seinen knapp 9 Kilometer und 1000 Höhenmeter besser auf mich zugeschnitten sein. Leider musste der Veranstalter die Strecke aufgrund der angekündigten Gewitter auf ca. 6 Kilometer und 500 Höhenmeter verkürzen. Absolut die richtige Entscheidung, wie man später sah, auch wenn ich sehr gerne den oberen steilen und technischen Abschnitt gelaufen wäre. Somit war ein sehr schnelles Rennen zu erwarten. Meine Beine waren leider nicht mehr so frisch wie am Zugerberg und so musste ich das Spitzenduo nach ca. 1.5 Kilometer ziehen lassen. Dahinter versuchte ich zusammen mit Arnold die Pace hochzuhalten und vielleicht doch noch einmal den Anschluss zu schaffen. Eingangs Seelisberg versuchte ich ihn dann zu distanzieren und kam tatsächlich weg. Bereits am Zugerberg stritten wir uns um den letzten Platz auf dem Podium. Auf dem welligen Schlussabschnitt liess ich nichts mehr anbrennen und machte noch ein paar Sekunden auf Platz 2 gut. Leider war dann der Wettkampf bereits vorbei und ich konnte mich über Rang 3 freuen. 

Im Hinblick auf die SM war die verkürzte Version vielleicht gar nicht so schlecht. 


Montag, 16. Mai 2022

Die schönsten 10 Meilen der Welt

Jahrelang hat mich die Faszination der angeblich 10 schönsten Meilen der Welt kalt gelassen bzw. der Rennkalender sorgte dafür, dass ein Start nie passend war. In diesem Jahr sollte es nun doch noch klappen und ich wurde nicht enttäuscht. Die Stimmung war vom ersten Meter an einfach nur fantastisch und hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Die perfekte Organisation und die unzähligen Zuschauer an fast jedem Ecken der Strecke sorgten dafür, dass mir dieses Lauferlebnis trotz durchzogener Leistung in guter Erinnerung bleiben wird. 

Nach dem enttäuschenden Abschneiden in Viborg lag der Fokus auf der Regeneration. Dies gelang in der Theorie nicht schlecht und so war ich zuversichtlich für meine GP Premiere am Samstag um 16.00 Uhr gestimmt. 

Leider musste ich auch heute feststellen, dass das mit dem guten Laufgefühl wohl Wunschgedanke bleiben wird. Die ersten drei Kilometer inklusive dem berühmt berüchtigten Aargauerstalden downhill gelangen zwar nach Wunsch was die Pace betraf, danach war es ein Sterben auf Raten.

Im Dählhölzliwald bei ca. Kilometer 6 hätte ich am liebsten die Segel gestrichen und dem Leiden ein Ende gesetzt. Dank den vielen Zuschauern fand ich dann doch noch zu neuen Kräften und Abschnittsweise ging es wieder etwas besser voran. Die sommerlich warmen Temperaturen sorgten für eine erste Hitzeschlacht und so war kühlen mit viel Wasser an den Verpflegungsposten Pflicht. Nach 57 Minuten und 8 Sekunden konnte ich dem Leiden ein Ende setzen und erreichte das Ziel auf dem 22. Rang. Neben der bescheidenen Zeit war das Laufgefühl die grösste Enttäuschung. 


Sonntag, 8. Mai 2022

Déjà-vu

Rang 23, weit abgeschlagen am Ende des Elite-Feldes. Das ernüchternde Ergebnis der Mitteldistanz WM in Dänemark. Wenig passte zusammen und meine Leistung war nicht annähernd WM würdig.

Ich glaubte im Vorfeld fest daran, dass ich eine realistische Chance auf ein top (ten) Resultat haben kann. Mein Gefühl passte und auch der Umstand, dass ich am Freitagabend aus unerklärlichen Gründen erbrechen musste, konnte daran nichts ändern.

Von meinen Fortschritten im Laufbereich war im Auftaktlauf wenig zu sehen und ich war bald am Ende des Feldes anzutreffen. Das Niveau war sehr hoch, der Kurs anspruchsvoll und eigentlich auf mich zugeschnitten, doch die (Tages-)Form nicht konkurrenzfähig. Zu diesem Zeitpunkt hoffte ich aber noch immer auf den Radpart. 

Auf dem Rad das selbe Bild. Der flache Radkurs mit vielen Wellen war sicher nicht zu meinem Vorteil. Den Schnellzug mit Lustenberger konnte ich nicht nutzen, da schlicht nicht genug Power da war, um über die langen Geraden hohe Wattzahlen zu drücken. So spulte ich alleine auf dem windigen Radkurs die Kilometer ab und büsste unheimlich viel Zeit ein. 2019 in Alsdorf erging es mir auf einem ähnlichen Streckenprofil genau gleich. Weit abgeschlagen erreichte ich T2. Die Wattzahlen im Keller, die Ernüchterung auf dem Höhepunkt. 

Die ersten vier Kilometer des zweiten Laufs verliefen zu Beginn viel versprechend, bis mich Seitenstechen zu einer Gehpause zwang. Nach einer kurzen Pinkelpause konnte ich mich nochmals fangen und die Pace wieder erhöhen. Ganz bitter, wäre doch wenigstens noch eine ansprechende Zeit im Abschlusslauf drin gelegen. 

Was bleibt? 
Nach 2019 (Alsdorf) wurde mir erneut schonungslos aufgezeigt, dass ich schlicht nicht über nötige Niveau verfüge, um über dieses Format ein zählbares Resultat einzufahren. Das Kapitel Mitteldistanz EM/WM ist für mich endgültig abgeschlossen. Der Aufwand hat sich leider nicht bezahlt gemacht. 

Aus Schweizer Sicht sorgten die Frauen mit Melanie Maurer (Weltmeistertitel) und Sarah Frieden (Bronze) für das Highlight in Viborg!

Sonntag, 10. April 2022

Rotseelauf

Die misslichen Bedingungen am GP Dübendorf sollten für mich ein Nachspiel haben, da ich mir tatsächlich auch noch eine lästige Erkältung einfing. Somit war wieder eine ganze Woche Training verloren. Am Freitagnachmittag fühlte ich ich dann endlich wieder etwas besser und somit sollte einem Start am Rotseelauf nichts mehr entgegen stehen. 

2015 startete ich letztmalig in Ebikon über die 10 Kilometer um den Rotsee. Ähnlich wie in Dübendorf war die Strecke nicht super schnell, sondern mit einigen Anstiegen gespickt, was jeweils den Rhythmus  brach. Wettertechnisch sollte auch dieser Wochenendausflug kein Highlight werden. Bereits beim Einlaufen wechselte der Regen kurzzeitig in Hagel.

Ich startete kontrolliert, da ich nicht genau abschätzen konnte, wie fit ich am heutigen Tag wirklich wieder sein würde. Gutknecht setzte sich dann nach einem schnellen ersten Kilometer leicht ab und Ammann versuchte die Lücke zu schliessen. Nach der Startrunde konnte ich dann die entstandenen Lücke zu den beiden Führenden fast wieder schliessen, ohne selbst zu viele Kräfte zu verbrauchen. Bei ca. Kilometer 4.5 schaffte ich dann tatsächlich nochmals den Anschluss an die beiden Spitzenläufer. Leider setzte nun wieder der Schneeregen ein und meine Beine kühlten langsam aber sicher immer stärker aus. Bei Kilometer 8 musste ich eine kleine Lücke aufgehen lassen zu meinen Konkurrenten, wobei ich in den giftigen, kurzen Rampen vor dem Ziel den Abstand nochmals etwas verkleinern konnte. Trotz einem guten Finish kam ich dann nicht mehr ganz heran und beendete das Rennen nach 33.37 Minuten auf dem guten 3. Rang mit wenig Rückstand auf den Tagessieger. Noch wichtiger war aber das gute Laufgefühl während dem Wettkampf. 




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Sonntag, 3. April 2022

GP Dübendorf

Eigentlich wollte ich bereits am Männedörfler Waldlauf wieder in das Renngeschehen eingreifen. Leider verhinderten muskuläre Probleme im linken Oberschenkel dieses Unterfangen und so musste ich gezwungenermassen einige Tage das Lauftraining auf Eis legen. Glücklicherweise konnte ich dann diese Woche wieder fast ohne Einschränkungen laufen und das Training wieder hochfahren.

Die Zürilauf Cup Serie bietet nach wie vor eine super Gelegenheit für harte Lauftrainings. Die Läufe sind perfekt organisiert und die Strecken sind jeweils sehr abwechslungsreich. In Dübendorf waren 10 Kilometer ausgeschrieben, welche in der Realität wohl eher 10.1 Kilometer waren. Die Streckenführung ist dabei nicht sonderlich schnell, da doch einige wellige Passagen auf den zwei Laufrunden vorhanden waren. Die Kiespassagen machten dafür die Strecke abwechslungsreich und das gute Starterfeld sollte für eine weitere Standortbestimmung sorgen. Nur das Wetter liess zu wünschen übrig, da der Winter in der Schweiz sein Comeback feierte.

Die tiefen Temperaturen waren dann während dem Wettkampf weniger problematisch als gedacht. Nach dem Startschuss wurde einem sowieso rasch warm und ich fand schnell in einen guten Rhythmus. Rasch konnten sich T-Roy und Mekonen absetzen und dahinter sollte es lange eng zu und her gehen. In den kurzen Aufstiegen fühlte ich mich gut, büsste jedoch in den Downhills und musste um den Anschluss an die Gruppe rund um Hutterli & Co kämpfen. Vor Rennhälfte schafften wir fast den Anschluss an die Gruppe, welche noch um Rang 3 kämpfte. Leider nur fast, da ich danach die angeschlagene Pace nicht mehr ganz halten konnte und die Lücke nach vorne wieder aufging. Gemeinsam mit Moser versuchte ich, die Pace hoch zu halten und die Verfolger nicht näher kommen zu lassen. Nun merkte ich langsam die Kälte und das Atmen fiel mir sichtlich schwerer als zu Rennbeginn. Dank einem schnellen letzten Kilometer schaffte ich fast noch den Anschluss zum Finnen Roppo Pekka und konnte die Verfolger auf Distanz halten. Bei 33.51 Minuten stoppte die Zeit, was zu einem 7. Rang am heutigen Tag reichte. Aufgrund der vergangenen schwierigen Tagen geht die Leistung in Ordnung, auch wenn ich mir etwas mehr erhofft hätte, aufgrund meiner Trainingsleistungen.


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Samstag, 19. Februar 2022

Bremgarter Reusslauf - Zurück in die Normalität!

Knapp eine Woche vor dem nächsten Trainingslager bot der Bremgarter Reusslauf eine perfekte Möglichkeit, den aktuellen Formstand zu prüfen. Die Lockerungen des Bundesrates kamen ebenfalls zu einem idealen Zeitpunkt und so konnte der Lauf schon fast wieder ganz normal durchgeführt werden. Die schöne Altstadt von Bremgarten sowie der Zielleinlauf über die Holzbrücke haben ihren ganz besonderen Charme, was die Vorfreude bei mir zusätzlich steigerte.

Obwohl ich mich in der Rennwoche alles andere als gut fühlte, konnte ich pünktlich zum Renntag hin den Schalter umlegen. Bereits beim Aufstehen merkte ich, dass heute doch noch etwas gehen könnte. Das Wetter zeigte sich ebenfalls von seiner frühlingshaften Seite und die Temperaturen lagen im Idealbereich für schnelle Zeiten auf der 11 Kilometer langen Strecke. Wie gewohnt war das Starterfeld enorm stark besetzt, was zum Vorteil hatte, dass man mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Gruppe zum Mitlaufen finden würde.

Dank der breiten und übersichtlichen Startpassage war das Gedränge von kurzer Dauer und das grosse Elitefeld wurde pünktlich um 13.10 Uhr losgeschickt. Ich wollte mich bewusst auf den ersten 4 Kilometer zurückhalten, um gut in den Wettkampf zu finden. Das Tempo meiner Gruppe sackte dann leider bereits bei Kilometer 2 merklich zusammen und ich sorgte nun selbst dafür, dass wir den Sichtkontakt zur vorderen Gruppe halten konnten. Gemeinsam mit Keinath und Leibundgut konnten wir uns von der grossen Gruppe lösen und fortan gemeinsam das Tempo hochhalten. Ich fühlte mich sehr gut und die angeschlagene Pace war verheissungsvoll. Gerade in den windanfälligen Abschnitten war es enorm wichtig, nicht alleine unterwegs zu sein und voneinander profitieren zu können. Bei Kilometer 7 setzte sich dann Keinath nach vorne ab und ich kämpfte um den Anschluss. Die grosse Gruppe vor uns zersprengte es ebenfalls und die Läufer rückten wieder in mein Sichtfeld. Im leicht welligen Schlussabschnitt konnte ich dann meinen Begleiter abschütteln und mit einem guten Finish erreichte ich das Ziel mit einer Zeit von 36`29 Minuten (3.18min/km) auf Rang 22. In Anbetracht des starken Feldes sowie meinem Formaufbau für die kommende Duathlonsaison ist es ein Resultat, auf welchem ich weiter aufbauen kann.

Rangliste

Sonntag, 30. Januar 2022

Saisoneinstieg am Reppischtallauf

Der Reppischtallauf in Stallikon war nach der kurzfristigen Absage im 2021 wieder in meinen Fokus gerückt. Gerade im Januar und Februar sind Startgelgenheiten rar gesät und der Reppischtallauf mit knapp 8 Kilometer kam da gerade richtig. Die Strecke ist wellig und daher sehr hart, da der Rhythmus immer wieder gebrochen wird. Dazu kommen viele Richtungswechsel auf verschiedenem Untergrund.

Mit knapp 7°C war das Wetter perfekt und ein Grossteil der Strecke sogar trocken ohne eisige Passagen. Mit Mathys am Start war der Tagessieg bereits zu Beginn mit hoher Wahrscheinlichkeit vergeben und er liess bereits auf der knapp 2 Kilometer langen Startrunde keine Zweifel daran aufkommen. Dahinter stritt ich mich mit Arnold, Kostyuchenko und Zehnder um die verbleibenden Plätze. Leider verpasste ich nach der Startrunde den Schnellzug nach vorne zu Zehnder und Arnold durch Kostyuchenko, was ich auf der Fläche büsste. In der Gruppe wäre es definitiv besser gerollt. Von hinten drohte keine Gefahr und so hoffte ich, auf dem Rückweg meine Stärke am Berg ausspielen zu können. Insgeheim hoffte ich auf einen Einbruch meiner Gegner und trieb mich an, nicht locker zu lassen. Ich kam tatsächlich wieder etwas näher und Zehnder schien in Reichweite zu liegen. Leider büsste ich in der Downhillpassage erneut leicht an Boden ein und ein guter Finish brachte nicht mehr als Rang 5 ein. Die Abstände nach vorne waren gering und der Schwerpunkt im Training liegt im Moment noch an einem anderen Ort. Es bleibt also noch etwas Zeit, um die fehlenden Sekunden auf meine Seite zu bringen. 

Rangliste