Montag, 17. August 2026

Madrisa Trail

Nach dem Stoos Trail legte ich eine kurze Laufpause ein, um den vierwöchigen Trainingsblock in der Höhe frisch in Angriff nehmen zu können. Beim Laufwiedereinstieg machten sich dann aus dem Nichts neue muskuläre Probleme im hinteren Oberschenkel beziehungsweise in der Kniekehle bemerkbar. Genau so wollte ich definitiv nicht nach Davos ins Trainingslager mit Swiss Athletics reisen. Dank kluger Trainingssteuerung bekam ich die Probleme jedoch schneller als erwartet in den Griff und konnte ausgezeichnet trainieren und von den top Bedingungen profitieren.

Es folgten zwei weitere Wochen in St. Moritz mit meiner eigenen Trainingsgruppe. Es war definitiv der beste Trainingsblock seit Langem und gab mir viel Zuversicht für die kommenden Wettkämpfe. Einzig die Tatsache, dass ich bei der Abreise erneut mit muskulären Problemen, diesmal am Schienbein, zu kämpfen hatte, trübte die Stimmung etwas. Langsam bin ich mir den Umgang damit jedoch gewohnt und so ging ich trotzdem sehr zuversichtlich in Richtung Madrisa Trail T54.

Leider musste die Strecke aufgrund von Gewitterwarnungen am Nachmittag leicht angepasst und verkürzt werden. Im Trainingslager in Davos konnte ich einen Grossteil der Strecke bereits besichtigen und war begeistert von der Streckenführung und der wunderschönen Landschaft.

Bereits beim Start um 05.30 Uhr war es alles andere als kühl. Ich nahm mir deshalb vor, möglichst viele Kräfte für den langen Anstieg hinauf zum Rätschenjoch zu sparen. Es rollte von Beginn an sehr gut und ich konnte ohne grossen Aufwand in der Spitzengruppe mitlaufen. Nach knapp fünf Kilometern schien sich das Feld langsam aufzuteilen und Schicktanz sowie de Lange setzten sich leicht ab. Gemeinsam mit ihnen war noch ein weiterer übermotivierter Athlet unterwegs, den ich nach der Hängebrücke wieder ein- und schliesslich überholen konnte.

Von hinten bekam ich Gesellschaft von Björn Herrmann, mit dem ich nun gemeinsam unterwegs war. Das machte die Kilometer kurzweilig und nach knapp zwei Stunden passierten wir bereits die VP Saaser Alp bei Kilometer 19 oberhalb der Madrisa. Die Pace passte und auf dem folgenden Singletrail konnte ich mich leicht von Björn absetzen.

Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits mit leichten Magenproblemen zu kämpfen, was die Kombination mit der zunehmenden Hitze nicht angenehmer machte. Der Anstieg hinauf zum Jägglisch Horn verlief noch flüssig, doch der sehr steile Eggberg kostete mich mehr Energie als erwartet.

In Gafia angekommen, kühlte ich mich kräftig herunter und erhielt von meinen Supportern neue Flasks. Genau an jenem Punkt, an dem ich eigentlich noch einigermassen frisch sein wollte, wurde es nun richtig hart. Der Anstieg hinauf zum Rätschenjoch zog sich und ich hikte praktisch den gesamten Anstieg. In der Mitte musste ich Björn Herrmann wieder passieren lassen und rutschte dadurch auf Rang vier ab.

Ein Blick zurück verhiess nichts Gutes und ich rechnete damit, bis zum höchsten Punkt noch mindestens einen weiteren Rang einzubüssen. Die Verpflegungsstation lag nur wenige Höhenmeter unterhalb des höchsten Punkts und ich nahm mir deshalb nochmals genügend Zeit, mich zu verpflegen. Die Beine fühlten sich leer an und ich fragte mich ehrlich gesagt, wie ich den mehr als zehn Kilometer langen Downhill noch überstehen sollte.

Umso erstaunter war ich, als die Beine plötzlich wieder aufmachten und ich mich zunehmend besser fühlte. Ich konnte es nochmals ordentlich laufen lassen und die verbleibenden Kilometer verflogen regelrecht. Auch die letzten zwei leicht aufwärtsführenden Kilometer zurück zum Bahnhof Klosters waren deutlich angenehmer als erwartet. Einzig die Hitze im Tal war brutal und die erlösende Ziellinie dadurch umso schöner.

Noch überraschter war ich im Ziel, als mir mitgeteilt wurde, dass ich den dritten Rang erreicht hatte. Leider hatte sich Björn Herrmann kurz vor dem Ziel verlaufen.

Für mich persönlich habe ich an diesem Tag das Optimum herausgeholt. Noch immer warte ich auf das perfekte 50-Kilometer-Rennen, bei dem wirklich alles ineinandergreift. Die beiden Athleten vor mir wären aber auch bei einem aus meiner Sicht perfekten Rennen ausser Reichweite gewesen.

 


Rangliste