Donnerstag, 7. Mai 2026

Auf & ab...

Eigentlich hätte meine Saison bereits Ende März starten sollen. Nach einer sehr guten Trainingsphase zwangen mich jedoch erneut Probleme mit der Wade zu einer Laufpause. Der Zeitpunkt hätte kaum bitterer sein können, fühlte ich mich doch in ausgezeichneter Verfassung für den Berghalbmarathon Hohe Winde sowie den Zürich Halbmarathon. In dieser Zeit plagten mich viele Selbstzweifel und meine Geduld wurde hart auf die Probe gestellt.

Dank der guten Wetterbedingungen konnte ich immerhin aufs Rad oder auf die Tourenski ausweichen und so zumindest meine Grundfitness erhalten. Dennoch war da stets der Gedanke im Hinterkopf, dass ich eigentlich Kilometer und Höhenmeter für den bevorstehenden Transvulcania Ultramarathon sammeln müsste. Die Zeit wurde knapp, weshalb ich beim Wiedereinstieg umso vorsichtiger vorging mit dem klaren Ziel, auf La Palma wieder normal trainieren zu können.

Mein Plan schien zunächst aufzugehen und auch die Form war den Umständen entsprechend ordentlich. Umso härter traf es mich dann am ersten richtigen Trainingstag auf La Palma: Plötzlich kämpfte ich auf der anderen Seite erneut mit muskulären Problemen und musste das Training abbrechen. Der Wettkampf rückte scheinbar in weite Ferne und für mich brach erneut eine Welt zusammen. Glücklicherweise stellte sich die Situation als weniger schlimm heraus als zunächst befürchtet. Die Wade erholte sich rasch und ich konnte doch noch einige schöne Läufe auf der Strecke absolvieren.

Deshalb blicke ich inzwischen wieder etwas zuversichtlicher nach vorne und hoffe, es am Samstagmorgen um 6.00 Uhr an die Startlinie zu schaffen. Ob es am Ende auch bis ins Ziel reicht, wird sich zeigen. Trotz aller Unsicherheiten ist die Vorfreude riesig. Ich werde wie immer alles geben. Vamos.

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Vorbericht I Run Far

  



Donnerstag, 12. Februar 2026

2026

Lange ist es her seit dem letzten Eintrag auf meinem Blog. In Zeiten von Social Media habe ich mir schon öfter die Frage gestellt, ob ich den Blog in Zukunft überhaupt weiterführen soll.

Das Jahr endete, wie es begann: Wadenprobleme hinderten mich am Laufen. Nach Weihnachten setzte mich zudem ein heftiger Magen-Darm-Infekt für eine Woche ausser Gefecht. Dabei wurde mir erneut bewusst, wie sehr ich die Bewegung schätze und wie viel innere Zufriedenheit sie mir gibt. Die Probleme mit der Wade scheinen inzwischen unter Kontrolle zu sein, und ich hoffe sehr, dass ich sie nun endgültig in den Griff bekomme. Positiv ist, dass ich nur wenig an Form verloren habe. Ausserdem war es spannend zu sehen, wie schnell man zur alten Form zurückfinden kann, wenn wieder Konstanz ins Training kommt.

Meine Planung für die erste Saisonhälfte ist nun endlich aufgeschaltet und ich freue mich sehr darauf, die Vorbereitung auf diese Wettkämpfe in Angriff zu nehmen. Es sind einige neue Wettkämpfe dazugekommen, aber auch altbewährte bleiben im Programm.

Ein grosser Dank geht an meine Supporter, die mir auch im kommenden Jahr zur Seite stehen.


Sonntag, 2. November 2025

Saisonabschluss im Tessin

Da ich doch noch einiges in mein Training investiert hatte im Herbst, wollte ich die Saison mit einem längeren Rennen abschliessen. Bedingt durch die Wadenprobleme seit Juli startete ich vor allem auf kürzeren Distanzen und der Scenic Trail lag ebenfalls bereits einige Monate zurück. Es sollte erneut ins Tessin gehen und anlässlich der RunThrough Trails Serie weckte der Marathon in Ascona - Locarno mein Interesse. Bereits im Oktober in den Ferien konnte ich diverse Streckenabschnitte anschauen und war begeistert von den Trails rund um den Pizzo Leone.

Es sollte eine nasse Angelegenheiten werden, da es fast über die ganze Renndauer immer wieder regnete. Glücklicherweise waren die Temperaturen sehr angenehm, als wir um 8.00 losgeschickt wurden. Die ersten 2.5 Kilometer waren dann auch die unattraktivsten: Mehrheitlich flach ging es in Richtung Ascona. Die Spitze blieb zusammen und so bog eine grössere Gruppe in den ersten kurzen Anstieg ein. Wenig später konnte ich mich mit einem anderen Athleten leicht absetzen. Das Tempo war eher an der oberen Grenze für mich und trotzdem wollte ich dranbleiben. Umso erstaunter war ich wenig später, als er auf einem flachen Abschnitt Tempo raus nahm und mich ziehen liess, obwohl ich die Pace nicht forcierte. Von nun an war ich alleine vorne weg und schlug ein kontrolliertes Tempo an. Umso erstaunter war ich kurz vor dem Ende des ersten langen Anstieges, als ein anderer Läufer zu mir aufschloss. Bis zum ersten längeren Downhill war es nicht mehr weit und so investierte ich nochmals einiges an Energie, um dran zu bleiben. War ich doch etwas zu gemütlich unterwegs oder überpacte mein Konkurrent den Aufstieg komplett? Umso erstaunter war ich, als ich im Downhill die Lücke wieder aufreissen konnte und erneut alleine in Führung ging. Ich rechnete jedoch damit, dass er im folgenden Anstieg wieder aufschliessen würde. Zu meinem erstaunen kam jedoch niemand und so war ich weiterhin solo unterwegs. Die Strecke war sensationell gut markiert und trotzdem kam es zu einer kleinen Unsicherheit, da plötzlich mein Track auf der Uhr nicht mehr mit den Markierungen übereinstimmte (via Mail wurden wir über diese Änderung am Vorabend informiert. Leider landete es im Junk...). So lief ich ein paar Meter zurück, um auf Nummer sicher zugehen, bevor der langgezogene Downhill nach Termini folgte. Diese Passage war durch den Regen sehr anspruchsvoll und ich hatte einmal grosses Glück, als ich fast auf einem Stein ausrutschte. In extremis konnte ich mich gerade noch auf den Füssen halten zwischen nassen Wurzeln und Steinen.

Nun folgten die letzten 600 Höhenmeter hoch zum Pizzo Leone. Der Blick zurück verhiess nichts gutes. Von hinten kam ein Läufer immer näher und bei Kilometer 25 war es leider soweit. Meine Führung war Geschichte und ich versuchte mit aller Kraft dranzubleiben. Fast bis zum höchsten Punkt konnte ich den Sichtkontakt halten, bevor ich dann im dichten Nebel meinen Konkurrenten aus den Augen verlor. Bei der Verpflegung wurde mir 2 Minuten Rückstand gemeldet und mir war klar, dass ich diese Lücke vermutlich nicht mehr schliessen werde.

Nun ging es mehrheitlich bergab und ich fühlte mich muskulär immer noch gut. Auf einmal erblickte ich tatsächlich den Führenden wenige Meter vor mir. Kann ich tatsächlich das Blatt nochmals wenden? Meine Aufholjagd stoppte jedoch ziemlich rasch, als ich unglücklich an einem Ast hängen blieb und mit dem Boden Bekanntschaft machte.. Wenig später hatte ich nochmals riesen Glück, als ich mich bei einer nassen Holzbrücke fast überschlug. So war ich froh, als ich wieder Asphalt unter meinen Füssen hatte für die letzten 2.5 Kilometer.

Die letzten Meter der Saison 2025 konnte ich nochmals in vollen Zügen geniessen und mit einer Zeit von 4h 24min war ich schneller, als ich im Vorfeld erwartet hatte. Es war ein schwieriges Jahr mit vielen Rückschlägen und Trainingsunterbrüchen. Umso mehr freue ich mich, dass ich zum Saisonende hin nochmals Wettkämpfe bestreiten konnte. Ausserdem konnte ich nochmals ein paar wichtige Erkenntnisse dazu gewinnen, welche mir hoffentlich bei den kommenden Rennen helfen werden. 


Rangliste