Donnerstag, 4. Juni 2026

Zugerberg Classic

Eigentlich war der Start an der Kreuzegg Classic fest eingeplant. Ich verzichtete jedoch auf das Rennen, da ich nach der Entlastungswoche nach dem Transvulcania dringend wieder einige gute Trainingseinheiten absolvieren wollte. Es folgte tatsächlich eine sehr gute Trainingswoche und mein Plan schien aufzugehen. Nicht eingeplant war allerdings, dass ich danach krank werden würde. So krank, dass ich mehrere Tage das Training aussetzen und meinem Körper die nötige Ruhe geben musste. Die zweitägige Schulreise am Montag und Dienstag mit wenig Schlaf trug ebenfalls nicht wirklich zur Erholung bei. Da ich mich bei der Aktivierung am Vortag jedoch gut fühlte, war für mich klar, dass ich einen Start an der Zugerberg Classic wagen würde.

Nach 2022 und 2024 sollte es mein dritter Start in Zug werden. Die familiäre Stimmung sowie die kurze, aber sehr harte Strecke mit 6,5 Kilometern und knapp über 500 Höhenmetern gefallen mir besonders. Das Wetter spielte ebenfalls mit und bei idealen Temperaturen wurden wir um 19.00 Uhr auf die Strecke geschickt. Der erste Kilometer wurde gefühlt extrem schnell angelaufen und ich sortierte mich auf Position 6 ein. Als die eigentliche Steigung begann, schloss ich rasch zu Arnold auf und gemeinsam konnten wir die Verfolgung der beiden Spitzenläufer aufnehmen.

Die Positionen schienen sowohl vor als auch hinter uns bezogen zu sein und so ging es um den verbleibenden Podestplatz. Gerade in den steilsten Abschnitten erhoffte ich mir einen kleinen Vorteil. Nach knapp 3,5 Kilometern wurde die Lücke zu Arnold jedoch grösser und ich musste ihn ziehen lassen. Der Abstand blieb konstant bei wenigen Sekunden und so hoffte ich natürlich, im oberen Teil nochmals zusetzen zu können. Das Atmen fiel mir jedoch sichtlich schwer und auch die Wadenmuskulatur zeigte erste Ermüdungserscheinungen. Beim Einbiegen auf den letzten, eher flachen Schlusskilometer war dann klar, dass ich heute zum dritten Mal mit dem 4. Rang vorliebnehmen musste.

Mit dem Rang und der Zeit kann ich unter diesen Umständen einigermassen leben. Mir war wichtig, endlich wieder ins Renngeschehen eingreifen zu können. 

Rangliste 

Donnerstag, 14. Mai 2026

Transvulcania Ultramarathon

Was für ein Tag! Was für Emotionen! Lange war ich unsicher, ob ich es überhaupt an den Start schaffen würde und nun konnte ich sogar erfolgreich finishen. Aber alles auf Anfang.

Der Wecker klingelte am Renntag bereits um 3.00 Uhr. Um kurz nach 5.00 Uhr wurden wir mit dem Bus am Hotel abgeholt und an den Start beim Leuchtturm in Fuencaliente gebracht. Dort sorgte der Speaker bereits ordentlich für Stimmung und schon beim Einstehen profitierten wir vom exzellenten Service für die Elite-Athleten und wurden ganz vorne reingelassen. Ein sehr spezieller Moment, standen doch neben mir die Topshots der Szene mit Sinclair, Engdahl, Dhinam und vielen weiteren Athleten, die ich sonst nur aus meinem Instafeed kenne.

Mein Ziel für den Wettkampf war der Finish und ich war mir auch am Rennmorgen unsicher, ob dies mit den muskulären Problemen in den Waden möglich sein würde. Deshalb startete ich bewusst verhalten und hikte schon früh in den ganz steilen Passagen um die Waden zu entlasten. Die ersten sieben Kilometer mit 700 Höhenmetern hoch nach Los Canarios waren in knapp 45 Minuten geschafft und mein Gefühl passte. Der Blick zurück mit all den leuchtenden Stirnlampen war einfach nur gewaltig.

Es dämmerte langsam und nun durften endlich auch die Stöcke zum Einsatz kommen. Da die Strecke durch den Nationalpark führt, gab es Passagen, in denen dies verboten war. Als Pflichtmaterial waren lediglich eine Stirnlampe, ein Rücklicht sowie eine Rettungsdecke vorgeschrieben. Supportet durfte so gut wie überall werden. Da wir keine Supporter vor Ort hatten trugen wir das gesamte Material sowie die komplette Verpflegung von Anfang an mit. Sicherlich kein Vorteil aber es ging halt nicht anders.

 
Photo: @marcogulberti_photography @worldmountainrunningassociation

Das Streckenprofil ist in der Theorie simpel: Ein langer Aufstieg von gut 2100 Höhenmetern gefolgt von einem kurzen Downhill sowie einem flachen Mittelteil bevor es dann in einem stetigen Auf und Ab in Richtung des Dachs der Transvulcania, dem Roque de los Muchachos auf 2400 Metern über Meer, geht. Dort wartet ein ultralanger Downhill zurück ans Meer. Danach folgt nochmals ein kurzer Anstieg hoch ins Ziel nach Los Llanos. Total 73 Kilometer und 4300 positive Höhenmeter.


Die ersten rund 25 Kilometer und 2100 Höhenmeter gingen relativ spurlos an mir vorbei und in El Pilar fühlte ich mich noch immer gut. Genau das war mein Ziel, denn dort startete der Wettkampf erst so richtig. Auch im leicht abfallenden Abschnitt nach El Reventon war ich überrascht, wie zügig ich vorwärts kam. Beim Blick auf die Uhr wurde mir klar, dass ich sogar auf sub 8h Kurs war.

In El Reventon nahm ich mir die Zeit um die Flasks zu füllen, denn nun folgte der lange Abschnitt via Refugio zum Pico de las Nieves. Ab El Pilar kannte ich die Strecke noch bestens vom Marathon aus dem vergangenen Jahr. Die Hitze drückte nun unerbittlich und in weiter Ferne sah man auf der anderen Seite bereits den Roque de los Muchachos. Nun musste ich das erste Mal so richtig leiden.

Mit der Ankunft nach sechs Stunden Renndauer auf dem Roque hatte ich ein weiteres Teilziel erreicht. Bis hierhin habe ich wohl auch verdrängt, dass nun 2500 Höhenmeter am Stück wieder vernichtet werden wollten. In diesem Jahr habe ich erst ein paar wenige Male etwas mehr als 1000 Höhenmeter am Stück vernichtet beziehungsweise konnte nie mehr als 2 Stunden und 45 Minuten joggen. Daher war es nicht verwunderlich, dass meine Kräfte immer mehr schwanden. Gleichzeitig mussten viele Läufer der Marathondistanz überholt werden, was das Ganze etwas kurzweiliger machte. Der Downhill ist definitiv auf der technisch anspruchsvolleren Seite und mit zunehmender Nähe zum Meer wurde es immer wärmer.

Zurück in Tazacorte war ich mir dann sicher, dass ich heute die Ziellinie überqueren werde. Ich kühlte mich nochmals an der VP herunter und füllte die Flasks nach bevor ich mich durch ein trockenes Bachbett in Richtung Ziel kämpfte. Die letzten 350 Höhenmeter gingen nochmals überraschend gut und nach etwas mehr als 8 Stunden und 30 Minuten überquerte ich mit grosser innerer Zufriedenheit die Ziellinie.

Die Rangierung mit Rang 44 Overall war heute Nebensache. Auch in absoluter Topverfassung wäre es heute schwierig gewesen die Top 30 zu knacken. Nicht weniger als sechs Männer pulverisierten den Streckenrekord. Auch dahinter war die Dichte enorm wie noch nie bei diesem Wettkampf. Der Trailsport hat definitiv das nächste Level erreicht. Um im vorderen Teil mitmischen zu können bei einem solchen Feld, braucht es eine perfekte Vorbereitung in Kombination mit einem perfekten Tag. Ich nehme aus dem Wettkampf mit, dass ich auch mit sehr dezimiertem Laufiumfang eine Ultradistanz schaffen kann und das die Verpflegung während des Rennens sehr gut funktioniere. Natürlich möchte ich wissen was möglich ist, wenn ich eine gute Vorbereitung habe. Weiter gehts! 

 Rangliste 

Meine Ausrüstung:

  • La Sportiva Prodigio Pro
  • Compressport Weste & Belt
  • Petzl Bindi Stirnlampe/Rettungsdecke/rotes Rücklicht/Handy 
  • Leki Ultratrail FX.One Stöcke 125cm 
  • 3 x 500ml Softflask (1 voll mit Isotonic Energy Plus Lee Sport, zweite gefüllt mit Wasser & 600mg Electolytes in Los Canarios, dritte Flask mit Iso gefüllt in El Reventon. Dazwischen immer Wasser aufgefüllt)
  • Ca. 12 Salt Caps à 200mg
  • 14 Gels (12 davon gebraucht, davon 2 x 50mg & 1 x 200mg Koffein)
  • 4 x ca. 500ml Cola ab Pico de las Nieves
  • 2 x ca. 30g Haribo auf dem Pico de las Nieves & Roque de las Muchachos 

 

Donnerstag, 7. Mai 2026

Auf & ab...

Eigentlich hätte meine Saison bereits Ende März starten sollen. Nach einer sehr guten Trainingsphase zwangen mich jedoch erneut Probleme mit der Wade zu einer Laufpause. Der Zeitpunkt hätte kaum bitterer sein können, fühlte ich mich doch in ausgezeichneter Verfassung für den Berghalbmarathon Hohe Winde sowie den Zürich Halbmarathon. In dieser Zeit plagten mich viele Selbstzweifel und meine Geduld wurde hart auf die Probe gestellt.

Dank der guten Wetterbedingungen konnte ich immerhin aufs Rad oder auf die Tourenski ausweichen und so zumindest meine Grundfitness erhalten. Dennoch war da stets der Gedanke im Hinterkopf, dass ich eigentlich Kilometer und Höhenmeter für den bevorstehenden Transvulcania Ultramarathon sammeln müsste. Die Zeit wurde knapp, weshalb ich beim Wiedereinstieg umso vorsichtiger vorging mit dem klaren Ziel, auf La Palma wieder normal trainieren zu können.

Mein Plan schien zunächst aufzugehen und auch die Form war den Umständen entsprechend ordentlich. Umso härter traf es mich dann am ersten richtigen Trainingstag auf La Palma: Plötzlich kämpfte ich auf der anderen Seite erneut mit muskulären Problemen und musste das Training abbrechen. Der Wettkampf rückte scheinbar in weite Ferne und für mich brach erneut eine Welt zusammen. Glücklicherweise stellte sich die Situation als weniger schlimm heraus als zunächst befürchtet. Die Wade erholte sich rasch und ich konnte doch noch einige schöne Läufe auf der Strecke absolvieren.

Deshalb blicke ich inzwischen wieder etwas zuversichtlicher nach vorne und hoffe, es am Samstagmorgen um 6.00 Uhr an die Startlinie zu schaffen. Ob es am Ende auch bis ins Ziel reicht, wird sich zeigen. Trotz aller Unsicherheiten ist die Vorfreude riesig. Ich werde wie immer alles geben. Vamos.

Live Stream

Resultate

Vorbericht I Run Far