Sonntag, 3. Juli 2022

Zermatt Marathon

Exakt 7 Jahre sind vergangen, als ich das erste Mal an der Startlinie des Zermatt Marathons gestanden bin. Mir war immer klar, dass ich diesen wunderschönen Lauf noch einmal bestreiten wollte, obwohl mir die Strecke bereits damals alles abverlangte und mich an meine Grenzen brachte. Dieses Jahr sollte es also wieder soweit sein. Meine Vorbereitung war alles andere als typisch für einen (Berg-) Marathon. Im Vergleich zu 2015 konnte ich aber den Aletsch Halbmarathon sowie weitere eher längere Läufe in meine Vorbereitung einfliessen lassen. 

Die Atmosphäre am Start um 08.30 Uhr in St.Niklaus war fantastisch und so freute ich mich sehr auf die bevorstehenden 42 Kilometer mit fast 2000 Höhenmeter. Bis zur Halbmarathonmarke in Zermatt wollte ich möglichst effizient durchkommen und trotzdem nicht zu viel Zeit einbüssen. Die ersten 10 Kilometer lief ich gemeinsam in einer Gruppe mit Patrick Wieser (3-facher Gewinner des Zermatt Marathons) und die Beine fühlten sich endlich wieder einmal super an! In den flachen Passagen konnte ich eine gute Pace laufen. Die kurzen, giftigen Anstiege setzen mir aber zunehmend zu und die Kräfte schwanden langsam aber sicher. Die Stimmung in Zermatt war wiederum fantastisch und ein Blick auf die Uhr bestätige mir, dass mein Fahrplan stimmte. Mit einer Durchgangszeit von 1h 26min war ich im Soll und zuversichtlich für den kommenden Anstieg nach Sunegga. Bereits bei meiner Premiere hatte ich schlechte Erinnerungen an diesen Anstieg und auch heute sollte es sehr zäh werden. Bereits die ganze Woche begleiteten mich muskuläre Probleme rund um mein linkes Knie und genau an diesem Anstieg machten sich die Probleme immer wieder bemerkbar. Mein Magen war ebenfalls bedient und so musste es Cola richten. In Sunegga verpflegte ich mich nochmals ausreichend und stolperte in den langen Singletrail. Nun litt ich enorm und musste immer wieder kurze Gehpausen einlegen. Statt nochmals einen Gang hochzuschalten war der Motor fast komplett aus. Das Gelände war nun wieder wellig und flüssig zu laufen. Ich stand leider fast still und sehnte die Ziellinie nur so herbei. 

Auf dem wunderschönen Wanderweg Richtung Riffelalp konnte ich mich wieder etwas fangen und stellte fest, dass es nicht nur mir so erging. Ein afrikanischer Läufer aus der Spitzengruppe explodierte komplett und war nur noch am wandern. Angekommen auf der Riffelalp folgte zum Schluss nur noch der höllisch steile Schlussabschnitt entlang dem Bahntrasse. Genau einen Kilometer vor dem Ziel machten sich die ersten Krämpfe bemerkbar. Jede Bewegung musste nun bewusst gewählt werden, um den totalen Stillstand zu vermeiden. Die kurze Schlaufe Richtung Ziel mit Blick auf das Matterhorn konnte ich dann nochmals geniessen und erreichte die erlösende Ziellinie nach 3h 35min! Mit der Zeit war ich unter diesen warmen Bedingungen und dem Rennverlauf zufrieden. Mit Rang 11 Overall verpasste ich die Top 10 denkbar knapp. Die Enttäuschung war aber nur von kurzer Dauer, da ich im international besetzten Feld der drittbeste Schweizer am heutigen Tag war. Definitiv ein Resultat auf welchem ich weiter aufbauen kann. 

Meine Zeit aus dem Jahr 2015 (die Strecke führt neu von Randa nach Täsch über den Wanderweg und nicht mehr über Asphalt) verbesserte ich um fast 10 Minuten. Nun es Zeit für eine kurze Pause, um dann den zweiten Teil der Saison in Angriff zu nehmen.

Rangliste