Dienstag, 15. September 2026

Arosa Trailrun

Bereits zum vierten Mal nahm ich am Arosa Trail über die 22-Kilometer-Distanz teil. Als Sieger der beiden Vorjahre war mein Ziel klar: Ein weiterer Sieg auf einer meiner Lieblingsstrecken sollte her. Für starke Konkurrenz war jedoch gesorgt und so erwartete ich einen engen Kampf um die Podestplätze.

 


Der Spätsommer zeigte sich erneut von seiner besten Seite und die Bedingungen hätten am Renntag kaum besser sein können. Bereits beim Start um 9.00 Uhr waren die Temperaturen angenehm warm. Von Beginn an schlug Marco Wildhaber eine hohe Pace an und ich versuchte, ihm zu folgen. Leider musste ich ihn früher als erwartet ziehen lassen und bereits beim Seilpark ging eine erste Lücke auf. Meine Beine fühlten sich nicht so gut an wie in den vergangenen Wochen. Deshalb versuchte ich, ruhig zu bleiben und meinen eigenen Rhythmus zu finden. Die Pace schien dennoch hoch zu sein, denn auch hinter mir öffnete sich eine kleine Lücke zum Verfolgerfeld.

Den Sichtkontakt zu Marco konnte ich weiterhin halten, was mir half, das Tempo hochzuhalten. Dennoch musste ich mir an diesem Tag jeden Meter hinauf zum Bergpreis auf dem Weisshorn hart erarbeiten. Lockerlassen lag nicht drin, denn mein Vorsprung auf die Verfolger betrug weiterhin weniger als eine Minute. Ein kurzer Blick auf die Uhr auf dem Weisshorn zeigte mir jedoch, dass ich trotz des mässigen Laufgefühls schnell unterwegs war.

Es galt, keine Zeit zu verlieren und so stürzte ich mich direkt in den ersten Downhill. Den anschliessenden Gegenanstieg zum Hörnli konnte ich sauber durchlaufen. Ein Blick zurück zeigte mir, dass der Abstand nach hinten mittlerweile beruhigend gross geworden war.

Es folgten noch ein steiler Gegenanstieg sowie der langgezogene Rückweg nach Arosa. Mein Magen machte sich besonders in den Downhillpassagen immer wieder bemerkbar und zwang mich dazu, mich etwas zurückzuhalten. Knapp zwei Kilometer vor dem Ziel realisierte ich dann, dass erneut eine Zeit unter zwei Stunden möglich war. Einen Kilometer vor der Ziellinie wurde mir sogar klar, dass eine neue persönliche Bestzeit drinliegen könnte. Also zog ich nochmals durch und unterbot meine bisherige Bestzeit aus dem Jahr 2020 um mehr als zwei Minuten.

Das kam für mich doch etwas überraschend, denn während des gesamten Rennens fühlte ich mich nie wirklich top. Umso erfreulicher ist die Erkenntnis: Die Form scheint definitiv zu stimmen.


 

Rangliste


 

Samstag, 5. September 2026

Etzel Challenge

Die Etzel Challenge als mein Heimrennen hatte auch in diesem Jahr einen hohen Stellenwert für mich. So legte ich zusammen mit meinem Coach im Training den Fokus vermehrt auf kürzere Einheiten, um wieder etwas an Speed dazuzugewinnen. Es war spannend zu sehen, wie mein Körper auf die Umstellung von sehr langen Belastungen zurück zu kurzen, hochintensiven Einheiten reagieren würde.

Die Bedingungen am Start um 18.15 Uhr waren erneut ideal und der Spätsommer zeigte sich von seiner besten Seite. Das Rennen wurde in diesem Jahr eher zurückhaltend eröffnet,und so war ich es, der nach wenigen Metern für eine zügige Pace sorgte. Meine Führung war allerdings nach knapp 400 Metern bereits Geschichte. Gossauer zog an mir vorbei und sollte das Rennen erneut mit einer sehr schnellen Zeit für sich entscheiden.

Dahinter blieb das Feld eng beisammen und ich fühlte mich auf dem ersten, eher «flachen» Teil ausgezeichnet. Der steile Firstweg sollte für eine erste Zäsur sorgen und so hielt ich das Tempo in der steilen Rampe bewusst hoch. Schilter zog jedoch an mir vorbei und ich forcierte ebenfalls nochmals das Tempo. Ein weiterer Athlet ging mit und nun musste ich zum ersten Mal ordentlich beissen. Wenig später war ich der einzige Verfolger, während mein Begleiter seinem Effort Tribut zollen musste.




In den flacheren Abschnitten konnte ich den Abstand zu Schilter nochmals leicht verringern, kam aber nicht mehr entscheidend näher. Von hinten drohte ebenfalls keine Gefahr mehr und so durfte ich mich im Ziel über den dritten Rang und eine gute Zeit von 38 Minuten und 30 Sekunden freuen.

Die Form passt definitiv und so freue ich mich auf die noch anstehenden Trailwettkämpfe.



Montag, 17. August 2026

Madrisa Trail

Nach dem Stoos Trail legte ich eine kurze Laufpause ein, um den vierwöchigen Trainingsblock in der Höhe frisch in Angriff nehmen zu können. Beim Laufwiedereinstieg machten sich dann aus dem Nichts neue muskuläre Probleme im hinteren Oberschenkel beziehungsweise in der Kniekehle bemerkbar. Genau so wollte ich definitiv nicht nach Davos ins Trainingslager mit Swiss Athletics reisen. Dank kluger Trainingssteuerung bekam ich die Probleme jedoch schneller als erwartet in den Griff und konnte ausgezeichnet trainieren und von den top Bedingungen profitieren.

Es folgten zwei weitere Wochen in St. Moritz mit meiner eigenen Trainingsgruppe. Es war definitiv der beste Trainingsblock seit Langem und gab mir viel Zuversicht für die kommenden Wettkämpfe. Einzig die Tatsache, dass ich bei der Abreise erneut mit muskulären Problemen, diesmal am Schienbein, zu kämpfen hatte, trübte die Stimmung etwas. Langsam bin ich mir den Umgang damit jedoch gewohnt und so ging ich trotzdem sehr zuversichtlich in Richtung Madrisa Trail T54.

Leider musste die Strecke aufgrund von Gewitterwarnungen am Nachmittag leicht angepasst und verkürzt werden. Im Trainingslager in Davos konnte ich einen Grossteil der Strecke bereits besichtigen und war begeistert von der Streckenführung und der wunderschönen Landschaft.

Bereits beim Start um 05.30 Uhr war es alles andere als kühl. Ich nahm mir deshalb vor, möglichst viele Kräfte für den langen Anstieg hinauf zum Rätschenjoch zu sparen. Es rollte von Beginn an sehr gut und ich konnte ohne grossen Aufwand in der Spitzengruppe mitlaufen. Nach knapp fünf Kilometern schien sich das Feld langsam aufzuteilen und Schicktanz sowie de Lange setzten sich leicht ab. Gemeinsam mit ihnen war noch ein weiterer übermotivierter Athlet unterwegs, den ich nach der Hängebrücke wieder ein- und schliesslich überholen konnte.

Von hinten bekam ich Gesellschaft von Björn Herrmann, mit dem ich nun gemeinsam unterwegs war. Das machte die Kilometer kurzweilig und nach knapp zwei Stunden passierten wir bereits die VP Saaser Alp bei Kilometer 19 oberhalb der Madrisa. Die Pace passte und auf dem folgenden Singletrail konnte ich mich leicht von Björn absetzen.

Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits mit leichten Magenproblemen zu kämpfen, was die Kombination mit der zunehmenden Hitze nicht angenehmer machte. Der Anstieg hinauf zum Jägglisch Horn verlief noch flüssig, doch der sehr steile Eggberg kostete mich mehr Energie als erwartet.

In Gafia angekommen, kühlte ich mich kräftig herunter und erhielt von meinen Supportern neue Flasks. Genau an jenem Punkt, an dem ich eigentlich noch einigermassen frisch sein wollte, wurde es nun richtig hart. Der Anstieg hinauf zum Rätschenjoch zog sich und ich hikte praktisch den gesamten Anstieg. In der Mitte musste ich Björn Herrmann wieder passieren lassen und rutschte dadurch auf Rang vier ab.

Ein Blick zurück verhiess nichts Gutes und ich rechnete damit, bis zum höchsten Punkt noch mindestens einen weiteren Rang einzubüssen. Die Verpflegungsstation lag nur wenige Höhenmeter unterhalb des höchsten Punkts und ich nahm mir deshalb nochmals genügend Zeit, mich zu verpflegen. Die Beine fühlten sich leer an und ich fragte mich ehrlich gesagt, wie ich den mehr als zehn Kilometer langen Downhill noch überstehen sollte.

Umso erstaunter war ich, als die Beine plötzlich wieder aufmachten und ich mich zunehmend besser fühlte. Ich konnte es nochmals ordentlich laufen lassen und die verbleibenden Kilometer verflogen regelrecht. Auch die letzten zwei leicht aufwärtsführenden Kilometer zurück zum Bahnhof Klosters waren deutlich angenehmer als erwartet. Einzig die Hitze im Tal war brutal und die erlösende Ziellinie dadurch umso schöner.

Noch überraschter war ich im Ziel, als mir mitgeteilt wurde, dass ich den dritten Rang erreicht hatte. Leider hatte sich Björn Herrmann kurz vor dem Ziel verlaufen.

Für mich persönlich habe ich an diesem Tag das Optimum herausgeholt. Noch immer warte ich auf das perfekte 50-Kilometer-Rennen, bei dem wirklich alles ineinandergreift. Die beiden Athleten vor mir wären aber auch bei einem aus meiner Sicht perfekten Rennen ausser Reichweite gewesen.

 


Rangliste


Sonntag, 5. Juli 2026

Stoos Trail

Der Stoos Trail über 46 Kilometer und 2400 Höhenmeter sollte erneut meine erste Saisonhälfte abschliessen. Nach dem verletzungsbedingten Verzicht im Vorjahr schaffte ich es gesund und fit an die Startlinie. Die Vorfreude war riesig und auch die Vorbereitung verlief nach Plan. Das erhöhte natürlich den Druck und ich wollte eine starke Leistung an meinem Heimwettkampf zeigen.

Den frühen Start um 6.00 Uhr schätze ich jedes Jahr, da die Temperaturen selbst im Hochsommer noch angenehm sind. Jedenfalls in den ersten beiden Rennstunden. Die ersten acht Kilometer führen fast flach von der Talstation Schlattli ins Muotathal. Es galt, clever zu laufen. So liess ich nach knapp 500 Metern meinen Trainingskollegen Tobias Baggenstos ziehen, da ich wusste, dass er an diesem Tag in einer eigenen Liga unterwegs sein würde. Etwas überraschend ging ein weiterer Läufer sein Tempo mit. Gemeinsam mit Matthias Schmidig liefen wir knapp dahinter. Nach rund fünf Kilometern hatten wir die Lücke zum anderen Läufer geschlossen und auch Tobi war noch in Sichtweite, was dafür sprach, dass wir gut unterwegs waren. Das Laufgefühl passte ebenfalls und ich fühlte mich stark.

Der erste lange Anstieg mit über 1000 Höhenmetern sollte mir eigentlich liegen und genau dort begann es zu harzen. Ich musste Matthias Schmidig im Singletrail ziehen lassen und meine Oberschenkel fühlten sich ungewöhnlich schwer an. Auf der Asphaltstrasse kam ich ihm nochmals etwas näher, musste ihn dann aber rasch wieder ziehen lassen. Von da an sollte es ein einsames Rennen werden. Die Hitze machte mir zunehmend zu schaffen und auch mein Magen meldete sich. Der verblockte Downhill hinunter zur Alp Goldplangg verlief alles andere als flüssig. Im Nachhinein hätte ich an der Verpflegung bereits auf Cola umstellen sollen, denn im folgenden Auf und Ab wurde mein Magen immer schlechter. Die kurzen Steigungen musste ich nun sogar gehend bewältigen und es kamen doch einige Zweifel auf, ob ich meinen Podestplatz verteidigen konnte.

Glücklicherweise beruhigte sich mein Magen wieder und der Aufstieg hinauf zum Klingenstock verging einigermassen rasch. Ein Blick zurück bestätigte mir, dass ich ein Polster auf den nächsten Verfolger hatte. Auf dem Grat versuchte ich, so gut es ging, es laufen zu lassen und auf den Abschnitten mit den vielen Stufen jeweils die beste Linie zu finden. Es ist jedes Mal ein fantastischer Moment, als einer der Ersten und noch vor den grossen Touristenströmen diesen Abschnitt in Angriff nehmen zu dürfen. 

Auf dem Fronalpstock angekommen wurde mir ein Vorsprung von knapp fünf Minuten auf Rang 4 gemeldet. Ich durfte also im langen Downhill zurück nach Brunnen keinesfalls nachlassen. Gleichzeitig warf ich erstmals einen Blick auf die Uhr und war erstaunt, dass ich ähnlich schnell unterwegs war wie bei meinem Sieg im Jahr 2023. Das schlechte Gefühl bedeutete also nicht automatisch eine schlechte Zeit. Mental tat dies in diesem Moment gut und ich konnte nochmals weitere Energie mobilisieren für die letzte Rennstunde.

Auch die Beine fühlten sich nun wieder besser an und das Laufgefühl kehrte zurück. So vergingen die Kilometer erstaunlich schnell. Der kurze Gegenanstieg in Morschach kam mir jedoch wie eine Wand vor und ich hatte das Gefühl, stillzustehen. Nach 4:22 Stunden durfte ich schliesslich die erlösende Ziellinie überqueren und mich über den 3. Rang freuen. Damit ist mein Medaillensatz am Stoos Trail komplett. 

Nach einem sehr mühsamen Winter und Frühjahr bin ich froh, dass ich die erste Saisonhälfte doch noch mit zwei guten Rennen abschliessen konnte.  

Rangliste

Sonntag, 14. Juni 2026

Pilatus Trail

Nach der Zugerberg Classic ging es endlich wieder aufwärts. So absolvierte ich ein sehr gutes verlängertes Trainingswochenende und auch unter der Woche wurde ich endlich wieder gesund und fühlte mich in den schnellen Einheiten wieder stark. Dadurch konnte ich etwas Selbstvertrauen für den Pilatus Trail am Samstag sammeln. Es sollte mein erster Start an diesem Wettkampf über 8,5 Kilometer und 930 Höhenmeter werden.

Der Sommer meldete sich ebenfalls zurück und beim Start um 9.40 Uhr war es bereits warm. Da ich mich gut fühlte, setzte ich mich gleich an die Spitze und sorgte für ein hohes Tempo. Der erste Kilometer verlief auf einer schmalen Asphaltstrasse, die stetig steiler wurde. Die Spitze war dicht beisammen und als es erstmals in den Wald ging, übernahmen zwei andere Läufer das Tempodiktat. Das Tempo war enorm und als die erste kurze flachere Passage folgte, musste ich bereits eine Lücke entstehen lassen. Die ersten drei Läufer zogen leicht davon und auch im technischen, steilen Uphill konnte ich den Rückstand nicht mehr schliessen. Nicht nur der Tagessieg schien ausser Reichweite zu sein, sondern auch ein Podestplatz.

Den Blickkontakt zu Rang 3 konnte ich jedoch halten und somit gab ich mich noch nicht geschlagen. Gerade in den sehr steilen Abschnitten schien ich aufzuholen. In den flacheren Passagen büsste ich jedoch immer wieder einige Sekunden ein. Bei Rennhälfte war es dann endlich so weit und ich kam tatsächlich nochmals an den Drittplatzierten heran. Ich zog sofort vorbei, konnte mich jedoch nicht entscheidend absetzen. Die steilsten Passagen waren nun vorbei und die Strecke führte in einem stetigen Auf und Ab weiter. Der Kurs war sehr abwechslungsreich und der Trailanteil hoch. Ich versuchte, so gut es ging, die beste Linie über die Wurzeln zu finden und die Lücke nach hinten zu vergrössern. Mein Konkurrent zeigte sich jedoch hartnäckig und kam mir immer wieder gefährlich nahe.

Es folgte ein weiterer kurzer Downhill und ich liess es nochmals ordentlich laufen. Beim Verlassen des Waldes sah ich dann plötzlich den zweitplatzierten Athleten wieder vor mir. Da es nun nochmals kräftig hinauf in Richtung Ziellinie ging, war ich mir sicher, dass ich den Podestplatz nicht mehr aus der Hand geben würde.

Der zeitliche Abstand auf Rang 2 war am Ende grösser, als es unterwegs den Anschein gemacht hatte. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir jedoch, dass mit einem starken Schlussspurt sogar eine Zeit unter 50 Minuten möglich sein müsste. Also zog ich nochmals durch und durfte mich am Ende über Rang 3 freuen.

Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Es bleiben noch drei Wochen, um für den Stoos Trail bereit zu sein.

 Rangliste 


Donnerstag, 4. Juni 2026

Zugerberg Classic

Eigentlich war der Start an der Kreuzegg Classic fest eingeplant. Ich verzichtete jedoch auf das Rennen, da ich nach der Entlastungswoche nach dem Transvulcania dringend wieder einige gute Trainingseinheiten absolvieren wollte. Es folgte tatsächlich eine sehr gute Trainingswoche und mein Plan schien aufzugehen. Nicht eingeplant war allerdings, dass ich danach krank werden würde. So krank, dass ich mehrere Tage das Training aussetzen und meinem Körper die nötige Ruhe geben musste. Die zweitägige Schulreise am Montag und Dienstag mit wenig Schlaf trug ebenfalls nicht wirklich zur Erholung bei. Da ich mich bei der Aktivierung am Vortag jedoch gut fühlte, war für mich klar, dass ich einen Start an der Zugerberg Classic wagen würde.

Nach 2022 und 2024 sollte es mein dritter Start in Zug werden. Die familiäre Stimmung sowie die kurze, aber sehr harte Strecke mit 6,5 Kilometern und knapp über 500 Höhenmetern gefallen mir besonders. Das Wetter spielte ebenfalls mit und bei idealen Temperaturen wurden wir um 19.00 Uhr auf die Strecke geschickt. Der erste Kilometer wurde gefühlt extrem schnell angelaufen und ich sortierte mich auf Position 6 ein. Als die eigentliche Steigung begann, schloss ich rasch zu Arnold auf und gemeinsam konnten wir die Verfolgung der beiden Spitzenläufer aufnehmen.

Die Positionen schienen sowohl vor als auch hinter uns bezogen zu sein und so ging es um den verbleibenden Podestplatz. Gerade in den steilsten Abschnitten erhoffte ich mir einen kleinen Vorteil. Nach knapp 3,5 Kilometern wurde die Lücke zu Arnold jedoch grösser und ich musste ihn ziehen lassen. Der Abstand blieb konstant bei wenigen Sekunden und so hoffte ich natürlich, im oberen Teil nochmals zusetzen zu können. Das Atmen fiel mir jedoch sichtlich schwer und auch die Wadenmuskulatur zeigte erste Ermüdungserscheinungen. Beim Einbiegen auf den letzten, eher flachen Schlusskilometer war dann klar, dass ich heute zum dritten Mal mit dem 4. Rang vorliebnehmen musste.

Mit dem Rang und der Zeit kann ich unter diesen Umständen einigermassen leben. Mir war wichtig, endlich wieder ins Renngeschehen eingreifen zu können. 

Rangliste 

Donnerstag, 14. Mai 2026

Transvulcania Ultramarathon

Was für ein Tag! Was für Emotionen! Lange war ich unsicher, ob ich es überhaupt an den Start schaffen würde und nun konnte ich sogar erfolgreich finishen. Aber alles auf Anfang.

Der Wecker klingelte am Renntag bereits um 3.00 Uhr. Um kurz nach 5.00 Uhr wurden wir mit dem Bus am Hotel abgeholt und an den Start beim Leuchtturm in Fuencaliente gebracht. Dort sorgte der Speaker bereits ordentlich für Stimmung und schon beim Einstehen profitierten wir vom exzellenten Service für die Elite-Athleten und wurden ganz vorne reingelassen. Ein sehr spezieller Moment, standen doch neben mir die Topshots der Szene mit Sinclair, Engdahl, Dhinam und vielen weiteren Athleten, die ich sonst nur aus meinem Instafeed kenne.

Mein Ziel für den Wettkampf war der Finish und ich war mir auch am Rennmorgen unsicher, ob dies mit den muskulären Problemen in den Waden möglich sein würde. Deshalb startete ich bewusst verhalten und hikte schon früh in den ganz steilen Passagen um die Waden zu entlasten. Die ersten sieben Kilometer mit 700 Höhenmetern hoch nach Los Canarios waren in knapp 45 Minuten geschafft und mein Gefühl passte. Der Blick zurück mit all den leuchtenden Stirnlampen war einfach nur gewaltig.

Es dämmerte langsam und nun durften endlich auch die Stöcke zum Einsatz kommen. Da die Strecke durch den Nationalpark führt, gab es Passagen, in denen dies verboten war. Als Pflichtmaterial waren lediglich eine Stirnlampe, ein Rücklicht sowie eine Rettungsdecke vorgeschrieben. Supportet durfte so gut wie überall werden. Da wir keine Supporter vor Ort hatten trugen wir das gesamte Material sowie die komplette Verpflegung von Anfang an mit. Sicherlich kein Vorteil aber es ging halt nicht anders.

 
Photo: @marcogulberti_photography @worldmountainrunningassociation

Das Streckenprofil ist in der Theorie simpel: Ein langer Aufstieg von gut 2100 Höhenmetern gefolgt von einem kurzen Downhill sowie einem flachen Mittelteil bevor es dann in einem stetigen Auf und Ab in Richtung des Dachs der Transvulcania, dem Roque de los Muchachos auf 2400 Metern über Meer, geht. Dort wartet ein ultralanger Downhill zurück ans Meer. Danach folgt nochmals ein kurzer Anstieg hoch ins Ziel nach Los Llanos. Total 73 Kilometer und 4300 positive Höhenmeter.


Die ersten rund 25 Kilometer und 2100 Höhenmeter gingen relativ spurlos an mir vorbei und in El Pilar fühlte ich mich noch immer gut. Genau das war mein Ziel, denn dort startete der Wettkampf erst so richtig. Auch im leicht abfallenden Abschnitt nach El Reventon war ich überrascht, wie zügig ich vorwärts kam. Beim Blick auf die Uhr wurde mir klar, dass ich sogar auf sub 8h Kurs war.

In El Reventon nahm ich mir die Zeit um die Flasks zu füllen, denn nun folgte der lange Abschnitt via Refugio zum Pico de las Nieves. Ab El Pilar kannte ich die Strecke noch bestens vom Marathon aus dem vergangenen Jahr. Die Hitze drückte nun unerbittlich und in weiter Ferne sah man auf der anderen Seite bereits den Roque de los Muchachos. Nun musste ich das erste Mal so richtig leiden.

Mit der Ankunft nach sechs Stunden Renndauer auf dem Roque hatte ich ein weiteres Teilziel erreicht. Bis hierhin habe ich wohl auch verdrängt, dass nun 2500 Höhenmeter am Stück wieder vernichtet werden wollten. In diesem Jahr habe ich erst ein paar wenige Male etwas mehr als 1000 Höhenmeter am Stück vernichtet beziehungsweise konnte nie mehr als 2 Stunden und 45 Minuten joggen. Daher war es nicht verwunderlich, dass meine Kräfte immer mehr schwanden. Gleichzeitig mussten viele Läufer der Marathondistanz überholt werden, was das Ganze etwas kurzweiliger machte. Der Downhill ist definitiv auf der technisch anspruchsvolleren Seite und mit zunehmender Nähe zum Meer wurde es immer wärmer.

Zurück in Tazacorte war ich mir dann sicher, dass ich heute die Ziellinie überqueren werde. Ich kühlte mich nochmals an der VP herunter und füllte die Flasks nach bevor ich mich durch ein trockenes Bachbett in Richtung Ziel kämpfte. Die letzten 350 Höhenmeter gingen nochmals überraschend gut und nach etwas mehr als 8 Stunden und 30 Minuten überquerte ich mit grosser innerer Zufriedenheit die Ziellinie.

Die Rangierung mit Rang 44 Overall war heute Nebensache. Auch in absoluter Topverfassung wäre es heute schwierig gewesen die Top 30 zu knacken. Nicht weniger als sechs Männer pulverisierten den Streckenrekord. Auch dahinter war die Dichte enorm wie noch nie bei diesem Wettkampf. Der Trailsport hat definitiv das nächste Level erreicht. Um im vorderen Teil mitmischen zu können bei einem solchen Feld, braucht es eine perfekte Vorbereitung in Kombination mit einem perfekten Tag. Ich nehme aus dem Wettkampf mit, dass ich auch mit sehr dezimiertem Laufiumfang eine Ultradistanz schaffen kann und das die Verpflegung während des Rennens sehr gut funktioniere. Natürlich möchte ich wissen was möglich ist, wenn ich eine gute Vorbereitung habe. Weiter gehts! 

 Rangliste 

Meine Ausrüstung:

  • La Sportiva Prodigio Pro
  • Compressport Weste & Belt
  • Petzl Bindi Stirnlampe/Rettungsdecke/rotes Rücklicht/Handy 
  • Leki Ultratrail FX.One Stöcke 125cm 
  • 3 x 500ml Softflask (1 voll mit Isotonic Energy Plus Lee Sport, zweite gefüllt mit Wasser & 600mg Electolytes in Los Canarios, dritte Flask mit Iso gefüllt in El Reventon. Dazwischen immer Wasser aufgefüllt)
  • Ca. 12 Salt Caps à 200mg
  • 14 Gels (12 davon gebraucht, davon 2 x 50mg & 1 x 200mg Koffein)
  • 4 x ca. 500ml Cola ab Pico de las Nieves
  • 2 x ca. 30g Haribo auf dem Pico de las Nieves & Roque de las Muchachos 

 

Donnerstag, 7. Mai 2026

Auf & ab...

Eigentlich hätte meine Saison bereits Ende März starten sollen. Nach einer sehr guten Trainingsphase zwangen mich jedoch erneut Probleme mit der Wade zu einer Laufpause. Der Zeitpunkt hätte kaum bitterer sein können, fühlte ich mich doch in ausgezeichneter Verfassung für den Berghalbmarathon Hohe Winde sowie den Zürich Halbmarathon. In dieser Zeit plagten mich viele Selbstzweifel und meine Geduld wurde hart auf die Probe gestellt.

Dank der guten Wetterbedingungen konnte ich immerhin aufs Rad oder auf die Tourenski ausweichen und so zumindest meine Grundfitness erhalten. Dennoch war da stets der Gedanke im Hinterkopf, dass ich eigentlich Kilometer und Höhenmeter für den bevorstehenden Transvulcania Ultramarathon sammeln müsste. Die Zeit wurde knapp, weshalb ich beim Wiedereinstieg umso vorsichtiger vorging mit dem klaren Ziel, auf La Palma wieder normal trainieren zu können.

Mein Plan schien zunächst aufzugehen und auch die Form war den Umständen entsprechend ordentlich. Umso härter traf es mich dann am ersten richtigen Trainingstag auf La Palma: Plötzlich kämpfte ich auf der anderen Seite erneut mit muskulären Problemen und musste das Training abbrechen. Der Wettkampf rückte scheinbar in weite Ferne und für mich brach erneut eine Welt zusammen. Glücklicherweise stellte sich die Situation als weniger schlimm heraus als zunächst befürchtet. Die Wade erholte sich rasch und ich konnte doch noch einige schöne Läufe auf der Strecke absolvieren.

Deshalb blicke ich inzwischen wieder etwas zuversichtlicher nach vorne und hoffe, es am Samstagmorgen um 6.00 Uhr an die Startlinie zu schaffen. Ob es am Ende auch bis ins Ziel reicht, wird sich zeigen. Trotz aller Unsicherheiten ist die Vorfreude riesig. Ich werde wie immer alles geben. Vamos.

Live Stream

Resultate

Vorbericht I Run Far

  



Donnerstag, 12. Februar 2026

2026

Lange ist es her seit dem letzten Eintrag auf meinem Blog. In Zeiten von Social Media habe ich mir schon öfter die Frage gestellt, ob ich den Blog in Zukunft überhaupt weiterführen soll.

Das Jahr endete, wie es begann: Wadenprobleme hinderten mich am Laufen. Nach Weihnachten setzte mich zudem ein heftiger Magen-Darm-Infekt für eine Woche ausser Gefecht. Dabei wurde mir erneut bewusst, wie sehr ich die Bewegung schätze und wie viel innere Zufriedenheit sie mir gibt. Die Probleme mit der Wade scheinen inzwischen unter Kontrolle zu sein, und ich hoffe sehr, dass ich sie nun endgültig in den Griff bekomme. Positiv ist, dass ich nur wenig an Form verloren habe. Ausserdem war es spannend zu sehen, wie schnell man zur alten Form zurückfinden kann, wenn wieder Konstanz ins Training kommt.

Meine Planung für die erste Saisonhälfte ist nun endlich aufgeschaltet und ich freue mich sehr darauf, die Vorbereitung auf diese Wettkämpfe in Angriff zu nehmen. Es sind einige neue Wettkämpfe dazugekommen, aber auch altbewährte bleiben im Programm.

Ein grosser Dank geht an meine Supporter, die mir auch im kommenden Jahr zur Seite stehen.


Sonntag, 2. November 2025

Saisonabschluss im Tessin

Da ich doch noch einiges in mein Training investiert hatte im Herbst, wollte ich die Saison mit einem längeren Rennen abschliessen. Bedingt durch die Wadenprobleme seit Juli startete ich vor allem auf kürzeren Distanzen und der Scenic Trail lag ebenfalls bereits einige Monate zurück. Es sollte erneut ins Tessin gehen und anlässlich der RunThrough Trails Serie weckte der Marathon in Ascona - Locarno mein Interesse. Bereits im Oktober in den Ferien konnte ich diverse Streckenabschnitte anschauen und war begeistert von den Trails rund um den Pizzo Leone.

Es sollte eine nasse Angelegenheiten werden, da es fast über die ganze Renndauer immer wieder regnete. Glücklicherweise waren die Temperaturen sehr angenehm, als wir um 8.00 losgeschickt wurden. Die ersten 2.5 Kilometer waren dann auch die unattraktivsten: Mehrheitlich flach ging es in Richtung Ascona. Die Spitze blieb zusammen und so bog eine grössere Gruppe in den ersten kurzen Anstieg ein. Wenig später konnte ich mich mit einem anderen Athleten leicht absetzen. Das Tempo war eher an der oberen Grenze für mich und trotzdem wollte ich dranbleiben. Umso erstaunter war ich wenig später, als er auf einem flachen Abschnitt Tempo raus nahm und mich ziehen liess, obwohl ich die Pace nicht forcierte. Von nun an war ich alleine vorne weg und schlug ein kontrolliertes Tempo an. Umso erstaunter war ich kurz vor dem Ende des ersten langen Anstieges, als ein anderer Läufer zu mir aufschloss. Bis zum ersten längeren Downhill war es nicht mehr weit und so investierte ich nochmals einiges an Energie, um dran zu bleiben. War ich doch etwas zu gemütlich unterwegs oder überpacte mein Konkurrent den Aufstieg komplett? Umso erstaunter war ich, als ich im Downhill die Lücke wieder aufreissen konnte und erneut alleine in Führung ging. Ich rechnete jedoch damit, dass er im folgenden Anstieg wieder aufschliessen würde. Zu meinem erstaunen kam jedoch niemand und so war ich weiterhin solo unterwegs. Die Strecke war sensationell gut markiert und trotzdem kam es zu einer kleinen Unsicherheit, da plötzlich mein Track auf der Uhr nicht mehr mit den Markierungen übereinstimmte (via Mail wurden wir über diese Änderung am Vorabend informiert. Leider landete es im Junk...). So lief ich ein paar Meter zurück, um auf Nummer sicher zugehen, bevor der langgezogene Downhill nach Termini folgte. Diese Passage war durch den Regen sehr anspruchsvoll und ich hatte einmal grosses Glück, als ich fast auf einem Stein ausrutschte. In extremis konnte ich mich gerade noch auf den Füssen halten zwischen nassen Wurzeln und Steinen.

Nun folgten die letzten 600 Höhenmeter hoch zum Pizzo Leone. Der Blick zurück verhiess nichts gutes. Von hinten kam ein Läufer immer näher und bei Kilometer 25 war es leider soweit. Meine Führung war Geschichte und ich versuchte mit aller Kraft dranzubleiben. Fast bis zum höchsten Punkt konnte ich den Sichtkontakt halten, bevor ich dann im dichten Nebel meinen Konkurrenten aus den Augen verlor. Bei der Verpflegung wurde mir 2 Minuten Rückstand gemeldet und mir war klar, dass ich diese Lücke vermutlich nicht mehr schliessen werde.

Nun ging es mehrheitlich bergab und ich fühlte mich muskulär immer noch gut. Auf einmal erblickte ich tatsächlich den Führenden wenige Meter vor mir. Kann ich tatsächlich das Blatt nochmals wenden? Meine Aufholjagd stoppte jedoch ziemlich rasch, als ich unglücklich an einem Ast hängen blieb und mit dem Boden Bekanntschaft machte.. Wenig später hatte ich nochmals riesen Glück, als ich mich bei einer nassen Holzbrücke fast überschlug. So war ich froh, als ich wieder Asphalt unter meinen Füssen hatte für die letzten 2.5 Kilometer.

Die letzten Meter der Saison 2025 konnte ich nochmals in vollen Zügen geniessen und mit einer Zeit von 4h 24min war ich schneller, als ich im Vorfeld erwartet hatte. Es war ein schwieriges Jahr mit vielen Rückschlägen und Trainingsunterbrüchen. Umso mehr freue ich mich, dass ich zum Saisonende hin nochmals Wettkämpfe bestreiten konnte. Ausserdem konnte ich nochmals ein paar wichtige Erkenntnisse dazu gewinnen, welche mir hoffentlich bei den kommenden Rennen helfen werden. 


Rangliste 


Sonntag, 26. Oktober 2025

Laui Trail "Classic"

Der Herbst gehört zu meiner liebsten Jahreszeit, sind doch die Wälder wunderschön orange gefärbt und das Gefühl auf das Nebelmeer blicken zu können für mich unbezahlbar. Das schöne Wetter sorgte dafür, dass nochmals ein paar tolle Läufe in den Bergen möglich waren. Die Tour auf das "Vreneli" mit dem Abstieg über den Gletscher zurück in das Klöntal wird mir noch lange in schöner Erinnerung bleiben. Neben längeren Läufen in den Bergen arbeitete ich am Speed in der Fläche und hatte dort ebefalls einige gute Einheiten. Nicht alles lief perfekt, aber ich war zufrieden mit dem Fortschritt im Training im Wissen, das Konstanz mehr zählt als eine einzelne gute Einheit. 

Der Laui-Trail rutschte dann spontan in mein Rennprogramm. Durch das bescheidene Wetter war es eine gute Alternative zu einer Intervalleinheit alleine. Ich entschied mich bewusst für die kürzere Distanz über 12 Kilometer mit ca. 1100 Höhenmeter, da ich in einer Woche meine Saison mit einem Trailmarathon im Tessin abschliessen möchte.




Beim Start um 10.00 Uhr war es trocken und die Temperaturen für mich perfekt. Gemeinsam mit Nico Lacher, welcher die längere Distanz lief, konnte ich mich nach knapp 500 Meter leicht absetzen. Mit dem Ziel, mich heute nicht komplett abzuschiessen, liefen wir gemeinsam in Richtung Skihaus Stofel. Die Streckenmarkierungen liessen keine Wünsche offen und auch der Trail war trotz der Nässe und des vielen Laubs cool zu laufen. Nach etwas mehr als 30 Minuten trennten sich unsere Wege und via Lauihöchi ging es für mich wieder zurück Richtung Skihaus Stofel. Der Downhill war entsprechend rutschig und nass, aber besser zu laufen als erwartet. Nach 1h 22min erreichte ich zum zweiten Mal das Skihaus Stofel und dufte mich über den Sieg auf der Classic Strecke freuen sowie einem neuen Streckenrekord. Noch wichtiger war das gute Gefühl während dem Wettkampf. Form und Material scheinen zu passen und ich bin zuversichtlich, dass ich diese Pace auch über eine längere Distanz durchziehen kann.

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Montag, 6. Oktober 2025

Valser Herbstlauf

Bereits zum vierten Mal durfte ich an der Startlinie des Valser Herbstlaufs stehen. Die Strecke mit etwas mehr als 12 Kilometer mit ca. 850 Höhenmeter hebt sich durch die herrlichen Trails sowie der Aussicht auf das Zervreilahorn von anderen Veranstaltungen ab. Von der Aussicht hatte man heute wenig, da die Sonne sich nur zu Beginn kurz zeigte. Ab Rennhälfte begann es sogar leicht zu schneien, was den Lauf zusätzlich besonders machte. 


Mein Puls war schon vor dem Rennstart im dunkelroten Bereich, da sich durch eine Tunnelsperrung die Anreise etwas verzögerte. Die Zeit reichte dann trotzdem noch gut, um aufgewärmt und bereit am Start zu stehen. Da ich Ferien habe, trainierte ich bis am Donnerstag normal und nahm erst dann etwas raus. Leider verlief das Training alles andere als optimal nach dem Arosa Trail und meine Waden möchten noch immer nicht so, wie ich es gerne hätte (muskuläre Probleme lassen weiterhin grüssen). 

Der "flache" Startkilometer verlief wenig spektakulär und ich sorgte dafür, dass nicht erst im ersten Anstieg eine erste Zäsur erfolgen würde. Im Uphill setzte sich dann Aemisegger sofort ab (und zog souverän durch) und auch ich konnte mich leicht von Berni und Isenmann lösen. Die Beine waren passabel, jedoch war die enorme "Spannung" in den steilen Abschnitten in den Waden stark zu spüren. Ich versuchte das Tempo zu dosieren und in den flächeren Passagen das Tempo hoch zu halten. Isenmann zeigte sich hartnäckig und kam in den steilen Passagen gefühlt immer etwas näher. Kurz vor dem Zervreila Restaurant war er dann fast dran. Im höllisch steilen Aufstieg nach Frunt konnte ich nochmals etwas zusetzen und den Abstand erneut vergrössern. Inzwischen schneite es und die Sonnenbrille diente als Schutz vor dem Schnee, was jedoch wenig half, da die Brille rasch anlief. Schon der Aufstieg war ziemlich rutschig und so war dies auch auf den abschliessenden 3.5 abfallenden Kilometer der Fall. Da ich immer kälter bekam, sehnte ich die Ziellinie herbei. Der Abstand schien nun komfortabel zu sein und so konnte ich die letzten Meter nochmals in vollen Zügen geniessen und erneut auf dem zweiten Rang einlaufen. 

Auch bei diesen anspruchsvollen Bedingungen war der Lauf ein voller Erfolg und die Trails bieten einfach für alle etwas. Welchen Wettkampf ich als Abschluss bestreiten werde, lasse ich offen, da die Probleme mit meinen Waden nach wie vor noch nicht komplett unter Kontrolle zu sein scheinen.


Sonntag, 14. September 2025

Erfolgreiche Titelverteidigung am Arosa Trailrun

Aufgrund der Vorbereitung entschied ich mich nach 2020 und 2024 erneut für einen Start über die 22 Kilometer Distanz am Arosa Trailrun. Die beiden längeren Strecken hätten mich ebenfalls gereizt, jedoch fehlen mir im Moment schlicht noch die Laufumfänge. Mein Körper machte wieder gut mit und einzig das Wetter sorgte etwas für Kopfzerbrechen. Am Renntag war es glücklicherweise trocken und die Temperaturen kühl, jedoch kein Problem für mich. 


Ich startete erneut zügig, um nicht in Positionskämpfe verwickelt zu werden. Waren wir auf den ersten Kilometern noch zu dritt unterwegs, konnte mir wenig später nur noch Roger Jenny folgen. Gemeinsam liefen wir in einer zügigen Pace und sehr gleichmässig in Richtung Weisshorn. Die Aussicht auf dem Weg hoch war einfach nur gewaltig und die Wolken lösten sich von Minute zu Minute mehr auf. Ich fühlte mich gut, jedoch spürte ich die Höhe und zu Beginn ebenfalls die kühlen Temperaturen. Da ich die ganze Zeit führte, wollte ich mir auf keinen Fall den Bergpreis entgehen lassen. So zog ich wenige Meter vor dem Gipfel des Weisshorns leicht an und konnte mir den Bergpreis souverän sichern. 

 

Gemeinsam ging es in den Downhill und es folgte ein kurzer Schreckmoment. Im steilen Gelände rutschte ich aus und legte mich kurz im Geröll hin. Glück im Unglück und bis auf ein paar wenige Schürfungen war alles noch ganz. Gemeinsam entschlossen wir uns, etwas Vorsicht walten zu lassen und nahmen so gemeinsam den Aufstieg zum Hörnli in Angriff. Meine Oberschenkel waren vom Downhill schon ordentlich mitgenommen und bereiteten mir zunehmend Sorgen. Obwohl es sich zäh anfühlte, kamen wir zügig dem Hörnli entgegen und es folgte ein weiterer langgezogener Downhill mit einem kurzen, aber happigen Gegenanstieg zum Älplisee. Ich bestimmte von vorne das Tempo und Jenny blieb stets an meinen Fersen. Auf dem Weg Richtung Ziel liessen wir es ordentlich laufen und waren flüssig unterwegs. Insgeheim wartete ich auf den Moment, wo Jenny die Führung erstmals übernehmen würde, da er bis zum jetzigen Zeitpunkt sehr souverän lief und einen starken Eindruck auf mich machte. Es sollte noch eine sehr kurze Gegensteigung knapp 3 Kilometer vor dem Ziel folgen und dort ging für mich überraschend eine Lücke auf. Ich bemerke dies rasch und sah nun die Chance, das Rennen erneut zu gewinnen. Sofort setzte ich zu einer Tempoverschärfung an und konnte eine Lücke aufreissen. Von nun an gab es nur noch eine Devise und die hiess Vollgas in Richtung Ziel zu brettern. Ich liess es nochmals ordentlich laufen und erreichte dann tatsächlich wenig später die Ziellinie solo. 

Sehr erfeut war ich auch über den Umstand, dass ich schneller als letztes Jahr war und nach 2020 erneut unter 2 Stunden lief. Etwas überraschend nach meiner Vorberitung und war die Zeit auf das Weisshorn doch ca. 1 Minute langsamer als in den Vorjahren. Der Downhill sowie der Aufstieg zum Hörnli waren jedoch zügiger und auch dank Roger Jenny war das Tempo bis zum Schluss hoch. 

Diese Leistung gibt mir grosse Zuversicht und in den kommenden Tagen werde ich mir Gedanken machen, wo ich noch starten möchte, bevor sich dann die Saison schon bald dem Ende zu neigt. Den Arosa Trailrun mit seinen tollen Strecken kann ich nur allen weiterempfehlen. Ein wirklich toller Wettkampf in einer wunderschönen Region!

Rangliste 

Donnerstag, 4. September 2025

Etzel Challenge

Die Etzel Challenge hat einen sehr hohen Stellenwert für mich, da der Wettkampf quasi vor meiner Haustüre liegt. Nach meinem Sieg im Vorjahr wollte ich meinen Titel natürlich verteidigen und eine gute Leistung vor Heimpublikum zeigen. Die Startnummer 1 ist immer etwas spezielles worüber ich mich besonders freute.

Nach dem Sihlseelauf hatte ich die Hoffnung, dass ich in den 10 Tagen vor dem Rennen nochmals ein paar gute Einheiten absolvieren kann. Leider erholte ich mich sehr schlecht und musste sogar die Intervalleinheit am Mittwoch nach dem Sihlseelauf abbrechen, da ich schlicht noch nicht erholt war (vielleicht werde ich auch einfach nur alt...). Frustriert musste ich einsehen, dass ich den Laufausfall nicht einfach ignorieren konnte. Eine gute Einheit brachte ich am Wochenende doch noch rein und so war ich ein wenig optmistischer als auch schon.

Die Bedingungen waren perfekt und das Wetter zeigte sich auch in diesem Jahr von seiner besten Seite. Die Startliste war ebenfalls gut gefüllt und ich war mir schon im Vorfeld sicher, dass heute der Streckenrekord durch Gossauer fallen könnte. Gossauer war es dann auch, welcher von Beginn weg ordentlich auf das Tempo drückte und rasch ein Lücke aufriss. Ich startete ebenfalls schnell, um freie Bahn zu haben. Es bildete sich eine relativ grosse Verfolgergruppe mit Müller, Häusermann, Lacher und Schilter. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass wir auf Streckenrekord Kurs waren bzw. Gossauer ihn heute brechen würde, sollte er nicht noch einbrechen. Beim Firstweg folgte wenig später eine erste grössere Zäsur. Müller und Schilter setzten sich ab und ich folgte zusammen mit Häusermann und Lacher. Hausermann konnte sich dann ebenfalls lösen und ich wiederum setze mich wenig später leicht von Nico Lacher ab. 

Die Lücke zu Häusermann blieb konstant und ich hoffte in der höllisch steilen Miltenweid nochmals hernanzukommen. Ich hoffte ebenfalls darauf, dass einige für die hohe Anfangspace noch büssen würden, was aber nicht eintraf. Obwohl ich wieder näher an Häusermann kam (Am Rigiberglauf verlor ich über 3 Minuten auf ihn), reichte es nicht mehr, die Lücke zu schliessen. 

 Mit meiner drittbesten Zeit von 39 Minuten 08 Sekunden erreichte ich das Ziel auf dem Hochetzel auf dem 5. Rang.  In Anbetracht der Vorbereitung eine gute Zeit und doch wäre ich nur zu gerne wieder auf dem Podium gestanden. Ich habe jedoch alles gegeben
und kann mir nichts vorwerfen. Was es nun braucht, ist Konstanz im Lauftraining, um dann in knapp 1,5 Wochen am Arosa Trail eine gute Leistung zeigen zu können. 

Spannend auch der Vergleich meiner bisherigen Zeiten an der Etzel Challenge. Mit der tiefen 39er Zeit aus diesem Jahr hätte ich in den Vorjahren immer das Podium erreicht. Ebenfalls der Umstand, dass meine PB aus dem Jahr 2020 für mich unerreicht bleibt (und noch immer die drittschnellste je gelaufene Zeit ist). 2020 war ich noch als Duathlet unterwegs und habe eher geringe Laufumfänge absolviert und nicht spezifisch für Bergläufe trainiert. Dieser Wettkampf war ausserdem nur drei Tage nach der Duathlon Schweizermeisterschaft in der Romandie. In den Jahren 2021 und 2022 war eine Teilnahme aufgrund der Duathlon WM in Zofingen nicht möglich. Diese Zeit nochmals zu unterbieten, wäre ein schönes Ziel für die kommenden Jahre!

Rangliste

 

Sonntag, 24. August 2025

Sihlseelauf

Da ich mich einigermassen gut vom Rigiberglauf erholte und am Samstag sowieso eine schnellere Einheit geplant gewesen wäre, stand einem Start am Sihlseelauf nichts im Weg. Letztes Jahr startete ich am Inferno Halbmarathon und die vorherigen Jahre war der Lauf über 14 Kilometer immer ein Fixpunkt im Rennkalender. Bei der letzten Einheit am Freitag sorgte die Wade erneut für ein paar Fragezeichen und die Vorfreude auf mein "Heimrennen" wurde etwas durch diese Unsicherheit in den Hintergrund getrübt.

Die Laufbedingungen waren perfekt und das Starterfeld so stark wie wohl noch selten zuvor. Mein Vorsatz verhalten zu starten war nach wenigen Metern vergessen (ebenfalls meine verpassten Laufkilometer) und ich fühlte mich ausgezeichnet. Nach einem Kilometer teilte sich das Feld und die beiden Afrikaner waren enteilt. Die Gruppe mit Lowiner, Flückiger sowie Mülli war wie erwartet ebenfalls zu stark für mich und so lief in in der dritten Gruppe. Die Pace war sehr hoch und ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich noch nie so zügig auf dieser Strecke unterwegs war. Im Aufstieg zum Galgenchappeli konnte ich mich dann zusammen mit Müller und Keller leicht absetzen. Am Berg fühlte ich mich ausgezeichnet, wobei ich in den Downhills die gewonnenen Meter auf meine Konkurrenten wieder einbüsste. Ich war mir sicher, dass einige in meiner Gruppe für den schnellen Start bezahlen und die anspruchsvolle Strecke unterschätzen würden. Kurz vor der Badi kam es aber anders und Schilter sowie Laegerström schlossen zu mir sowie Keller auf. Müller war am Strandweg bereits einige Meter enteilt. Leider war ich es nun, welcher die Pace nicht mehr halten konnte und so ging die Lücke auf. Die fehlende Tempohärte und das Vertrauen in die Wade waren wohl die entscheidenden Faktoren, dass ich nun nicht mehr einen Gang hochschalten konnte. Mit einer Zeit knapp über 50 Minuten überquerte ich wenig später die Ziellinie auf dem 10. Rang. Mit der Zeit bin ich zufrieden, war ich doch nur wenige Sekunden langsamer als bei meiner PB im Jahr 2022. Darauf kann ich im Hinblick auf die kommenden Wettkämpfe aufbauen. Am wichtigsten ist jedoch die Gewissheit, dass der Körper wieder mitmacht.

 Rangliste 


 

Montag, 18. August 2025

Rigiberglauf

Manchmal ist es schon erstaunlich, wie schnell es gehen kann. Dies im positiven sowie negativen Sinne. Vor einer Woche war für mich klar, dass ich es kaum an die Startlinie des Rigi Berglaufs schaffen würde. Die ersten schnelleren Meter lief ich dann erstmals am Mittwoch und beendete die Einheit mit gemischten Gefühlen. Die Wade hielt, jedoch liess ich grosse Vorsicht walten und wollte nichts riskieren. Da am Folgetag das Gefühl in Ordnung war und ich gut auf die Belastung reagierte, stand ich tatsächlich früher als erwartet wieder an einer Startlinie. 

Den Rigiberglauf habe ich noch nie bestritten und daher freute ich mich besonders auf den Start. Die Nervosität war in etwa gleich gross wie die Ungewissheit, wie es um die Form stehen würde. Glücklicherweise war die Nervosität rasch verflogen und ich hatte nach den eher flachen drei Anfangskilometern noch immer Sichtkontakt zur Spitze. Das Gefühl in Ordnung, die Beine aber noch nicht wirklich erholt und noch immer etwas vom Jetlag in Mitleidenschaft gezogen. Der Rigiberglauf ist mit seinen fast 12 Kilometer und 1350 Höhenmeter ein richtiger Brocken. Nach knapp 5 Kilometer verlor ich den Sichtkontakt zur Spitze und kämpfte um den 6. Rang im gut besetzten Starterfeld. Mir fehlte schlicht das Selbstvertrauen in meinen Körper um voll zu pushen. Gerade in den Flachpassagen sowie im einzigen kurzen Downhill liess ich grosse Vorsicht walten, da ich meiner Wade noch nicht wirklich traute. Meinen Rhythmus konnte ich sauber fertig laufen und da die Positionen bezogen waren, lief ich das Tempo gleichmässig durch und finishte auf dem 7. Rang (3. Rang Kategorie) in einer Zeit von etwas über 1h 13min. 

Von der Zeit bin ich positiv überrascht und ich scheine nicht ganz so viel Form eingebüsst zu haben, wie befürchtet. Jedoch ist noch nicht alles perfekt und ich nehme Tag für Tag. Läuft alles nach Plan, hoffe ich auf einen Start am Sihlseelauf als weitere gute Trainingseinheit für die Trailwettkämpfe im Spätsommer/Herbst.


Dienstag, 12. August 2025

Lebenszeichen

Leider erwischte es mich zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt mit erneuten muskulären Problemen in meiner rechten Wade. Nach einer sehr guten Vorbereitung musste ich schweren Herzens auf den Stoos Trail verzichten. Ich wollte das USA-Trainingslager nicht gefährden und die Wade hätte einen Start sowieso nicht zugelassen. 

Die muskulären Probleme begleitete mich auch in die USA. Ungefähr in der Hälfte konnte ich das Lauftraining wieder aufnehmen, steigerte aber dann den Umfang etwas zu stark und so hiess es wieder mehr auf das Rad auszuweichen. Im Moment kann ich wieder Laufen, bin aber noch nicht zu 100% zurück. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass dies in den nächsten Tagen der Fall sein wird.

Die Zeit in den Staaten war trotzdem unglaublich schön. Wir flogen nach Denver und verbrachten ca. eine Woche in Boulder auf knapp 1600m.ü.M. Dank den vielen Möglichkeiten zum Graveln war es auch nicht so schlimm, dass ich nicht Laufen konnte. Via Moab ging es weiter nach Kayenta und Page. In Flaggstaff auf knapp 2200m.ü.M. verweilten wir erneut etwas länger und konnten ausgezeichnert trainieren. Auch ein übler Crash mit dem Gravelbike konnte die Stimmung nur kurzzeitig trüben. Die Wunden sieht man noch immer und im Nachhinein hatte ich wohl grosses Glück, erwischte es mich nicht noch schlimmer. In Bryce Canyon City kehrte ich endlich auch zu Fuss wieder auf die Trails zurück. Dafür hätte es wohl keinen besseren Ort geben können. Via Las Vegas und das Death Valley reisten wir nach Mammoth Lakes, welches auf 2400m.ü.M. liegt. Dort trainierten wir wieder für längere Zeit, bevor wir via Yosemite Nationalpark nach San Francisco reisten und dort unsere letzten Tage verbrachten.  

Dieses Trainingslager in Kombination mit Sightseeing stand schon lange auf meiner Bucket List. Umso schöner, konnte ich es tatsächlich verwirklichen zusammen mit Tobias Bagenstoos. Wir beide konnten so lange wie noch nie in der Höhe trainieren und fanden trotz der Reiserei ideale Trainingsbedingungen vor. In den fünf Wochen regnete es nie und wir mussten aufgrund des Wetters kein einziges Training verschieben. 

Weitere Insights für Interessierte findet ihr auf Strava, Instagram sowie Polarsteps. Wie der Spätsommer Wettkampfmässig aussehen wird, werde ich ebenfalls in den nächsten Tagen kommunizieren.