Samstag, 5. September 2026

Etzel Challenge

Die Etzel Challenge als mein Heimrennen hatte auch in diesem Jahr einen hohen Stellenwert für mich. So legte ich zusammen mit meinem Coach im Training den Fokus vermehrt auf kürzere Einheiten, um wieder etwas an Speed dazuzugewinnen. Es war spannend zu sehen, wie mein Körper auf die Umstellung von sehr langen Belastungen zurück zu kurzen, hochintensiven Einheiten reagieren würde.

Die Bedingungen am Start um 18.15 Uhr waren erneut ideal und der Spätsommer zeigte sich von seiner besten Seite. Das Rennen wurde in diesem Jahr eher zurückhaltend eröffnet,und so war ich es, der nach wenigen Metern für eine zügige Pace sorgte. Meine Führung war allerdings nach knapp 400 Metern bereits Geschichte. Gossauer zog an mir vorbei und sollte das Rennen erneut mit einer sehr schnellen Zeit für sich entscheiden.

Dahinter blieb das Feld eng beisammen und ich fühlte mich auf dem ersten, eher «flachen» Teil ausgezeichnet. Der steile Firstweg sollte für eine erste Zäsur sorgen und so hielt ich das Tempo in der steilen Rampe bewusst hoch. Schilter zog jedoch an mir vorbei und ich forcierte ebenfalls nochmals das Tempo. Ein weiterer Athlet ging mit und nun musste ich zum ersten Mal ordentlich beissen. Wenig später war ich der einzige Verfolger, während mein Begleiter seinem Effort Tribut zollen musste.




In den flacheren Abschnitten konnte ich den Abstand zu Schilter nochmals leicht verringern, kam aber nicht mehr entscheidend näher. Von hinten drohte ebenfalls keine Gefahr mehr und so durfte ich mich im Ziel über den dritten Rang und eine gute Zeit von 38 Minuten und 30 Sekunden freuen.

Die Form passt definitiv und so freue ich mich auf die noch anstehenden Trailwettkämpfe.



Montag, 17. August 2026

Madrisa Trail

Nach dem Stoos Trail legte ich eine kurze Laufpause ein, um den vierwöchigen Trainingsblock in der Höhe frisch in Angriff nehmen zu können. Beim Laufwiedereinstieg machten sich dann aus dem Nichts neue muskuläre Probleme im hinteren Oberschenkel beziehungsweise in der Kniekehle bemerkbar. Genau so wollte ich definitiv nicht nach Davos ins Trainingslager mit Swiss Athletics reisen. Dank kluger Trainingssteuerung bekam ich die Probleme jedoch schneller als erwartet in den Griff und konnte ausgezeichnet trainieren und von den top Bedingungen profitieren.

Es folgten zwei weitere Wochen in St. Moritz mit meiner eigenen Trainingsgruppe. Es war definitiv der beste Trainingsblock seit Langem und gab mir viel Zuversicht für die kommenden Wettkämpfe. Einzig die Tatsache, dass ich bei der Abreise erneut mit muskulären Problemen, diesmal am Schienbein, zu kämpfen hatte, trübte die Stimmung etwas. Langsam bin ich mir den Umgang damit jedoch gewohnt und so ging ich trotzdem sehr zuversichtlich in Richtung Madrisa Trail T54.

Leider musste die Strecke aufgrund von Gewitterwarnungen am Nachmittag leicht angepasst und verkürzt werden. Im Trainingslager in Davos konnte ich einen Grossteil der Strecke bereits besichtigen und war begeistert von der Streckenführung und der wunderschönen Landschaft.

Bereits beim Start um 05.30 Uhr war es alles andere als kühl. Ich nahm mir deshalb vor, möglichst viele Kräfte für den langen Anstieg hinauf zum Rätschenjoch zu sparen. Es rollte von Beginn an sehr gut und ich konnte ohne grossen Aufwand in der Spitzengruppe mitlaufen. Nach knapp fünf Kilometern schien sich das Feld langsam aufzuteilen und Schicktanz sowie de Lange setzten sich leicht ab. Gemeinsam mit ihnen war noch ein weiterer übermotivierter Athlet unterwegs, den ich nach der Hängebrücke wieder ein- und schliesslich überholen konnte.

Von hinten bekam ich Gesellschaft von Björn Herrmann, mit dem ich nun gemeinsam unterwegs war. Das machte die Kilometer kurzweilig und nach knapp zwei Stunden passierten wir bereits die VP Saaser Alp bei Kilometer 19 oberhalb der Madrisa. Die Pace passte und auf dem folgenden Singletrail konnte ich mich leicht von Björn absetzen.

Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits mit leichten Magenproblemen zu kämpfen, was die Kombination mit der zunehmenden Hitze nicht angenehmer machte. Der Anstieg hinauf zum Jägglisch Horn verlief noch flüssig, doch der sehr steile Eggberg kostete mich mehr Energie als erwartet.

In Gafia angekommen, kühlte ich mich kräftig herunter und erhielt von meinen Supportern neue Flasks. Genau an jenem Punkt, an dem ich eigentlich noch einigermassen frisch sein wollte, wurde es nun richtig hart. Der Anstieg hinauf zum Rätschenjoch zog sich und ich hikte praktisch den gesamten Anstieg. In der Mitte musste ich Björn Herrmann wieder passieren lassen und rutschte dadurch auf Rang vier ab.

Ein Blick zurück verhiess nichts Gutes und ich rechnete damit, bis zum höchsten Punkt noch mindestens einen weiteren Rang einzubüssen. Die Verpflegungsstation lag nur wenige Höhenmeter unterhalb des höchsten Punkts und ich nahm mir deshalb nochmals genügend Zeit, mich zu verpflegen. Die Beine fühlten sich leer an und ich fragte mich ehrlich gesagt, wie ich den mehr als zehn Kilometer langen Downhill noch überstehen sollte.

Umso erstaunter war ich, als die Beine plötzlich wieder aufmachten und ich mich zunehmend besser fühlte. Ich konnte es nochmals ordentlich laufen lassen und die verbleibenden Kilometer verflogen regelrecht. Auch die letzten zwei leicht aufwärtsführenden Kilometer zurück zum Bahnhof Klosters waren deutlich angenehmer als erwartet. Einzig die Hitze im Tal war brutal und die erlösende Ziellinie dadurch umso schöner.

Noch überraschter war ich im Ziel, als mir mitgeteilt wurde, dass ich den dritten Rang erreicht hatte. Leider hatte sich Björn Herrmann kurz vor dem Ziel verlaufen.

Für mich persönlich habe ich an diesem Tag das Optimum herausgeholt. Noch immer warte ich auf das perfekte 50-Kilometer-Rennen, bei dem wirklich alles ineinandergreift. Die beiden Athleten vor mir wären aber auch bei einem aus meiner Sicht perfekten Rennen ausser Reichweite gewesen.

 


Rangliste


Sonntag, 5. Juli 2026

Stoos Trail

Der Stoos Trail über 46 Kilometer und 2400 Höhenmeter sollte erneut meine erste Saisonhälfte abschliessen. Nach dem verletzungsbedingten Verzicht im Vorjahr schaffte ich es gesund und fit an die Startlinie. Die Vorfreude war riesig und auch die Vorbereitung verlief nach Plan. Das erhöhte natürlich den Druck und ich wollte eine starke Leistung an meinem Heimwettkampf zeigen.

Den frühen Start um 6.00 Uhr schätze ich jedes Jahr, da die Temperaturen selbst im Hochsommer noch angenehm sind. Jedenfalls in den ersten beiden Rennstunden. Die ersten acht Kilometer führen fast flach von der Talstation Schlattli ins Muotathal. Es galt, clever zu laufen. So liess ich nach knapp 500 Metern meinen Trainingskollegen Tobias Baggenstos ziehen, da ich wusste, dass er an diesem Tag in einer eigenen Liga unterwegs sein würde. Etwas überraschend ging ein weiterer Läufer sein Tempo mit. Gemeinsam mit Matthias Schmidig liefen wir knapp dahinter. Nach rund fünf Kilometern hatten wir die Lücke zum anderen Läufer geschlossen und auch Tobi war noch in Sichtweite, was dafür sprach, dass wir gut unterwegs waren. Das Laufgefühl passte ebenfalls und ich fühlte mich stark.

Der erste lange Anstieg mit über 1000 Höhenmetern sollte mir eigentlich liegen und genau dort begann es zu harzen. Ich musste Matthias Schmidig im Singletrail ziehen lassen und meine Oberschenkel fühlten sich ungewöhnlich schwer an. Auf der Asphaltstrasse kam ich ihm nochmals etwas näher, musste ihn dann aber rasch wieder ziehen lassen. Von da an sollte es ein einsames Rennen werden. Die Hitze machte mir zunehmend zu schaffen und auch mein Magen meldete sich. Der verblockte Downhill hinunter zur Alp Goldplangg verlief alles andere als flüssig. Im Nachhinein hätte ich an der Verpflegung bereits auf Cola umstellen sollen, denn im folgenden Auf und Ab wurde mein Magen immer schlechter. Die kurzen Steigungen musste ich nun sogar gehend bewältigen und es kamen doch einige Zweifel auf, ob ich meinen Podestplatz verteidigen konnte.

Glücklicherweise beruhigte sich mein Magen wieder und der Aufstieg hinauf zum Klingenstock verging einigermassen rasch. Ein Blick zurück bestätigte mir, dass ich ein Polster auf den nächsten Verfolger hatte. Auf dem Grat versuchte ich, so gut es ging, es laufen zu lassen und auf den Abschnitten mit den vielen Stufen jeweils die beste Linie zu finden. Es ist jedes Mal ein fantastischer Moment, als einer der Ersten und noch vor den grossen Touristenströmen diesen Abschnitt in Angriff nehmen zu dürfen. 

Auf dem Fronalpstock angekommen wurde mir ein Vorsprung von knapp fünf Minuten auf Rang 4 gemeldet. Ich durfte also im langen Downhill zurück nach Brunnen keinesfalls nachlassen. Gleichzeitig warf ich erstmals einen Blick auf die Uhr und war erstaunt, dass ich ähnlich schnell unterwegs war wie bei meinem Sieg im Jahr 2023. Das schlechte Gefühl bedeutete also nicht automatisch eine schlechte Zeit. Mental tat dies in diesem Moment gut und ich konnte nochmals weitere Energie mobilisieren für die letzte Rennstunde.

Auch die Beine fühlten sich nun wieder besser an und das Laufgefühl kehrte zurück. So vergingen die Kilometer erstaunlich schnell. Der kurze Gegenanstieg in Morschach kam mir jedoch wie eine Wand vor und ich hatte das Gefühl, stillzustehen. Nach 4:22 Stunden durfte ich schliesslich die erlösende Ziellinie überqueren und mich über den 3. Rang freuen. Damit ist mein Medaillensatz am Stoos Trail komplett. 

Nach einem sehr mühsamen Winter und Frühjahr bin ich froh, dass ich die erste Saisonhälfte doch noch mit zwei guten Rennen abschliessen konnte.  

Rangliste