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Sonntag, 2. November 2025

Saisonabschluss im Tessin

Da ich doch noch einiges in mein Training investiert hatte im Herbst, wollte ich die Saison mit einem längeren Rennen abschliessen. Bedingt durch die Wadenprobleme seit Juli startete ich vor allem auf kürzeren Distanzen und der Scenic Trail lag ebenfalls bereits einige Monate zurück. Es sollte erneut ins Tessin gehen und anlässlich der RunThrough Trails Serie weckte der Marathon in Ascona - Locarno mein Interesse. Bereits im Oktober in den Ferien konnte ich diverse Streckenabschnitte anschauen und war begeistert von den Trails rund um den Pizzo Leone.

Es sollte eine nasse Angelegenheiten werden, da es fast über die ganze Renndauer immer wieder regnete. Glücklicherweise waren die Temperaturen sehr angenehm, als wir um 8.00 losgeschickt wurden. Die ersten 2.5 Kilometer waren dann auch die unattraktivsten: Mehrheitlich flach ging es in Richtung Ascona. Die Spitze blieb zusammen und so bog eine grössere Gruppe in den ersten kurzen Anstieg ein. Wenig später konnte ich mich mit einem anderen Athleten leicht absetzen. Das Tempo war eher an der oberen Grenze für mich und trotzdem wollte ich dranbleiben. Umso erstaunter war ich wenig später, als er auf einem flachen Abschnitt Tempo raus nahm und mich ziehen liess, obwohl ich die Pace nicht forcierte. Von nun an war ich alleine vorne weg und schlug ein kontrolliertes Tempo an. Umso erstaunter war ich kurz vor dem Ende des ersten langen Anstieges, als ein anderer Läufer zu mir aufschloss. Bis zum ersten längeren Downhill war es nicht mehr weit und so investierte ich nochmals einiges an Energie, um dran zu bleiben. War ich doch etwas zu gemütlich unterwegs oder überpacte mein Konkurrent den Aufstieg komplett? Umso erstaunter war ich, als ich im Downhill die Lücke wieder aufreissen konnte und erneut alleine in Führung ging. Ich rechnete jedoch damit, dass er im folgenden Anstieg wieder aufschliessen würde. Zu meinem erstaunen kam jedoch niemand und so war ich weiterhin solo unterwegs. Die Strecke war sensationell gut markiert und trotzdem kam es zu einer kleinen Unsicherheit, da plötzlich mein Track auf der Uhr nicht mehr mit den Markierungen übereinstimmte (via Mail wurden wir über diese Änderung am Vorabend informiert. Leider landete es im Junk...). So lief ich ein paar Meter zurück, um auf Nummer sicher zugehen, bevor der langgezogene Downhill nach Termini folgte. Diese Passage war durch den Regen sehr anspruchsvoll und ich hatte einmal grosses Glück, als ich fast auf einem Stein ausrutschte. In extremis konnte ich mich gerade noch auf den Füssen halten zwischen nassen Wurzeln und Steinen.

Nun folgten die letzten 600 Höhenmeter hoch zum Pizzo Leone. Der Blick zurück verhiess nichts gutes. Von hinten kam ein Läufer immer näher und bei Kilometer 25 war es leider soweit. Meine Führung war Geschichte und ich versuchte mit aller Kraft dranzubleiben. Fast bis zum höchsten Punkt konnte ich den Sichtkontakt halten, bevor ich dann im dichten Nebel meinen Konkurrenten aus den Augen verlor. Bei der Verpflegung wurde mir 2 Minuten Rückstand gemeldet und mir war klar, dass ich diese Lücke vermutlich nicht mehr schliessen werde.

Nun ging es mehrheitlich bergab und ich fühlte mich muskulär immer noch gut. Auf einmal erblickte ich tatsächlich den Führenden wenige Meter vor mir. Kann ich tatsächlich das Blatt nochmals wenden? Meine Aufholjagd stoppte jedoch ziemlich rasch, als ich unglücklich an einem Ast hängen blieb und mit dem Boden Bekanntschaft machte.. Wenig später hatte ich nochmals riesen Glück, als ich mich bei einer nassen Holzbrücke fast überschlug. So war ich froh, als ich wieder Asphalt unter meinen Füssen hatte für die letzten 2.5 Kilometer.

Die letzten Meter der Saison 2025 konnte ich nochmals in vollen Zügen geniessen und mit einer Zeit von 4h 24min war ich schneller, als ich im Vorfeld erwartet hatte. Es war ein schwieriges Jahr mit vielen Rückschlägen und Trainingsunterbrüchen. Umso mehr freue ich mich, dass ich zum Saisonende hin nochmals Wettkämpfe bestreiten konnte. Ausserdem konnte ich nochmals ein paar wichtige Erkenntnisse dazu gewinnen, welche mir hoffentlich bei den kommenden Rennen helfen werden. 


Rangliste 


Sonntag, 26. Oktober 2025

Laui Trail "Classic"

Der Herbst gehört zu meiner liebsten Jahreszeit, sind doch die Wälder wunderschön orange gefärbt und das Gefühl auf das Nebelmeer blicken zu können für mich unbezahlbar. Das schöne Wetter sorgte dafür, dass nochmals ein paar tolle Läufe in den Bergen möglich waren. Die Tour auf das "Vreneli" mit dem Abstieg über den Gletscher zurück in das Klöntal wird mir noch lange in schöner Erinnerung bleiben. Neben längeren Läufen in den Bergen arbeitete ich am Speed in der Fläche und hatte dort ebefalls einige gute Einheiten. Nicht alles lief perfekt, aber ich war zufrieden mit dem Fortschritt im Training im Wissen, das Konstanz mehr zählt als eine einzelne gute Einheit. 

Der Laui-Trail rutschte dann spontan in mein Rennprogramm. Durch das bescheidene Wetter war es eine gute Alternative zu einer Intervalleinheit alleine. Ich entschied mich bewusst für die kürzere Distanz über 12 Kilometer mit ca. 1100 Höhenmeter, da ich in einer Woche meine Saison mit einem Trailmarathon im Tessin abschliessen möchte.




Beim Start um 10.00 Uhr war es trocken und die Temperaturen für mich perfekt. Gemeinsam mit Nico Lacher, welcher die längere Distanz lief, konnte ich mich nach knapp 500 Meter leicht absetzen. Mit dem Ziel, mich heute nicht komplett abzuschiessen, liefen wir gemeinsam in Richtung Skihaus Stofel. Die Streckenmarkierungen liessen keine Wünsche offen und auch der Trail war trotz der Nässe und des vielen Laubs cool zu laufen. Nach etwas mehr als 30 Minuten trennten sich unsere Wege und via Lauihöchi ging es für mich wieder zurück Richtung Skihaus Stofel. Der Downhill war entsprechend rutschig und nass, aber besser zu laufen als erwartet. Nach 1h 22min erreichte ich zum zweiten Mal das Skihaus Stofel und dufte mich über den Sieg auf der Classic Strecke freuen sowie einem neuen Streckenrekord. Noch wichtiger war das gute Gefühl während dem Wettkampf. Form und Material scheinen zu passen und ich bin zuversichtlich, dass ich diese Pace auch über eine längere Distanz durchziehen kann.

 Rangliste

Montag, 6. Oktober 2025

Valser Herbstlauf

Bereits zum vierten Mal durfte ich an der Startlinie des Valser Herbstlaufs stehen. Die Strecke mit etwas mehr als 12 Kilometer mit ca. 850 Höhenmeter hebt sich durch die herrlichen Trails sowie der Aussicht auf das Zervreilahorn von anderen Veranstaltungen ab. Von der Aussicht hatte man heute wenig, da die Sonne sich nur zu Beginn kurz zeigte. Ab Rennhälfte begann es sogar leicht zu schneien, was den Lauf zusätzlich besonders machte. 


Mein Puls war schon vor dem Rennstart im dunkelroten Bereich, da sich durch eine Tunnelsperrung die Anreise etwas verzögerte. Die Zeit reichte dann trotzdem noch gut, um aufgewärmt und bereit am Start zu stehen. Da ich Ferien habe, trainierte ich bis am Donnerstag normal und nahm erst dann etwas raus. Leider verlief das Training alles andere als optimal nach dem Arosa Trail und meine Waden möchten noch immer nicht so, wie ich es gerne hätte (muskuläre Probleme lassen weiterhin grüssen). 

Der "flache" Startkilometer verlief wenig spektakulär und ich sorgte dafür, dass nicht erst im ersten Anstieg eine erste Zäsur erfolgen würde. Im Uphill setzte sich dann Aemisegger sofort ab (und zog souverän durch) und auch ich konnte mich leicht von Berni und Isenmann lösen. Die Beine waren passabel, jedoch war die enorme "Spannung" in den steilen Abschnitten in den Waden stark zu spüren. Ich versuchte das Tempo zu dosieren und in den flächeren Passagen das Tempo hoch zu halten. Isenmann zeigte sich hartnäckig und kam in den steilen Passagen gefühlt immer etwas näher. Kurz vor dem Zervreila Restaurant war er dann fast dran. Im höllisch steilen Aufstieg nach Frunt konnte ich nochmals etwas zusetzen und den Abstand erneut vergrössern. Inzwischen schneite es und die Sonnenbrille diente als Schutz vor dem Schnee, was jedoch wenig half, da die Brille rasch anlief. Schon der Aufstieg war ziemlich rutschig und so war dies auch auf den abschliessenden 3.5 abfallenden Kilometer der Fall. Da ich immer kälter bekam, sehnte ich die Ziellinie herbei. Der Abstand schien nun komfortabel zu sein und so konnte ich die letzten Meter nochmals in vollen Zügen geniessen und erneut auf dem zweiten Rang einlaufen. 

Auch bei diesen anspruchsvollen Bedingungen war der Lauf ein voller Erfolg und die Trails bieten einfach für alle etwas. Welchen Wettkampf ich als Abschluss bestreiten werde, lasse ich offen, da die Probleme mit meinen Waden nach wie vor noch nicht komplett unter Kontrolle zu sein scheinen.


Sonntag, 14. September 2025

Erfolgreiche Titelverteidigung am Arosa Trailrun

Aufgrund der Vorbereitung entschied ich mich nach 2020 und 2024 erneut für einen Start über die 22 Kilometer Distanz am Arosa Trailrun. Die beiden längeren Strecken hätten mich ebenfalls gereizt, jedoch fehlen mir im Moment schlicht noch die Laufumfänge. Mein Körper machte wieder gut mit und einzig das Wetter sorgte etwas für Kopfzerbrechen. Am Renntag war es glücklicherweise trocken und die Temperaturen kühl, jedoch kein Problem für mich. 


Ich startete erneut zügig, um nicht in Positionskämpfe verwickelt zu werden. Waren wir auf den ersten Kilometern noch zu dritt unterwegs, konnte mir wenig später nur noch Roger Jenny folgen. Gemeinsam liefen wir in einer zügigen Pace und sehr gleichmässig in Richtung Weisshorn. Die Aussicht auf dem Weg hoch war einfach nur gewaltig und die Wolken lösten sich von Minute zu Minute mehr auf. Ich fühlte mich gut, jedoch spürte ich die Höhe und zu Beginn ebenfalls die kühlen Temperaturen. Da ich die ganze Zeit führte, wollte ich mir auf keinen Fall den Bergpreis entgehen lassen. So zog ich wenige Meter vor dem Gipfel des Weisshorns leicht an und konnte mir den Bergpreis souverän sichern. 

 

Gemeinsam ging es in den Downhill und es folgte ein kurzer Schreckmoment. Im steilen Gelände rutschte ich aus und legte mich kurz im Geröll hin. Glück im Unglück und bis auf ein paar wenige Schürfungen war alles noch ganz. Gemeinsam entschlossen wir uns, etwas Vorsicht walten zu lassen und nahmen so gemeinsam den Aufstieg zum Hörnli in Angriff. Meine Oberschenkel waren vom Downhill schon ordentlich mitgenommen und bereiteten mir zunehmend Sorgen. Obwohl es sich zäh anfühlte, kamen wir zügig dem Hörnli entgegen und es folgte ein weiterer langgezogener Downhill mit einem kurzen, aber happigen Gegenanstieg zum Älplisee. Ich bestimmte von vorne das Tempo und Jenny blieb stets an meinen Fersen. Auf dem Weg Richtung Ziel liessen wir es ordentlich laufen und waren flüssig unterwegs. Insgeheim wartete ich auf den Moment, wo Jenny die Führung erstmals übernehmen würde, da er bis zum jetzigen Zeitpunkt sehr souverän lief und einen starken Eindruck auf mich machte. Es sollte noch eine sehr kurze Gegensteigung knapp 3 Kilometer vor dem Ziel folgen und dort ging für mich überraschend eine Lücke auf. Ich bemerke dies rasch und sah nun die Chance, das Rennen erneut zu gewinnen. Sofort setzte ich zu einer Tempoverschärfung an und konnte eine Lücke aufreissen. Von nun an gab es nur noch eine Devise und die hiess Vollgas in Richtung Ziel zu brettern. Ich liess es nochmals ordentlich laufen und erreichte dann tatsächlich wenig später die Ziellinie solo. 

Sehr erfeut war ich auch über den Umstand, dass ich schneller als letztes Jahr war und nach 2020 erneut unter 2 Stunden lief. Etwas überraschend nach meiner Vorberitung und war die Zeit auf das Weisshorn doch ca. 1 Minute langsamer als in den Vorjahren. Der Downhill sowie der Aufstieg zum Hörnli waren jedoch zügiger und auch dank Roger Jenny war das Tempo bis zum Schluss hoch. 

Diese Leistung gibt mir grosse Zuversicht und in den kommenden Tagen werde ich mir Gedanken machen, wo ich noch starten möchte, bevor sich dann die Saison schon bald dem Ende zu neigt. Den Arosa Trailrun mit seinen tollen Strecken kann ich nur allen weiterempfehlen. Ein wirklich toller Wettkampf in einer wunderschönen Region!

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Donnerstag, 4. September 2025

Etzel Challenge

Die Etzel Challenge hat einen sehr hohen Stellenwert für mich, da der Wettkampf quasi vor meiner Haustüre liegt. Nach meinem Sieg im Vorjahr wollte ich meinen Titel natürlich verteidigen und eine gute Leistung vor Heimpublikum zeigen. Die Startnummer 1 ist immer etwas spezielles worüber ich mich besonders freute.

Nach dem Sihlseelauf hatte ich die Hoffnung, dass ich in den 10 Tagen vor dem Rennen nochmals ein paar gute Einheiten absolvieren kann. Leider erholte ich mich sehr schlecht und musste sogar die Intervalleinheit am Mittwoch nach dem Sihlseelauf abbrechen, da ich schlicht noch nicht erholt war (vielleicht werde ich auch einfach nur alt...). Frustriert musste ich einsehen, dass ich den Laufausfall nicht einfach ignorieren konnte. Eine gute Einheit brachte ich am Wochenende doch noch rein und so war ich ein wenig optmistischer als auch schon.

Die Bedingungen waren perfekt und das Wetter zeigte sich auch in diesem Jahr von seiner besten Seite. Die Startliste war ebenfalls gut gefüllt und ich war mir schon im Vorfeld sicher, dass heute der Streckenrekord durch Gossauer fallen könnte. Gossauer war es dann auch, welcher von Beginn weg ordentlich auf das Tempo drückte und rasch ein Lücke aufriss. Ich startete ebenfalls schnell, um freie Bahn zu haben. Es bildete sich eine relativ grosse Verfolgergruppe mit Müller, Häusermann, Lacher und Schilter. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass wir auf Streckenrekord Kurs waren bzw. Gossauer ihn heute brechen würde, sollte er nicht noch einbrechen. Beim Firstweg folgte wenig später eine erste grössere Zäsur. Müller und Schilter setzten sich ab und ich folgte zusammen mit Häusermann und Lacher. Hausermann konnte sich dann ebenfalls lösen und ich wiederum setze mich wenig später leicht von Nico Lacher ab. 

Die Lücke zu Häusermann blieb konstant und ich hoffte in der höllisch steilen Miltenweid nochmals hernanzukommen. Ich hoffte ebenfalls darauf, dass einige für die hohe Anfangspace noch büssen würden, was aber nicht eintraf. Obwohl ich wieder näher an Häusermann kam (Am Rigiberglauf verlor ich über 3 Minuten auf ihn), reichte es nicht mehr, die Lücke zu schliessen. 

 Mit meiner drittbesten Zeit von 39 Minuten 08 Sekunden erreichte ich das Ziel auf dem Hochetzel auf dem 5. Rang.  In Anbetracht der Vorbereitung eine gute Zeit und doch wäre ich nur zu gerne wieder auf dem Podium gestanden. Ich habe jedoch alles gegeben
und kann mir nichts vorwerfen. Was es nun braucht, ist Konstanz im Lauftraining, um dann in knapp 1,5 Wochen am Arosa Trail eine gute Leistung zeigen zu können. 

Spannend auch der Vergleich meiner bisherigen Zeiten an der Etzel Challenge. Mit der tiefen 39er Zeit aus diesem Jahr hätte ich in den Vorjahren immer das Podium erreicht. Ebenfalls der Umstand, dass meine PB aus dem Jahr 2020 für mich unerreicht bleibt (und noch immer die drittschnellste je gelaufene Zeit ist). 2020 war ich noch als Duathlet unterwegs und habe eher geringe Laufumfänge absolviert und nicht spezifisch für Bergläufe trainiert. Dieser Wettkampf war ausserdem nur drei Tage nach der Duathlon Schweizermeisterschaft in der Romandie. In den Jahren 2021 und 2022 war eine Teilnahme aufgrund der Duathlon WM in Zofingen nicht möglich. Diese Zeit nochmals zu unterbieten, wäre ein schönes Ziel für die kommenden Jahre!

Rangliste

 

Sonntag, 24. August 2025

Sihlseelauf

Da ich mich einigermassen gut vom Rigiberglauf erholte und am Samstag sowieso eine schnellere Einheit geplant gewesen wäre, stand einem Start am Sihlseelauf nichts im Weg. Letztes Jahr startete ich am Inferno Halbmarathon und die vorherigen Jahre war der Lauf über 14 Kilometer immer ein Fixpunkt im Rennkalender. Bei der letzten Einheit am Freitag sorgte die Wade erneut für ein paar Fragezeichen und die Vorfreude auf mein "Heimrennen" wurde etwas durch diese Unsicherheit in den Hintergrund getrübt.

Die Laufbedingungen waren perfekt und das Starterfeld so stark wie wohl noch selten zuvor. Mein Vorsatz verhalten zu starten war nach wenigen Metern vergessen (ebenfalls meine verpassten Laufkilometer) und ich fühlte mich ausgezeichnet. Nach einem Kilometer teilte sich das Feld und die beiden Afrikaner waren enteilt. Die Gruppe mit Lowiner, Flückiger sowie Mülli war wie erwartet ebenfalls zu stark für mich und so lief in in der dritten Gruppe. Die Pace war sehr hoch und ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich noch nie so zügig auf dieser Strecke unterwegs war. Im Aufstieg zum Galgenchappeli konnte ich mich dann zusammen mit Müller und Keller leicht absetzen. Am Berg fühlte ich mich ausgezeichnet, wobei ich in den Downhills die gewonnenen Meter auf meine Konkurrenten wieder einbüsste. Ich war mir sicher, dass einige in meiner Gruppe für den schnellen Start bezahlen und die anspruchsvolle Strecke unterschätzen würden. Kurz vor der Badi kam es aber anders und Schilter sowie Laegerström schlossen zu mir sowie Keller auf. Müller war am Strandweg bereits einige Meter enteilt. Leider war ich es nun, welcher die Pace nicht mehr halten konnte und so ging die Lücke auf. Die fehlende Tempohärte und das Vertrauen in die Wade waren wohl die entscheidenden Faktoren, dass ich nun nicht mehr einen Gang hochschalten konnte. Mit einer Zeit knapp über 50 Minuten überquerte ich wenig später die Ziellinie auf dem 10. Rang. Mit der Zeit bin ich zufrieden, war ich doch nur wenige Sekunden langsamer als bei meiner PB im Jahr 2022. Darauf kann ich im Hinblick auf die kommenden Wettkämpfe aufbauen. Am wichtigsten ist jedoch die Gewissheit, dass der Körper wieder mitmacht.

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Montag, 18. August 2025

Rigiberglauf

Manchmal ist es schon erstaunlich, wie schnell es gehen kann. Dies im positiven sowie negativen Sinne. Vor einer Woche war für mich klar, dass ich es kaum an die Startlinie des Rigi Berglaufs schaffen würde. Die ersten schnelleren Meter lief ich dann erstmals am Mittwoch und beendete die Einheit mit gemischten Gefühlen. Die Wade hielt, jedoch liess ich grosse Vorsicht walten und wollte nichts riskieren. Da am Folgetag das Gefühl in Ordnung war und ich gut auf die Belastung reagierte, stand ich tatsächlich früher als erwartet wieder an einer Startlinie. 

Den Rigiberglauf habe ich noch nie bestritten und daher freute ich mich besonders auf den Start. Die Nervosität war in etwa gleich gross wie die Ungewissheit, wie es um die Form stehen würde. Glücklicherweise war die Nervosität rasch verflogen und ich hatte nach den eher flachen drei Anfangskilometern noch immer Sichtkontakt zur Spitze. Das Gefühl in Ordnung, die Beine aber noch nicht wirklich erholt und noch immer etwas vom Jetlag in Mitleidenschaft gezogen. Der Rigiberglauf ist mit seinen fast 12 Kilometer und 1350 Höhenmeter ein richtiger Brocken. Nach knapp 5 Kilometer verlor ich den Sichtkontakt zur Spitze und kämpfte um den 6. Rang im gut besetzten Starterfeld. Mir fehlte schlicht das Selbstvertrauen in meinen Körper um voll zu pushen. Gerade in den Flachpassagen sowie im einzigen kurzen Downhill liess ich grosse Vorsicht walten, da ich meiner Wade noch nicht wirklich traute. Meinen Rhythmus konnte ich sauber fertig laufen und da die Positionen bezogen waren, lief ich das Tempo gleichmässig durch und finishte auf dem 7. Rang (3. Rang Kategorie) in einer Zeit von etwas über 1h 13min. 

Von der Zeit bin ich positiv überrascht und ich scheine nicht ganz so viel Form eingebüsst zu haben, wie befürchtet. Jedoch ist noch nicht alles perfekt und ich nehme Tag für Tag. Läuft alles nach Plan, hoffe ich auf einen Start am Sihlseelauf als weitere gute Trainingseinheit für die Trailwettkämpfe im Spätsommer/Herbst.


Sonntag, 8. Juni 2025

Scenic Trail - SM Trailrunning

Die Cuors da Flem war als Vorbereitung für die Trail-Schweizermeisterschaft gedacht. Statt einen letzten Reiz zu setzen, zerstörte der Wettkampf jedoch meine Beine. Zu wenig an die Hitze angepasst und zu viel Koffein vor dem Start – das waren die entscheidenden Faktoren, weshalb ich in der Vorwoche den Fokus komplett auf Erholung legte.

Die Schweizermeisterschaft im Trailrunning versprach dieses Jahr ein echter Brocken zu werden: 54 Kilometer, über 3800 Höhenmeter und wohl das am besten besetzte Feld, seit es diese noch junge Sportart gibt. Meine Beine erholten sich gerade rechtzeitig und so stand ich um 8.00 Uhr motiviert, aber mit grossem Respekt, an der Startlinie in Tesserete.

Mein Ziel war ein kluges Rennen: Hinten raus zulegen oder zumindest nicht komplett einbrechen. Für die Startrunde in Tesserete und den ersten längeren Anstieg fand ich mich in einer Gruppe mit Schicktanz, Janki und weiteren starken Läufern wieder – ohne zu viele Körner zu verlieren. Vorne machten Wenk und Dorian Marchal (neu für die Schweiz startend) von Beginn an Druck und setzten sich rasch ab.

Bald musste ich Janki und Schicktanz ziehen lassen und es bildete sich eine Fünfergruppe mit mir – wir bewegten uns etwa auf Rang 9 bis 14. Es folgte ein stetiges Auf und Ab bis zum zweiten längeren Aufstieg zum Monte Bar. Ich fühlte mich gut, konnte mich nach der Verpflegung von der Gruppe lösen, aber je höher ich kletterte, desto zäher wurde es. Statt einem Hitzerennen befanden wir uns im dichten Nebel – von der herrlichen Aussicht keine Spur. Die Gruppe holte mich ein und in den steilsten Passagen konnte ich das Tempo nicht mehr halten. Erneut war ich alleine unterwegs, bis ich auf Diego Pazos traf. Gemeinsam füllten wir im Rifugio di Piandanazzo die Flaschen auf. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Mein Rückstand auf die Spitze betrug lediglich vier Minuten – ich lag sehr gut im Rennen.

Im darauffolgenden Anstieg konnte ich mich erneut von Pazos absetzen. Bei Kilometer 25 waren bereits drei Viertel der Höhenmeter geschafft – so viel zum Streckenprofil! Mein Rückstand war weiterhin überschaubar, aber ich hatte keinerlei Information dazu. Wäre mir das bewusst gewesen, hätte es mir sicher geholfen, den Fokus zu behalten und nicht in einen Trott zu verfallen.

Es folgte ein weiteres Auf und Ab bis zur vorletzten Steigung, dem Monte Boglia. Die Downhills waren extrem schmierig und rutschig, aber ich war deutlich schneller unterwegs als noch am Transvulcania. Noch schneller war jedoch Pazos, der erneut zu mir aufschloss – gemeinsam machten wir uns auf Richtung Monte Boglia. Der Downhill vom Gipfel gelang mir gut und muskulär fühlte ich mich wieder besser. Bei Kilometer 42 nahm ich den letzten längeren Anstieg in Angriff. Weiterhin war weder vor noch hinter mir jemand zu sehen,und ich versuchte, so effizient wie möglich den Berg hinter mich zu bringen.

Bei Kilometer 50 realisierte ich, dass eine Zielzeit um 6h30 möglich wäre – das sorgte nochmals für einen Motivationsschub. Der Schlussteil zog sich jedoch und die Hitze im Tal war nun deutlich spürbar. Weil eine Brücke gesperrt war, mussten wir eine zusätzliche Schlaufe laufen, womit die 6.5-Stunden-Marke knapp verpasst wurde. Nach 6h41 erreichte ich die erlösende Ziellinie auf Rang 14 (11. Schweizer).

Ehrlicherweise verlor ich unterwegs mehrmals die Motivation, da ich weder auf einen Spitzenplatz hoffen konnte noch wusste, wie ich im Klassement lag. Zudem fehlen mir für diese Distanz die Kilometer – über den Winter hatte ich wegen kleineren Verletzungspausen immer wieder Trainingsunterbrüche. Ein weiterer Schwachpunkt war das Laufen mit Stöcken, diesen Bereich hatte ich im Vorfeld zu wenig trainiert. Das Niveau ist im Moment sehr hoch und ich schlicht nicht gut genug, das ich um die vorderen Ränge mitlaufen könnte.

Nun hoffe ich auf einen guten Trainingsblock, um dann die erste Saisonhälfte mit meinem Heimrennen, dem Stoos Trail, abzuschliessen.

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Sonntag, 1. Juni 2025

Il Cuors da Flem

Der Tag nach dem Gamperney-Berglauf bot sich spontan für eine Streckenbesichtigung des Scenic Trails an – jener Strecke, auf der am kommenden Samstag die Schweizermeisterschaft über 54 Kilometer ausgetragen wird. Die Doppelbelastung diente als gezielter Reiz im Hinblick auf das lange Rennen, forderte aber auch ihren Tribut: Die Erholung zog sich entsprechend etwas in die Länge. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich dieser Block mit drei Rennen in drei Wochen auf meine Performance auswirken wird.

Doch zurück zur Cours da Flem in Flims. Als Titelverteidiger war der Druck, erneut abzuliefern, natürlich spürbar. Mein Ziel war es, zumindest meine Vorjahreszeit zu bestätigen. Die Ausgangslage war jedoch leicht verändert – uns stand der erste richtige Sommertag bevor und mit Simon Schäppi war starke Konkurrenz am Start.

Der erste Abschnitt der Strecke führt mehrheitlich bergab, unterbrochen von einigen kurzen, aber steilen Gegenanstiegen. Nach rund drei Kilometern verlor ich Simon aus dem Blickfeld und war fortan alleine unterwegs. Anfangs fühlte ich mich noch sehr gut, doch unter der brennenden Sonne schwanden meine Kräfte zusehends. Der Abstand nach hinten war zwar zwischenzeitlich beruhigend, doch zur Rennhälfte kündigte sich Ungemach an. Ich fühlte mich kraftlos, sehnte mich nach Flüssigkeit und plötzlich war Gian-Luca Michael da. Mit Mühe gelang es mir, den Kontakt zu halten.

Die zuvor vernichteten Höhenmeter wollten nun wieder erklommen werden – eigentlich mein Terrain. Doch ich war am Limit und musste Gian-Luca ziehen lassen. Umso überraschender gelang es mir wenig später, wieder aufzuschliessen. Ein Hoffnungsschimmer. Auch er schien zu kämpfen. Gemeinsam erreichten wir den letzten Verpflegungsposten, wo wir beide kurz stoppten und uns mit mehreren Bechern Wasser und Cola versorgten. Noch lagen mehr als drei Kilometer bis ins Ziel vor uns.

Wir liefen gemeinsam weiter in Richtung Caumasee, ohne dass sich einer von uns entscheidend absetzen konnte. Innerlich hatte ich mich mit Rang drei schon abgefunden.

Dann kam der höllisch steile Schlussanstieg und mit ihm die Entscheidung. Aus dem Nichts fühlte ich mich plötzlich besser, konnte eine Lücke aufreissen und war fest entschlossen, diese nicht mehr herzugeben. Ich warf alles in die Waagschale. Auch auf der abschliessenden Runde ums Stadion blieb die Unsicherheit: Reicht der Vorsprung? Der Speaker machte es spannender, als mir lieb war.

Am Ende reichte es doch – Platz zwei nach einem packenden Duell mit Gian-Luca, hinter einem überragenden Simon Schäppi.

Die Hitze wird wohl auch am kommenden Samstag eine entscheidende Rolle spielen. Aus Flims nehme ich auf jeden Fall einige wichtige Erkenntnisse mit für die nächste Herausforderung.

Rangliste

Sonntag, 25. Mai 2025

Gamperney Berglauf

Der Gamperney Berglauf gehört zu den Klassikern, was Bergläufe in der Schweiz betrifft und hatte in vergangenen Jahren Berglauf-Ikonen wie Jonathan Wyatt oder Robbie Simpson an den Start gelockt. 

Seit dem Transvulcania machten sich viele Zweifel in mir breit, wie es um meine Form stehen würde und ob ich an meine Resultate der vergangenen Jahre anknüpfen könnte. Die Anspannung war um einiges grösser als die Vorfreude und die gut besetzte Startliste erhöhte den (selbstauferlegten) Druck nochmals erheblich. 

Je schlechter die Beine beim Einlaufen, desto besser im Wettkampf. Dies bewahrheitete sich glücklicherweise auch heute wieder. Ich fühlte mich von Beginn an gut und übernahm nach 200m sogar die Spitze und führte das Feld in den langen Anstieg. Dort setzten sich dann rasch drei Läufer von mir ab und ich riss ebenfalls schon eine kleine Lücke auf. Die Steigung war zu Beginn moderat und auf Asphalt. Nach ca. vier Kilometer konnte ich mich auf Rang drei vorarbeiten. Bei Kilometer 6.5 kam es noch besser und ich lief auf Jack Wood auf, welcher zusammen mit Aemisegger das Rennen anführte. Zeitgleich machte aber auch Richle Boden gut und somit bogen wir zu dritt in den höllisch steilen Schlussabschnitt ein. Wood war nun endgültig abgefallen und Richle setzte sich ebenfalls leicht von mir ab. Der Untergrund wechselte nun von grobem Schotter auf Gras und es wurde nochmals steiler! Ich wollte meinen dritten Rang unbedingt halten und traute der Lücke nach hinten noch nicht. Die letzten 300 Meter bis zur erlösenden Ziellinie wurden nochmals hart. Umso wichtiger waren die zahlreichen Zuschauer, welche uns auf diesem Abschnitt anfeuerten. 

Rang 3 war mehr, als ich im Vorfeld erwartete und ein Befreiungsschlag nach dem verkorksten Rennen am Transvulcania.

 

Sonntag, 11. Mai 2025

La Palma - Transvulcania

Der Transvulcania auf La Palma gehört zu den Klassikern der Trailrennen und hat auch international einen hohen Stellenwert. Da die Frühlingsferien ideal lagen und der Wettkampf sehr gut in den Rennkalender passte, wollte ich mir die Chance auf eine Teilnahme nicht entgehen lassen.

Zusammen mit Tobias Baggenstos reiste ich schon zwei Wochen vor dem Marathon an. Bei perfekten Bedingungen konnten wir nahezu die ganze Strecke ablaufen und waren begeistert von den Gegebenheiten. Das Training verlief nach dem harzigen Winter wie gewünscht und ich war sehr zuversichtlich, was das Rennen betraf. 

Just am Renntag sollte das Wetter nicht mitspielen und Regen sowie starker Wind waren gemeldet. Da ein Grossteil der Strecke auf über 2000m.ü.M. liegt, würde es auch dementsprechend kalt werden. Der Veranstalter setzte bei der Pflichtausrüstung nur auf eine Rettungsdecke - Regenjacke oder wärmere Kleidung waren nur eine Empfehlung. Willkommen in Spanien.

Unser Start war auf 1450m.ü.M in El Pilar um 6.00 Uhr angesetzt. Bereits beim Einlaufen erwischte uns ein heftiger Regenschauer, was meine Beinmuskulatur in Schockstarre versetzte. Ein erster Vorgeschmack, was uns noch erwarten würde. 


Mit Stirnlampe ging es auf die ersten 6 welligen Kilometer. Der Boden war für mich kaum zu sehen und ich fühlte mich wie im falschen Film und war überfordert. Leichte Panik machte sich breit. 
Dazu fühlten sich meine Beine alles andere als gut an. Ich schob das schlechte Gefühl beiseite, da das Rennen noch lange gehen würde. Die Spitze war bereits aus meinem Sichtfeld verschwunden und ich hatte keine Ahnung, wo ich stand. Immer wieder musste man grossen Pfützen ausweichen. Der Nebel und das Rauschen des Windes sorgten für eine beängstigende Stimmung. Viele Gedanken schossen mir zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf. Einer davon war, ob ich langsam zu alt für solche Sachen werde...

Ich freute mich sehr auf den ersten Uphill und hoffte darauf, meine Stärke am Berg ausspielen zu können. Jedoch vermochte ich auch dort keine Positionen gut zu machen. Die Lichter vor mir kamen für kurze Zeit etwas näher, entwichen dann aber rasch wieder aus meinem Blickfeld. Die Regenjacke, welche ich kurz nach dem Start auszog, kramte ich nun wieder hervor. Endlich wurde es hell und Hoffnung keimte auf, dass es nun besser werden würde. 

Kurz vor dem Refugio bekam ich Gesellschaft von hinten und zu zweit kämpften wir uns zum höchsten Punkt vor, dem Roque de los Muchachos auf über 2400m.ü.M. Die Sicht war so schlecht, dass ich trotz Streckenkenntnissen nicht einmal merkte, dass wir kurz vor dem Gipfel waren. Der Blick auf die Uhr verriet nichts Gutes und ich hoffte insgeheim, dass die Zeiten heute etwas langsamer sein würden als im Vorjahr.

Bereits zu Beginn des Downhills musste ich meinen Konkurrenten ziehen lassen und war nun alleine unterwegs. Der Trail war sehr ausgewaschen und anspruchsvoll zu laufen. Das Risiko hielt ich in Grenzen, war doch vor und hinter mir niemand zu sehen. Trotzdem stürzte ich einmal und konnte einen zweiten Sturz nur in Extremis vermeiden. Zuschauer waren bei diesem Wetter keine zu sehen, einzig Rettungssanitäter tauchten in regelmässigen Abständen immer wieder auf. 

Das Meer im Blick und gedanklich schon im Ziel folgte ein unglücklicher Misstritt. Zum Glück ohne weiteren Folgen (hoffe ich jedenfalls). Von den total 2450 Höhenmeter, die es am Stück zu vernichten gab, folgten die letzten 500. Das Ziel konnte ich schon von Weitem hören und endlich wurde es wieder wärmer. 

Auf Rang 20 überquerte ich die Ziellinie nach 4h 38min. Froh, dass es vorbei war, aber nicht am Ende meiner Kräfte. Nicht, dass ich alles gegeben hätte, aber mehr ging heute einfach nicht. Rückstand und Platzierung entsprechen nicht meiner Erwartung und ich hoffe sehr, dass es einfach ein "gebrauchter" Tag war. 
 
Festzuhalten bleibt aber, dass das Niveau hoch war. Der Streckenrekord wurde bei diesen misslichen Bedingungen gebrochen und Tobi lief auf den sensationellen zweiten Rang. Wahnsinn! 

Das 15-Jahre Jubiläum wird uns in besonderer Erinnerung bleiben, war es doch zuvor 14 Jahre lang immer gutes Wetter. Ob es vertretbar war, Athleten bei diesen Bedingungen auf die Strecke zu schicken, lasse ich offen.

Gracias La Palma. Vielleicht sieht man sich ein zweites Mal bei hoffentlich besserem Wetter für den Ultra. 
 
 

Sonntag, 16. März 2025

Blitz-Comback beim Berghalbmarathon hohen Winde

Meine Wadenprobleme bekam ich schneller in den Griff, als ich erwartet hatte. So rückte ein Start beim Berghalbmarathon Hohe Winde im Baselbiet plötzlich wieder in greifbare Nähe. Zurück im Lauftraining war ich erst seit knapp zwei Wochen,und die intensiven Einheiten beschränkten sich auf genau eine einzige. Die Unsicherheit, ob die Wade halten würde, war noch immer da, aber nach Absprache mit meinem Coach entschied ich mich dennoch für einen Start.

Leider verabschiedete sich der Frühling kurzzeitig und am Renntag erwarteten uns Temperaturen knapp über 0 °C. Der Nieselregen machte die Bedingungen zusätzlich unangenehm, weshalb ich mich für die warme Variante bei der Kleidung entschied. Das erste Drittel der Strecke war zugleich der am wenigsten attraktive Abschnitt: Hauptsächlich auf Asphalt führte dieser Teil aus Birsfelde hinaus. Mit dem mehrfachen Sieger und Streckenrekordhalter Manuel Hügli fand ich jedoch schnell einen guten Orientierungspunkt. Ich war positiv überrascht, wie gut ich mithalten konnte, ohne dabei zu viel Energie zu verbrauchen. 

Beim Hauptanstieg gelang es mir sogar kurzzeitig eine Lücke zu reissen und mich um ein paar Meter von Manuel abzusetzen. Diese Führung war jedoch von kurzer Dauer und im folgenden Downhill musste ich ihn wieder ziehen lassen. Zu diesem Zeitpunkt spürte ich meine Wade leicht und wollte kein Risiko eingehen – dasselbe galt für den Downhill. Die Wahl meiner Schuhe erwies sich dort als eher suboptimal und ich büsste enorm viel Zeit ein. So viel Zeit, dass ich gegen Ende des Downhills Gesellschaft von hinten bekam und einen weiteren Platz verlor. Natürlich spielte auch die Rennlänge eine Rolle, da mein längster Lauf im Vorfeld nur knapp 20 Kilometer umfasste.

In den kurzen Gegensteigungen kam ich zwar noch einmal heran, verlor jedoch auf dem Singletrail erneut Zeit. Dennoch konnte ich meinen Rhythmus beibehalten,und der Abstand pendelte sich ein, während der Sichtkontakt bestehen blieb. Physisch fühlte ich mich weiterhin erstaunlich gut und konnte den dritten Rang problemlos halten. Mit der Zielzeit von 1 Stunde und 42 Minuten auf diesem Kurs und unter diesen Bedingungen bin ich ebenfalls zufrieden. Viel wichtiger war jedoch, dass die Wade der Belastung standgehalten hat. Jetzt hoffe ich, die Vorbereitung für den Transvulcania Marathon ohne weitere Unterbrüche in Angriff nehmen zu können.

Rangliste 

Montag, 24. Februar 2025

Rückschlag um Rückschlag

Einige Zeit ist es her seit dem letzten Beitrag. Nach sehr guten Trainings über die Festtage kam am letzten Tag der Ferien der Dämpfer aus dem Nichts. Muskuläre Probleme in der Kniekehle sorgten dafür, dass ich für fast drei Wochen das Lauftraining pausieren musste. Zum Glück lag genug Schnee und ich konnte das Training auf die Langlaufskis und die Tourenskis verlegen. 

Mit der nötigen Portion an Vorischt nahm ich das Lauftraining wieder auf und ein Start am Reusslauf schien doch noch Tatsache zu werden. In der Rennwoche wurde ich leider von Magenproblemen heimgesucht. Daher entschied ich mich erst am Rennmorgen für einen definitiven Start. Schon dieses Vorzeichen hätte darauf hindeuten sollen, dass ich heute besser auf diesen Formtest verzichtet hätte. 

Obwohl ich verhalten startete, stimmten mich die Splits auf den ersten drei Kilometer zuversichtlich. Danach wurde es zunehmend zäher, bis ich mich bei Kilometer fünf wieder fangen konnte. Die Gruppe vor mir schien in greifbarer Nähe zu sein. Leider kam es anders. Bei einer leichten Bergabpassage verkrampfte meine rechte Wade und ich musste das Tempo drosseln. Dieser Zustand stabilsierte sich bis 40 Meter vor dem Ziel. Die Wadenmuskulatur versagte nun komplett und so spazierte ich die letzten Meter über die Ziellinie. 

Eine weiter Laufpause scheint unabdingbar und es ist nochmals viel Geduld von meiner Seite gefragt.