Sonntag, 27. September 2026

Trailrun Graubünda

Nach dem erfolgreichen Arosa Trailrun wollte ich das perfekte Wetter nochmals bestmöglich für das Training und schöne Runden zu Fuss nutzen. So trainierte ich unter der Woche nochmals spezifisch, arbeitete am Speed in der Fläche und verbrachte das Wochenende in den Bergen. Die Form war nach wie vor da und so freute ich mich auf meine erstmalige Teilnahme in der Lenzerheide anlässlich des Speed Trails über 26 Kilometer mit knapp 1600 Höhenmetern.

Gestartet wurde um 10.30 Uhr in der Biathlon Arena bei perfektem Wetter. Alle Distanzen gingen gemeinsam auf die Strecke und besonders cool war zu sehen, wie die ganz jungen Läufer zu Beginn für eine hohe Pace sorgten. Nach knapp 1,5 Kilometern übernahm ich die Spitze und schlug ein kontrolliertes Tempo an. Beim ersten richtigen Uphill konnte ich mich bereits leicht absetzen.

Der erste Teil des langen Anstiegs auf das Parpaner Rothorn war höllisch steil. So steil, dass ich nach knapp 500 Höhenmetern zu marschieren begann. Der Anstieg würde noch lange dauern und meine Waden würden es mir später danken. Meine Verfolger waren mittlerweile nicht mehr zu sehen und so war ich mir sicher, dass die Pace passte.

Nach knapp fünf Kilometern zeigte die Streckenmarkierung plötzlich nach links. Die Markierungen schienen eindeutig, mein GPX-Track auf der Uhr führte jedoch nach rechts. Innerhalb von Sekunden entschied ich mich, den Markierungen zu folgen. Nach weniger als 300 Metern wurde ich jedoch unsicher und entschloss mich umzukehren, da mir der Streckenverlauf eher nach der 13-Kilometer-Strecke aussah. Mit einem unguten Gefühl lief ich zurück und folgte von nun an dem GPX-Track auf meiner Uhr. Es sollte sich später als die korrekte Entscheidung herausstellen.

Weitere Streckenmarkierungen blieben jedoch aus und ich begann zu zweifeln. Wurde die Strecke kurzfristig angepasst? Mache ich gerade einen Umweg? Sehe ich auf der anderen Seite gleich meine Konkurrenten an mir vorbeiziehen? Hinter mir war ebenfalls niemand mehr zu sehen und auch die entgegenkommenden Biker und Wanderer wussten nichts von Streckenmarkierungen.

Spätestens beim Rothorn sollten wieder Markierungen zu sehen sein und so fokussierte ich mich darauf, meinem GPX-Track zu folgen. Oben angekommen sah ich tatsächlich den Verpflegungsposten sowie die Zeitmessmatte. Etwas desorientiert lief ich knapp neben der Matte durch und erkundigte mich bei den Helfern, ob ich der führende Athlet sei, was mir bestätigt wurde. Die Zeitmessung löste dadurch allerdings nicht aus, wie ich später von mehreren Leuten erfahren musste.

Ich war nun vor allem erleichtert, da ich davon ausging, endlich wieder auf einem markierten Kurs unterwegs zu sein. Den richtigen Weg hinunter ins Tal liess ich mir von den Helfern zeigen. Wenig später musste ich jedoch feststellen, dass weiterhin keinerlei Markierungen angebracht waren. So lief ich weiterhin nach meiner Uhr. Erst knapp fünf Kilometer vor dem Ziel tauchten wieder Streckenmarkierungen auf. Meine Energiereserven und vor allem meine Nerven waren nach über zwei Stunden langsam aufgebraucht und so sehnte ich die Ziellinie immer mehr herbei.

Nach 2 Stunden und 35 Minuten überquerte ich schliesslich doch noch als Sieger die Ziellinie nach einem turbulenten Tag. 


 

Rangliste 

Dienstag, 15. September 2026

Arosa Trailrun

Bereits zum vierten Mal nahm ich am Arosa Trail über die 22-Kilometer-Distanz teil. Als Sieger der beiden Vorjahre war mein Ziel klar: Ein weiterer Sieg auf einer meiner Lieblingsstrecken sollte her. Für starke Konkurrenz war jedoch gesorgt und so erwartete ich einen engen Kampf um die Podestplätze.

 


Der Spätsommer zeigte sich erneut von seiner besten Seite und die Bedingungen hätten am Renntag kaum besser sein können. Bereits beim Start um 9.00 Uhr waren die Temperaturen angenehm warm. Von Beginn an schlug Marco Wildhaber eine hohe Pace an und ich versuchte, ihm zu folgen. Leider musste ich ihn früher als erwartet ziehen lassen und bereits beim Seilpark ging eine erste Lücke auf. Meine Beine fühlten sich nicht so gut an wie in den vergangenen Wochen. Deshalb versuchte ich, ruhig zu bleiben und meinen eigenen Rhythmus zu finden. Die Pace schien dennoch hoch zu sein, denn auch hinter mir öffnete sich eine kleine Lücke zum Verfolgerfeld.

Den Sichtkontakt zu Marco konnte ich weiterhin halten, was mir half, das Tempo hochzuhalten. Dennoch musste ich mir an diesem Tag jeden Meter hinauf zum Bergpreis auf dem Weisshorn hart erarbeiten. Lockerlassen lag nicht drin, denn mein Vorsprung auf die Verfolger betrug weiterhin weniger als eine Minute. Ein kurzer Blick auf die Uhr auf dem Weisshorn zeigte mir jedoch, dass ich trotz des mässigen Laufgefühls schnell unterwegs war.

Es galt, keine Zeit zu verlieren und so stürzte ich mich direkt in den ersten Downhill. Den anschliessenden Gegenanstieg zum Hörnli konnte ich sauber durchlaufen. Ein Blick zurück zeigte mir, dass der Abstand nach hinten mittlerweile beruhigend gross geworden war.

Es folgten noch ein steiler Gegenanstieg sowie der langgezogene Rückweg nach Arosa. Mein Magen machte sich besonders in den Downhillpassagen immer wieder bemerkbar und zwang mich dazu, mich etwas zurückzuhalten. Knapp zwei Kilometer vor dem Ziel realisierte ich dann, dass erneut eine Zeit unter zwei Stunden möglich war. Einen Kilometer vor der Ziellinie wurde mir sogar klar, dass eine neue persönliche Bestzeit drinliegen könnte. Also zog ich nochmals durch und unterbot meine bisherige Bestzeit aus dem Jahr 2020 um mehr als zwei Minuten.

Das kam für mich doch etwas überraschend, denn während des gesamten Rennens fühlte ich mich nie wirklich top. Umso erfreulicher ist die Erkenntnis: Die Form scheint definitiv zu stimmen.


 

Rangliste


 

Samstag, 5. September 2026

Etzel Challenge

Die Etzel Challenge als mein Heimrennen hatte auch in diesem Jahr einen hohen Stellenwert für mich. So legte ich zusammen mit meinem Coach im Training den Fokus vermehrt auf kürzere Einheiten, um wieder etwas an Speed dazuzugewinnen. Es war spannend zu sehen, wie mein Körper auf die Umstellung von sehr langen Belastungen zurück zu kurzen, hochintensiven Einheiten reagieren würde.

Die Bedingungen am Start um 18.15 Uhr waren erneut ideal und der Spätsommer zeigte sich von seiner besten Seite. Das Rennen wurde in diesem Jahr eher zurückhaltend eröffnet,und so war ich es, der nach wenigen Metern für eine zügige Pace sorgte. Meine Führung war allerdings nach knapp 400 Metern bereits Geschichte. Gossauer zog an mir vorbei und sollte das Rennen erneut mit einer sehr schnellen Zeit für sich entscheiden.

Dahinter blieb das Feld eng beisammen und ich fühlte mich auf dem ersten, eher «flachen» Teil ausgezeichnet. Der steile Firstweg sollte für eine erste Zäsur sorgen und so hielt ich das Tempo in der steilen Rampe bewusst hoch. Schilter zog jedoch an mir vorbei und ich forcierte ebenfalls nochmals das Tempo. Ein weiterer Athlet ging mit und nun musste ich zum ersten Mal ordentlich beissen. Wenig später war ich der einzige Verfolger, während mein Begleiter seinem Effort Tribut zollen musste.




In den flacheren Abschnitten konnte ich den Abstand zu Schilter nochmals leicht verringern, kam aber nicht mehr entscheidend näher. Von hinten drohte ebenfalls keine Gefahr mehr und so durfte ich mich im Ziel über den dritten Rang und eine gute Zeit von 38 Minuten und 30 Sekunden freuen.

Die Form passt definitiv und so freue ich mich auf die noch anstehenden Trailwettkämpfe.