Sonntag, 5. Juli 2026

Stoos Trail

Der Stoos Trail über 46 Kilometer und 2400 Höhenmeter sollte erneut meine erste Saisonhälfte abschliessen. Nach dem verletzungsbedingten Verzicht im Vorjahr schaffte ich es gesund und fit an die Startlinie. Die Vorfreude war riesig und auch die Vorbereitung verlief nach Plan. Das erhöhte natürlich den Druck und ich wollte eine starke Leistung an meinem Heimwettkampf zeigen.

Den frühen Start um 6.00 Uhr schätze ich jedes Jahr, da die Temperaturen selbst im Hochsommer noch angenehm sind. Jedenfalls in den ersten beiden Rennstunden. Die ersten acht Kilometer führen fast flach von der Talstation Schlattli ins Muotathal. Es galt, clever zu laufen. So liess ich nach knapp 500 Metern meinen Trainingskollegen Tobias Baggenstos ziehen, da ich wusste, dass er an diesem Tag in einer eigenen Liga unterwegs sein würde. Etwas überraschend ging ein weiterer Läufer sein Tempo mit. Gemeinsam mit Matthias Schmidig liefen wir knapp dahinter. Nach rund fünf Kilometern hatten wir die Lücke zum anderen Läufer geschlossen und auch Tobi war noch in Sichtweite, was dafür sprach, dass wir gut unterwegs waren. Das Laufgefühl passte ebenfalls und ich fühlte mich stark.

Der erste lange Anstieg mit über 1000 Höhenmetern sollte mir eigentlich liegen und genau dort begann es zu harzen. Ich musste Matthias Schmidig im Singletrail ziehen lassen und meine Oberschenkel fühlten sich ungewöhnlich schwer an. Auf der Asphaltstrasse kam ich ihm nochmals etwas näher, musste ihn dann aber rasch wieder ziehen lassen. Von da an sollte es ein einsames Rennen werden. Die Hitze machte mir zunehmend zu schaffen und auch mein Magen meldete sich. Der verblockte Downhill hinunter zur Alp Goldplangg verlief alles andere als flüssig. Im Nachhinein hätte ich an der Verpflegung bereits auf Cola umstellen sollen, denn im folgenden Auf und Ab wurde mein Magen immer schlechter. Die kurzen Steigungen musste ich nun sogar gehend bewältigen und es kamen doch einige Zweifel auf, ob ich meinen Podestplatz verteidigen konnte.

Glücklicherweise beruhigte sich mein Magen wieder und der Aufstieg hinauf zum Klingenstock verging einigermassen rasch. Ein Blick zurück bestätigte mir, dass ich ein Polster auf den nächsten Verfolger hatte. Auf dem Grat versuchte ich, so gut es ging, es laufen zu lassen und auf den Abschnitten mit den vielen Stufen jeweils die beste Linie zu finden. Es ist jedes Mal ein fantastischer Moment, als einer der Ersten und noch vor den grossen Touristenströmen diesen Abschnitt in Angriff nehmen zu dürfen. 

Auf dem Fronalpstock angekommen wurde mir ein Vorsprung von knapp fünf Minuten auf Rang 4 gemeldet. Ich durfte also im langen Downhill zurück nach Brunnen keinesfalls nachlassen. Gleichzeitig warf ich erstmals einen Blick auf die Uhr und war erstaunt, dass ich ähnlich schnell unterwegs war wie bei meinem Sieg im Jahr 2023. Das schlechte Gefühl bedeutete also nicht automatisch eine schlechte Zeit. Mental tat dies in diesem Moment gut und ich konnte nochmals weitere Energie mobilisieren für die letzte Rennstunde.

Auch die Beine fühlten sich nun wieder besser an und das Laufgefühl kehrte zurück. So vergingen die Kilometer erstaunlich schnell. Der kurze Gegenanstieg in Morschach kam mir jedoch wie eine Wand vor und ich hatte das Gefühl, stillzustehen. Nach 4:22 Stunden durfte ich schliesslich die erlösende Ziellinie überqueren und mich über den 3. Rang freuen. Damit ist mein Medaillensatz am Stoos Trail komplett. 

Nach einem sehr mühsamen Winter und Frühjahr bin ich froh, dass ich die erste Saisonhälfte doch noch mit zwei guten Rennen abschliessen konnte.  

Rangliste

Sonntag, 14. Juni 2026

Pilatus Trail

Nach der Zugerberg Classic ging es endlich wieder aufwärts. So absolvierte ich ein sehr gutes verlängertes Trainingswochenende und auch unter der Woche wurde ich endlich wieder gesund und fühlte mich in den schnellen Einheiten wieder stark. Dadurch konnte ich etwas Selbstvertrauen für den Pilatus Trail am Samstag sammeln. Es sollte mein erster Start an diesem Wettkampf über 8,5 Kilometer und 930 Höhenmeter werden.

Der Sommer meldete sich ebenfalls zurück und beim Start um 9.40 Uhr war es bereits warm. Da ich mich gut fühlte, setzte ich mich gleich an die Spitze und sorgte für ein hohes Tempo. Der erste Kilometer verlief auf einer schmalen Asphaltstrasse, die stetig steiler wurde. Die Spitze war dicht beisammen und als es erstmals in den Wald ging, übernahmen zwei andere Läufer das Tempodiktat. Das Tempo war enorm und als die erste kurze flachere Passage folgte, musste ich bereits eine Lücke entstehen lassen. Die ersten drei Läufer zogen leicht davon und auch im technischen, steilen Uphill konnte ich den Rückstand nicht mehr schliessen. Nicht nur der Tagessieg schien ausser Reichweite zu sein, sondern auch ein Podestplatz.

Den Blickkontakt zu Rang 3 konnte ich jedoch halten und somit gab ich mich noch nicht geschlagen. Gerade in den sehr steilen Abschnitten schien ich aufzuholen. In den flacheren Passagen büsste ich jedoch immer wieder einige Sekunden ein. Bei Rennhälfte war es dann endlich so weit und ich kam tatsächlich nochmals an den Drittplatzierten heran. Ich zog sofort vorbei, konnte mich jedoch nicht entscheidend absetzen. Die steilsten Passagen waren nun vorbei und die Strecke führte in einem stetigen Auf und Ab weiter. Der Kurs war sehr abwechslungsreich und der Trailanteil hoch. Ich versuchte, so gut es ging, die beste Linie über die Wurzeln zu finden und die Lücke nach hinten zu vergrössern. Mein Konkurrent zeigte sich jedoch hartnäckig und kam mir immer wieder gefährlich nahe.

Es folgte ein weiterer kurzer Downhill und ich liess es nochmals ordentlich laufen. Beim Verlassen des Waldes sah ich dann plötzlich den zweitplatzierten Athleten wieder vor mir. Da es nun nochmals kräftig hinauf in Richtung Ziellinie ging, war ich mir sicher, dass ich den Podestplatz nicht mehr aus der Hand geben würde.

Der zeitliche Abstand auf Rang 2 war am Ende grösser, als es unterwegs den Anschein gemacht hatte. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir jedoch, dass mit einem starken Schlussspurt sogar eine Zeit unter 50 Minuten möglich sein müsste. Also zog ich nochmals durch und durfte mich am Ende über Rang 3 freuen.

Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Es bleiben noch drei Wochen, um für den Stoos Trail bereit zu sein.

 Rangliste 


Donnerstag, 4. Juni 2026

Zugerberg Classic

Eigentlich war der Start an der Kreuzegg Classic fest eingeplant. Ich verzichtete jedoch auf das Rennen, da ich nach der Entlastungswoche nach dem Transvulcania dringend wieder einige gute Trainingseinheiten absolvieren wollte. Es folgte tatsächlich eine sehr gute Trainingswoche und mein Plan schien aufzugehen. Nicht eingeplant war allerdings, dass ich danach krank werden würde. So krank, dass ich mehrere Tage das Training aussetzen und meinem Körper die nötige Ruhe geben musste. Die zweitägige Schulreise am Montag und Dienstag mit wenig Schlaf trug ebenfalls nicht wirklich zur Erholung bei. Da ich mich bei der Aktivierung am Vortag jedoch gut fühlte, war für mich klar, dass ich einen Start an der Zugerberg Classic wagen würde.

Nach 2022 und 2024 sollte es mein dritter Start in Zug werden. Die familiäre Stimmung sowie die kurze, aber sehr harte Strecke mit 6,5 Kilometern und knapp über 500 Höhenmetern gefallen mir besonders. Das Wetter spielte ebenfalls mit und bei idealen Temperaturen wurden wir um 19.00 Uhr auf die Strecke geschickt. Der erste Kilometer wurde gefühlt extrem schnell angelaufen und ich sortierte mich auf Position 6 ein. Als die eigentliche Steigung begann, schloss ich rasch zu Arnold auf und gemeinsam konnten wir die Verfolgung der beiden Spitzenläufer aufnehmen.

Die Positionen schienen sowohl vor als auch hinter uns bezogen zu sein und so ging es um den verbleibenden Podestplatz. Gerade in den steilsten Abschnitten erhoffte ich mir einen kleinen Vorteil. Nach knapp 3,5 Kilometern wurde die Lücke zu Arnold jedoch grösser und ich musste ihn ziehen lassen. Der Abstand blieb konstant bei wenigen Sekunden und so hoffte ich natürlich, im oberen Teil nochmals zusetzen zu können. Das Atmen fiel mir jedoch sichtlich schwer und auch die Wadenmuskulatur zeigte erste Ermüdungserscheinungen. Beim Einbiegen auf den letzten, eher flachen Schlusskilometer war dann klar, dass ich heute zum dritten Mal mit dem 4. Rang vorliebnehmen musste.

Mit dem Rang und der Zeit kann ich unter diesen Umständen einigermassen leben. Mir war wichtig, endlich wieder ins Renngeschehen eingreifen zu können. 

Rangliste